Erinnerung an Gründung

Seniorenhilfe Obertshausen feiert 20-jähriges Jubiläum

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Zahlreiche Zuhörer lockte der Vortrag von Ex-Bürgermeister Josef Seib und dem langjährigen Ersten Stadtrat Hubert Gerhards ins Erzählcafé.

Obertshausen - Vor 20 Jahren wurde die Seniorenhilfe Obertshausen (SHO) gegründet. Wie alles begonnen hat, schilderten jetzt Ex-Bürgermeister Josef Seib und der langjährige Erste Stadtrat Hubert Gerhards in einem Erzählcafé im Living Room des evangelischen Gemeindezentrums. Von Michael Prochnow 

Josef Seib hat noch das „schöne gelbe Blatt“, mit dem die Seniorenhilfe Anfang 1997 warb. Ansonsten war der einstige Rathauschef damals für Bauangelegenheiten zuständig, der Erste Stadtrat fürs Soziale, begleitete darum auch den Aufbau der „Seniorengenossenschaft“. Und es war „keine glatte Geburt“, blickte er zurück, „eher eine in Steißlage“. Die Stadtregierung wollte „unbedingt verhindern, dass die Sache politisch zerredet oder ausgeschlachtet wird“, wusste Seib noch gut. Die ersten Schritte machte der Magistrat am 15. Januar 1996. An diesem Tag brachte der Bürgermeister den Vorschlag ein, eine „Seniorengenossenschaft“, wie sie schon in Dietzenbach und Mühlheim lief, ins Leben zu rufen. „Am Schluss hat’s gut hingehauen, weil wir uns die Zeit genommen und mit interessierten Senioren gesprochen haben“, fasste Seib zusammen.

Mit heute rund 700 Angehörigen wurde die Zahl von 87 Gründungsmitgliedern fast verzehnfacht, „und das Verhältnis untereinander ist sehr freundschaftlich“, lobte der frühere Rathauschef. Peter Walter, damaliger Erster Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent, brachte die Idee aus den USA mit, erinnerte sich Hubert Gerhards. „Das war damals auch Thema in einer Bürgermeister-Dienstversammlung.“ Daraufhin hatten sich mehrere Kommunen der Sache angenommen, die Sozialämter betreuten den Aufbau mit. In Obertshausen sprach man zunächst mit Vertretern der Sozialverbände vor Ort, die auch für Senioren tätig sind. „Wir wollten deren langjährige Arbeit nicht untergraben und sie einbinden“, betonte der ehemalige Stadtrat. Hilfe bot auch die Leitstelle Älter Werden im Kreis, die verschiedene Modelle aufzeigte.

Im Mai 1996 rief der Magistrat Interessierte auf, sich im Rathaus Beethovenstraße zu melden – etwa 20 Bürger zeigten sich bereit mitzuarbeiten. Dann informierte Dr. Markus Irmscher über die Arbeit in Mühlheim und am 4. Februar 1997 fand eine Versammlung zur Vorbereitung mit 15 Bürgern statt.

Die Rechtsanwältin Edelgarth Rath-Eidebenz hat eine Satzung entworfen, das Vorbereitungsteam das Konzept vorgestellt. „Ein heißes Eisen waren die Fahrdienste, weil sie vielleicht Konkurrenz zu Taxi-Unternehmen wären.“ Wegen bevorstehender Wahlen wurde das Vorhaben doch „kommunalpolitisch hochgekocht und ausgeschlachtet“, bedauerte der Gerhards.

Am 20. März 1997 hoben schließlich 87 Gründungsmitglieder, darunter Seib und Gerhards, im Bürgerhaus die Seniorenhilfe Obertshausen aus der Taufe. Versammlungsleitung Peter Walter trotzte dem „politischen Sperrfeuer“ souverän, lobte der Ex-Stadtrat. Günter Saul wurde der erste Vorsitzende, Vertreter aller Parteien saßen im Führungsgremium, der Kreis gab eine Anschubfinanzierung in Höhe von 6000 Mark und die Stadt übernahm Druckkosten. Nach wenigen Wochen zählte der Verein schon 150 Mitglieder. Das kleine Jubiläum wird am 31. März im Bürgerhaus groß gefeiert.

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