Erfüllbare Voraussetzungen

Prüfungsergebnisse zum Thema Fairtrade-Stadt

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Erntezeit für die Kaffeekirschen. Faire Preise sollen garantieren, dass die Bauern von ihrer Arbeit leben können.

Obertshausen - Mehrere Kriterien müssen jene Kommunen erfüllen, die sich das Siegel „Fairtrade-Town“ verdienen wollen. Das könnte bald auch Obertshausen sein. Was die Stadt dafür tun müsste, hat der Magistrat auf Antrag der Stadtverordneten jetzt geprüft. Von Thomas Holzamer 

Mehr als 500 Kommunen sind es deutschlandweit bereits, Obertshausen könnte es bald werden – zumindest, wenn es nach dem Wunsch der Fraktion von Bündnis 90 / die Grünen geht: Die Rede ist von der Aktion „Fairtrade-Towns“. In der im Jahr 2000 in England gegründeten Initiative setzen sich Städte und Gemeinden für fairen Handel und faire Produktionsbedingungen in Ländern des Südens und auch für regionale Produzenten in Deutschland ein.

Auf Wunsch der Grünen hatten die Stadtverordneten letztes Jahr den Magistrat mit der Prüfung der nötigen Voraussetzungen beauftragt. Die Ergebnisse bekamen die Parlamentarier nun in der letzten Ausschussrunde von der städtischen Wirtschaftsförderin Christina Schäfer vorgestellt. Fünf Kriterien müsste die Stadt demnach erfüllen, um das Siegel Fairtrade-Town zu bekommen und zur Eigenwerbung, wie beispielsweise beim Schriftverkehr, nutzen zu dürfen: Da wäre zunächst einmal der Beschluss der Stadtverordneten nebst der Selbstverpflichtung der Kommune, künftig bei allen Sitzungen des Parlaments, der Ausschüsse sowie im Bürgermeisterbüro fair gehandelten Kaffee und mindestens ein weiteres Produkt aus fairem Handel zu verwenden. Zudem müsste sich eine Steuerungsgruppe aus mindestens drei Personen aus den Reihen der Bürger, der Politik und der Wirtschaft, also des Einzelhandels bilden, wobei auch eine Beteiligung seitens der Schulen, Vereine und kirchlichen Einrichtungen wünschenswert sei, erläutert Schäfer.

Ein weiteres Kriterium ist die Verfügbarkeit von fair gehandelten Waren in den Geschäften und Restaurants im Stadtgebiet. Dabei richte sich die Zahl der Betriebe, die sich an der Aktion beteiligen und mindestens zwei Produkte aus fairem Handel in ihrem Sortiment führen müssen, nach der Zahl der Einwohner, berichtet sie. Das hieße für Obertshausen sechs Geschäfte und drei Gastronomiebetriebe sowie eine Kirchengemeinde, ein Verein oder eine Schule. Ob diese Bedingungen bereits erfüllt seien, habe man noch nicht geprüft.

Viel dürfte in jedem Fall jedoch nicht fehlen, schließlich haben sowohl die großen Supermarktketten wie auch die einschlägigen Discounter bereits seit längerem schon Fairtrade-Produkte in den Regalen.

Siegel als Orientierung: Umweltbewusst und nachhaltig wohnen

Auch die Bürger sollten laut Anforderungskatalog miteinbezogen werden. Neben mindestens einer Bildungsaktivität pro Jahr müsste auch eine Schule, ein Verein oder eine Kirchengemeinde sich an der Initiative beteiligen. Darüber hinaus gelte es, so Schäfer, mit Öffentlichkeitsarbeit für die Aktion und die Idee des fairen Handels zu werben. Bewerben könnte sich die Stadt um das Zertifikat sobald alle diese fünf Bedingungen erfüllt sind und die notwendigen Nachweise. Der Titel Fairtrade-Town muss dann im Zweijahres-Rhythmus erneuert werden.

Kosten fallen für die Auszeichnung selbst zwar nicht an, ganz umsonst käme die Stadt jedoch nicht weg, wie Christina Schäfer erläutert. So ist unter anderem die Auszeichnungsfeier von der jeweiligen Kommune zu bezahlen. Zudem gelte es auch die regelmäßigen Bildungsveranstaltungen personell wie finanziell zu stemmen. Und zu guter Letzt sei zu klären, inwiefern Mehrkosten bei der Beschaffung der Fairtrade-Produkte wie etwa dem bisher bezogenen Kaffee anfielen, zählt die Wirtschaftsförderin auf.

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