Weihnachtsmarkt in Obertshausen

Besondere Magie vor der Kirche

Bunte Buden und Lichterketten verzauberten den Platz vor der Waldkirche in einen besonderen Ort.
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Bunte Buden und Lichterketten verzauberten den Platz vor der Waldkirche in einen besonderen Ort.

Obertshausen - In Zeiten, in denen jede Stadt und fast jeder Stadtteil einen eigenen Weihnachstmarkt veranstaltet, ist ein unverwechselbares Profil gefragt. Von Michael Prochnow

Das adventliche Treffen in der „Kleinstadt mit Herz“ hat entsprechende Merkmale entwickelt – mit Erfolg, wie die kuschelige Feier am Wochenende einmal mehr bewies. Vor vier Jahren hat der Vereinsring, der den Markt ausrichtet, das Geschehen in die geografische Mitte der Stadt gelegt, also in den Wald! Für so manchen Glühwein-Schlürfer ein Frevel, müssten die Hütten mit Selbstgebasteltem und verführerischen Düften doch eigentlich vor einer historischen Kulisse aufgestellt sein. Die Bevölkerung hat jedoch „mit den Füßen“ abgestimmt und die urige Atmosphäre unter hohen Bäumen und mit der weißen Fassade der kleinen Kirche im Hintergrund angenommen.

Auch die Beschicker seien begeistert, berichtet Luis Galvez, Vorsitzender des Vereinsrings. Ihre Zahl habe sich seit dem ersten Versuch im Advent 2010 auf 32 verdoppelt. Selbst der Metzger aus dem Odenwald und die Schmuckwerkstatt aus dem Vogelsberg schwören inzwischen auf die beiden Fest-Plätze rund um das Kirchenportal und im Garten zwischen dem evangelischen Pfarrhaus und dem Gemeindezentrum. Dort hatten Helfer des Rings Rindenmulch ausgebreitet, um die Feuchtigkeit im Boden aufzufangen. Der Kreis geschmackvoll und weihnachtlich dekorierter Buden, die Lichterketten und Beleuchtungskörper in den Eichen verliehen diesem Gelände eine ganz besondere Magie.

Die große „Spezialität“ des Obertshausener Weihnachtsmarktes aber bildet das durchgängige Programm in der Waldkirche. Gleich nach den Begrüßungsworten von Gastgebern und Politikern im Freien startete vor dem Altar ein attraktiver und niveauvoller Reigen an Musikdarbietungen. Den Auftakt übernahmen die Trommel-Kinder um Oguz Dogan von der Musikschule. Der Chor ‘84 der Sängerlust Hausen brachte mit Dr. Martin Trageser viel festliche Atmosphäre ins Gotteshaus, das Jugendorchester der Turngesellschaft und die Gruppe Cele-Pray der Kirchengemeinde rundeten den ersten Markttag ab und rückten so den Sinn des Festes ins Rampenlicht. Sehr vielfältig gelang das der Programmgestalterin Liz Krause auch am Sonntag. Kinderstimmen vermittelten die Romantik, die Weihnachten verbreitet. Der Blue Notes Chor der Sängervereinigung gewann dem Fest eine fröhlich-beschwingte Seite ab. In dem hochkarätigen Programm folgten der Frauenchor Canto Felice, der evangelische Kirchenchor mit Liedermacher Jürgen Weiss und eine ökumenische Andacht, die von weiteren Gruppen der Musikschule und den Kirchengemeinden gestaltet wurde.

Kuschelige Feier vor der Kirche

Kuschelige Feier vor der Kirche

Im Freien musste sich der Nikolaus derweil eine Gasse durch die Massen bahnen. Vorbei die Zeiten, in denen er an jedem zweiten Stand auf Glühwein stieß. Heißer Sliwowitz ist angesagt, weißer Punsch, Rotwein aber auch Kirschsaft, Lumumba und Amaretto. Die Speisekarte las sich ebenso kunterbunt. Großzügig halfen sich Vereine untereinander aus, Erbsensuppe gegen Schnaps, Brötchen für Waffeln. Einige Gruppierungen verbanden ihren Verkauf zudem mit einem guten Zweck. So bat der Eventclub Just4Fun um Spenden für eine Delfintherapie für den kleinen Jonas. Galvez und Bürgermeister Bernd Roth dankten allen Beteiligten, vor allem dem Kirchenvorstand, der nicht nur den „idealen Ort für einen Weihnachtsmarkt“ bereitgestellt, sondern das Treffen auch glanzvoll mitgestaltet hatte. Pfarrer Ralf Richter sah in dem Zusammenkommen eine „gute Gelegenheit, dass die Adventsstimmung in den Herzen Platz findet“.

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