Günter Keller bekommt Obertshausen-Medaille

Ein wohlverdientes Dankeschön

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Bürgermeister Roger Winter und TGS-Vorsitzender Steffen Bogdahn beglückwünschen Günter Keller (Mitte) zur Obertshausen-Medaille.

Obertshausen - Er trägt den Titel Ehrenvorsitzender der Turngesellschaft Hausen mit Stolz, gestaltete viele Jahre die Kommunalpolitik mit und ist einer der wenigen, die mit der höchsten Auszeichnung der Stadt dekoriert sind: Von Michael Prochnow

Günter Keller erhielt von Bürgermeister Roger Winter die Obertshausen-Medaille. Reisen ist schön, Heimkommen noch ein bisschen schöner. In jungen Jahren trieb Günter Keller das Fernweh. Viele Sehenswürdigkeiten hat der Globetrotter besucht, kennt die Schönheiten eines jeden Bundeslandes. Dennoch kommt er immer wieder gern zurück nach Hausen und engagiert sich intensiv für seine Heimat. Dafür erhielt Keller im TGS-Vereinssaal an der Aachener Straße nun die höchste Auszeichnung der Stadt: die Obertshausen-Medaille.

„Sie gehören zu den Menschen, die nie lange fragen, was sie tun können – Sie handeln“, beschreibt Winter den Geehrten. Keller sei durch seinen selbstlosen Einsatz und seine weltoffene Art ein Vorbild. Der Rathauschef lobte „Elan, Kompetenz und Zielstrebigkeit“ des Vereinsmenschen. „Beherzt zupackend, aber auch einfordernd haben Sie in Obertshausen viel bewegt“, würdigt der Laudator. Seit 1980 saß Keller als einer der CDU-Männer in der Stadtverordnetenversammlung, von 2001 bis 2011 im Magistrat. An der Spitze der TGS stand er von 1972 bis 1982 und erneut von 1996 bis ins vergangene Jahr.

„In ihrer von Offenheit und Respekt geprägten Amtszeit führten sie die TGS zu einem der mitgliederstärksten Vereine mit einem umfangreichen und zeitgemäßen Angebot“, fährt Winter fort. Auch das Willkommenheißen von Bewohnern mit Migrationshintergrund und von Benachteiligten lag Keller dabei stets am Herzen. Die Nachwuchsarbeit war ihm in seiner Chef-Zeit besonders wichtig, so dass heute fast ein Drittel der TGSler Kinder und Jugendliche sind.

„Engagement lässt sich nicht einfordern, es basiert auf der Freiwilligkeit, Verantwortung zu übernehmen“, sagt der Bürgermeister, überreicht die Obertshausen-Medaille und die Urkunde dazu. Günter Keller besitzt bereits sämtliche Verdienstmedaillen der Stadt, den Landes-Ehrenbrief und den Titel Stadtältester. Sein Verein hat ihn bei seinem Schritt ins zweite Glied den Titel Ehrenvorsitzender verliehen. Sein Nachfolger Steffen Bogdahn erinnert an die insgesamt mehr als 30 Jahre, die Keller an der TGS-Spitze gestanden hat. Der Geehrte habe dabei zahlreiche Bauprojekte gestemmt. „Ich habe mich dafür entschieden, dir etwas zu sagen, was du während all der Jahre mit Sicherheit viel zu selten gehört hast“, wendet sich Bogdahn an seinen Vorgänger: „Danke!“

Der aktuelle Vorsitzende überlegt, wie viele Stunden Keller auf dem Gelände verbracht, wie viel Verantwortung er übernommen hat. „Es erfordert ein verdammt hohes Maß an Selbstlosigkeit, sich so oft für den schweren, aber richtigen Weg anstatt für den vermeintlich einfachen zu entscheiden.“ Der heute 74-Jährige war Leichtathlet, hob die Volleyballabteilung mit aus der Taufe und formierte aus dem Kreis der Jedermann-Sportler die Wanderabteilung.

Mit Roland Wenz hatte er die legendäre Radtour ins spanische Caravaca de la Cruz vorbereitet und mit dem Stadtparlament verwirklicht. Darauf gründete er 1989 die Radsportabteilung der TGS mit. Günter Keller hat bei der Ymos Werkzeugmacher gelernt, qualifizierte sich später zum Maschinenbau-Techniker. Nach einer Anstellung in der Schweiz tingelte er mit Rucksack und Zelt durch 74 Länder, war für deutsche Firmen in Johannesburg und beim Brückenbau in Malawi beschäftigt. „Ich wollte Hausen in eine Richtung verlassen und aus der anderen zurück kommen“, lautete sein Plan, den er in die Tat umsetzte. Mit seiner Frau Renate und einem Wohnwagen zieht er heute durch ganz Europa. Daheim heißen sie immer wieder drei Kinder, drei Schwiegerkinder und fünf Enkel willkommen.

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