Winterdienst in Obertshausen

Geräumt wird schon ab vier

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Winterdienst in Obertshausen arbeitet mit professioneller Ausstattung. Straßen

Obertshausen - Weißes Feld, überzuckerte Zweige und Äste, Schlitten im Schlepptau: Für viele Menschen ist der Winter ein romantisches Paradies. Für andere aber einfach nur Stress. Von Michael Prochnow

Die Qual durch verstopfte Straßen in der morgendlichen Rush-Hour erfährt noch eine Steigerung, Busse und Bahnen kommen mit Verspätung und mit noch volleren Wagen als sonst. Aber der Bauhof kämpft mit einem Dutzend Mitarbeitern, einer professionellen Ausstattung und einem ebensolchen Konzept dafür, dass Schnee und Eis zumindest keine großen Gefahren mehr darstellen.

Um vier Uhr startet der Winterdienst. Seine erste Aufgabe: die Zufahrten zu den Gewerbegebieten und großen Industrie-Unternehmen frei machen. Die Schichten bei Karl Mayer und Herzing & Schroth beispielsweise beginnen um 6 Uhr. „Wir haben alle Straßen zu den Fabriken bis viertel vor sechs frei“, versichert Stefan Reinl, Leiter des städtischen Bauhofs. Vorrangig bearbeitet werden auch Fuß-, Rad- und Überwege, sowie die Bushaltestellen und Zugänge zur S-Bahn.

„Autos werden dabei zweitrangig behandelt“, formuliert Reinl, denn erst wenn die voraus genannten Aufgaben erledigt sind, kommen die übrigen Durchgangs- und Haupt- und Nebenstraßen dran. Bis 9 Uhr ist die „Befreiungsaktion“ erst einmal beendet. Nur wenn es weiter schneit, müssen die Bauhof-Leute alle drei Stunden erneut raus. Der Angriff wird mit einem großen Lkw, einem großen Schlepper und zwei neuen kleinen Traktoren gefahren. Dazu sind einige Trupps in „Handarbeit“ unterwegs und streuen aus dem Eimer Salz.

„Die Mischung macht’s“, verrät der Chef, die Kombination aus räumen und streuen. Die Besen vor den kleinen Treckern beseitigen bereits viel Schnee, nur für die glatten, festen Massen muss noch das Taumittel verwendet werden. Mit maximal 15 Gramm Salz pro Quadratmeter belasten die Fachleute das Erdreich, und so sollten es auch die Hausbesitzer und Mieter vor ihren Türen halten. Salz ist in Obertshausen – im Gegensatz zu anderen Kommunen – zwar erlaubt, soll aber sparsam eingesetzt werden, rät Reinl.

Split? - „Ist sehr teuer, muss zeitnah beseitigt werden und gilt als Sonderabfall“, winkt er ab. Nach dem strengen Winter 2010/2011, als weite Teile des Landes für vier Wochen unter einer geschlossenen Schneedecke lagen, ging vielen Städten und Gemeinden das Streusalz aus. Dem haben die Obertshausener jetzt vorgebeugt, im Sommer günstig 100 Tonnen des Materials eingekauft, das bei einem privaten Unternehmen lagert. Im Bauhof liegen 50 Tonnen. Um 20 Uhr endet der städtische Winterdienst. Es sei denn die Polizei entdeckt noch gefährliche Stellen, schränkt der Leiter ein. Dann muss der Notdienst raus.

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