Verhandlungen um Bodensanierung für ehemaliges Industriegelände laufen

Weiter Stille auf Ymos-Areal

Ein Blick aus dem obersten Stockwerk des ehemaligen Verwaltungsgebäudes über den einstigen Ymos-Standort. Wann der Abriss der alten Produktionshallen startet, bleibt abzuwarten. Foto: thh

Obertshausen – Still liegen sie da, die alten Fabrikhallen, in denen einst Teile für die Autoindustrie gefertigt und verchromt wurden – stumme Zeugen der Vergangenheit des einst so stolzen Zuliefererbetriebs Ymos im Osten Hausens. VON THOMAS HOLZAMER

Und beinahe ebenso still ist es im vergangenen Jahr um die Pläne der Grundstückseignerin Cura GmbH geworden, die Fabrikgebäude abzureißen, das belastete Erdreich darunter abzutragen und das 50 300 Quadratmeter große Areal neu zu entwickeln (wir berichteten).

Die nötige Abrissgenehmigung für die maroden und teils einsturzgefährdeten Hallen liegt bereits seit dem Frühjahr 2018 vor. Einen zweistelligen Millionenbetrag müsse man in Abriss und Bodensanierung wohl investieren, hatte die Cura damals mitgeteilt. Über die Höhe der finanziellen Unterstützung des Landes Hessen sowie eine Obergrenze, bis zu der der Investor das Risiko tragen könne, sei man mit dem Land in Verhandlung. Denn die Bodensanierung könnte auch schnell teurer werden als geplant, da der genaue Grad der Belastung des darunterliegenden Erdreiches sich erst nach dem Abriss der Gebäude feststellen lässt.

Zuletzt hatte der Investor bei einer Informationsveranstaltung im November 2018 die Bürger über das Vorhaben informiert. Zu diesem Zeitpunkt lag das ehrgeizige Projekt noch im Zeitplan. „Wir schätzen, dass wir mit dem Abbruch 2019 beginnen werden“, hatte der von der Cura beauftragte Verfahrensbevollmächtigte Dr. Heinz Dietrich berichtet.

Doch die Verhandlungen mit dem zuständigen Regierungspräsidium Darmstadt verzögern sich. So ist aus gut unterrichteter Quelle zu erfahren, dass der ausgehandelte Staatsvertrag seit Ende vergangenen Jahres vorliege, unterzeichnet worden sei dieser bis dato jedoch nicht. Seitens der Cura will man sich dazu auf Anfrage nicht äußern. Ein weiteres Gespräch zwischen dem Investor und Vertretern des Regierungspräsidiums, ist jedoch für kommenden Montag geplant, wie Letzteres bestätigt.

Thema ist der einstige Ymos-Standort auch in der aktuelle Sitzungsrunde der Stadtverordneten – nämlich bei der Frage nach einem geeigneten Standort für ein neues Rathaus. So hatte, wie berichtet, die Cura der Stadt im vergangenen Herbst überraschend das Angebot unterbreitet, den stadtbildprägenden Turm des einstigen Verwaltungsgebäudes zu sanieren und künftig als Rathaus zu nutzen. Das Bedarfsprofil der Stadt passe nach Ansicht des Investors „sehr gut“ in den Ymos-Turm und den angeschlossenen Verwaltungstrakt. Das habe eine baufachliche Prüfung ergeben, mit der die Cura das Planungsbüro Drees & Sommer zuvor beauftragt hatte.

Ihre Ergebnisse stellen die Planer, die im Auftrag der Stadt auch die Bedarfsprüfung für das künftige Rathaus ausgeführt haben, in der heutigen Sitzung des Haupt-, Finanz, und Wirtschaftsausschusses vor. Diese ist öffentlich und startet um 19.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses an der Schubertstraße.

Auch im Bürgermeisterwahlkampf ist das Areal Thema. Nach dem Wunsch der Bürger für Obertshausen mit ihrem Kandidaten Rudolf Schulz solle das Areal auch nach Abriss und Bodensanierung ein reines Gewerbegebiet bleiben. Die Stadt müsse kostbare Gewerbeflächen erhalten. Und auch die fehlende Infrastruktur für die künftigen Bewohner der rund 200 neu entstehenden Wohnungen und Einfamilienhäuser – unter anderem eine weitere Kindertagesstätte – seien für die Stadt nicht finanzierbar, so die Begründung. Zudem fehle es auch an einem Verkehrskonzept.

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