Katholischer Kirchenchor Hausen 

Wenn Pilger mit Puppen spielen

+
Als stolze Spanier nahm die Tanzgruppe des KKCH die Besucher im Saal des Pfarrer-Schwahn-Hauses mit in die Welt der Oper.

Obertshausen - Einiges ist neu bei den diesjährigen Fastnachtssitzungen des Katholischen Kirchenchors Hausen (KKCH): Die Bühnendekoration etwa, der musikalische Alleinunterhalter im Saal, der Pokal, aus dem die Akteure nach ihrem Auftritt zur Belohnung einen Schluck Wein trinken dürfen. Von Karl-Heinz Otterbein 

Auch strahlen die beiden Bütten nach ihrer Restaurierung in neuem Glanz und nicht zuletzt gibt es in Herta Cecelja eine neue Organisatorin der KKCH-Sitzungen. Altbewährt sind indes viele Aktive, die das Programm der Sitzungen in gewohnter Manier gestalten und die Besucher im Saal des Pfarrer-Schwahn-Hauses. So wie Hans Otterbein, der sein närrisches Comeback feiert. Nach dreijähriger Pause steht der heute 82-Jährige wieder an der Seite seines langjährigen Bühnen-Partners, dem Ersten Stadtrat Hubert Gerhards, den er wie all die Jahre zuvor mit dem Akkordeon begleitet.

Als Pilgerinnen nach Santiago de Compostela gestartet, landen Martha Volpert (l.) und Bettina Hartmann schließlich in Walldürn.

„Ich hab ‘nen Fehler wie sie sehn, den einen nur, ich bin zu schön“, singt Gerhards als „Kasimir“, der alleine durch sein Aussehen alle Frauen verrückt macht. Das „Kasimir“ mit einem Zinken wie einst Cyrano de Bergerac ausgestattet ist, scheint die Damenwelt nicht zu stören. Seit Jahren steht auch Michael Volpert in der KKCH-Bütt, diesmal als Glatzenträger, der zunächst entsetzt über den zunehmenden Haarausfall aber schließlich stolz auf seine Platte ist.

Nach der Pause gibt Volpert noch den Lehrer in der musikalischen Erdkundestunde, die die KKC-Frauen quer durch Deutschland führt und in deren Verlauf sie an der Nordsee ebenso Station machen wie in Berlin, Sachsen, Köln und Bayern. Zum Höhepunkt wird indes ihr Stopp in der Wetterau, wo sie zur Begeisterung der Besucher die Runkelroiwe-Roppmaschin besingen. Ohne Zugabe darf die „Schulklasse“ nicht von der Bühne und Matthias Pappert, der wieder souverän - und reimend („Der Urschrei Helau befreit dich sofort vom seelischen Stau“) als Sitzungspräsident durch den Abend führt, lässt für die Akteure zudem eine Rakete starten.

Zur Schulklasse gehört auch KKC-Urgestein Martha Volpert, die zuvor schon zweimal in der Bütt war. Zunächst zusammen mit Bettina Hartmann als „Pilgerinnen auf dem Jakobsweg“, die nach allerlei Abenteuern froh sind, dass sie es wenigstens bis nach Walldürn geschafft haben. Solistisch präsentiert sich Martha Volpert als „Tranfunzel“, die mit einem kleinen geschmückten Weihnachtsbaum in der Hand zur Melodie des Weihnachtslieds „Ihr Kinderlein kommet“ in die Bütt klettert - sie glaubt halt, sie sei auf einer Weihnachtsfeier. Auch Bettina Hartmann ist außer im Duo als Solistin zu erleben: Sie präsentiert als kleiner Roboter das Protokoll, das einen Bogen schlägt vom Papstwechsel in Rom über den Limburger Protz-Bischof bis hin zur neuen Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde in Obertshausen.

Sitzung des KKC aus Hausen

Sitzung des KKC aus Hausen

Von ihrem nicht immer einfachen Eheleben mit ihrem Mann Vinzenz plaudert und kalauert zwerchfellerschütternd Maria Massoth als „Hausfrau“ aus dem Nähkästchen, „mit dem Verbrechen ist jetzt Schluss“ behaupteten Michael Möser und Oliver Murmann als „Bullen von Hausen“, die zudem die eine oder andere Spitze gen Lämmerspiel schießen. Mit seiner mit mehr als zwei Dutzend Melodien gespickten Schwarzlicht-Show „Kleine Männer“ setzt das Bistro Ballett der KJH die Gesetze der Physik außer Kraft, als singende „Handwerker“ debütieren Jutta Paul, Ute Sattler und Uta Suttner. In die Welt der Oper nimmt die KKC-Tanzgruppe die Besucher mit, denen sie unter anderem ihre Version von „Carmen“ darbietet. Auch die „Spanier“ dürfen ohne Zugabe nicht vor der Bühne.

Weitere Tanzdarbietungen gibt es von den „Blue Blizzards“, der Garde des 1. ObertsHäuser Karnevalsclubs Die Elf Babbscher, und den „Häuser Gretchen“, ebenfalls eine Formation der Babbscher. Die Gretchen begeistern mit ihrem „Puppenspiel“, das schließlich sogar Barbie-Puppen samt Freund Ken auf die Bühne bringt. Den Schlusspunkt vor dem großen Finale setzt wieder das von Andrea Greiser trainierte Männerballett, dessen Aktive zunächst als Mexikaner über die Bühne wirbeln und später zeigen, was sich unter so manchem Poncho verbirgt. Klar, dass auch die Aktiven des Balletts, wie die übrigen Tanzgruppen vor ihnen, nicht ohne Zugabe von der Bühne gelassen werden.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare