Diskussion im Verkehrsausschuss

Obertshausen: Koalition will Bahnhofstraße zur Einbahnstraße machen

Wieder im Fokus: Ob die Einbahnstraßenregelung in der Bahnhofstraße kommt, ist noch unklar. Archiv
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Wieder im Fokus: Ob die Einbahnstraßenregelung in der Bahnhofstraße in Obertshausen kommt, ist noch unklar.

Die Stadtregierung in Obertshausen will eine Einbahnstraßenregelung in der Bahnhofstraße testen. Nicht alle im Verkehrsausschuss sind von der Idee begeistert.

Obertshausen – „Wir glauben, dass es einen Versuch wert wäre“, warb Lukas Kreher (CDU) am Montagabend im Umwelt-, Verkehr- und Bauausschuss für den Antrag der Koalition aus Christdemokraten und den Bürgern für Obertshausen (BfO), der einen Probebetrieb eines Einbahnstraßenrings zwischen Bahnhofstraße und Ringstraße ermöglichen soll.

Bei der Auswertung von besagtem Probebetrieb soll der Fachausschuss vor allem darauf achten, die baulichen Probleme und deren Lösungsmöglichkeiten, Verkehrssicherheitsproblematiken und die Akzeptanz in der Bevölkerung und bei den Anliegern rund um den Bahnhof in Obertshausen im Kreis Offenbach in den Fokus zu stellen. Bei einem zeitnahen Test könnten Erfahrungen gesammelt werden, um eine optimale Verkehrsführung für alle Verkehrsteilnehmer zu realisieren.

Oberhausen (Kreis Offenbach): Fraktionen reagieren gemischt auf den Antrag

Dieser Vorschlag stieß bei den anderen Fraktionen auf gemischte Reaktionen. So informierte Werner Friedrich (SPD) darüber, dass auch die Sozialdemokraten einen ähnlichen Antrag für die Stadtverordnetenversammlung vorbereitet hätten. Daher finde man die Idee eines Probebetriebs gut, wenngleich die Umsetzung nicht vollkommen zufriedenstellend sei. „Wir haben da ganz klare Vorstellungen“, sagte Friedrich und bemängelte, dass es keine Angaben zu der Dauer des Probebetriebs gäbe. „Uns geht es nicht nur um die Einbahnstraßenregelung für die Autos, sondern auch für die Errichtung eines Fahrradweges.“

Auch Alexander Roth (Grün) sprach sich grundsätzlich für den Antrag der Koalition aus, bezeichnete diesen jedoch als „zu schwammig.“ Fragen wie eben die zeitliche Eingrenzung des Probebetriebs oder ebenfalls die Einrichtung eines Fahrradstreifens blieben offen und würden nicht explizit geklärt.

Bahnhofstraße in Obertshausen als Einbahnstraße: FDP hält Vorhaben für „schlechte Lösung“

Elke Kunde, Fraktionsvorsitzende der FDP, lehnte den Antrag vehement ab. Dieser würde nämlich nicht die Anwohner, sondern den Durchfahrtsverkehr entlasten. „Sie haben deutlich gemacht, dass Sie nicht den innerstädtischen Verkehr, sondern nur die Bahnhofstraße entlasten wollen“, kritisierte sie. „Verschiebung ist immer eine schlechte Lösung.“ Stattdessen solle man nach Alternativen suchen, um den Durchgangsverkehr vollständig aus Obertshausen herauszuhalten.

Lukas Kreher zeigte sich den Vorschlägen gegenüber grundsätzlich positiv gestimmt. „Dafür sind doch Ausschüsse da“, sagte er. „Und wir werden bestimmt eine Lösung finden, die zu einem Konsens fähig ist.“

Test der Einbahnstraßenregelung in der Obertshausener Bahnhofstraße: schneller Beginn gefordert

Auch Rudolf Schulz von den Bürgern für Obertshausen zeigte sich optimistisch, stimmte jedoch auch mahnende Töne. „Die Verbesserung unseres Antrages nehmen wir gerne mit – aber wir müssen auch einmal anfangen.“

Bürgermeister Manuel Friedrich verwies auf die letzte Verkehrsschau im Jahr 2019, die ergeben habe, dass möglicherweise einige Straßen nicht für einen solchen Testbetrieb ausgelegt seien. Das gelte es bei einem Testbetrieb neu zu bewerten. „Wir finden es gut, dass es aufgegriffen und diskutiert wird“, sagte er und machte darauf aufmerksam, dass ohnehin eine straßenverkehrsrechtliche Anhörung stattfinde, bevor die Testphase starte. „Es bleibt deshalb abzuwarten, ob beispielsweise Polizei, Rettungsdienst, Feuerwehr und Busbetriebe einer Testphase zustimmen.“ Dem Rathauschef sei es wichtig, dass man in diesem Fall keine falschen Erwartungen schüre.

Obertshausen: Koalition verteidigt den Antrag vehement

Peter Wichtel (CDU) widersprach dem Bürgermeister und verwies darauf, dass man bewusst einen Probebetrieb anstrebe, der mit wenig Aufwand organisiert werde. „Wenn wir so weiter diskutieren, kommt der Probebetrieb erst in einem Jahr oder gar nicht“, sagte er. Zudem sprach er sich deutlich gegen eine Anhörung der Anwohner aus. „Ich halte nichts davon, dass man die Anwohner fragt, obwohl noch nichts passiert ist.“

Auch Schulz verteidigte noch einmal den Antrag und stellte klar, dass man manche Punkte bewusst offen gelassen habe. „Wir wollen einen schnellen Einstieg, aber der Verwaltung auch den Raum geben, es selbst zu beurteilen“, sagte er. „Wir wissen doch nur, dass wir es nicht mehr wollen, wie es ist.“

Eine Entscheidung konnte im Ausschuss noch nicht getroffen werden. Voraussichtlich wird das Thema in der kommenden Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 23. September, wieder aufgegriffen. (Von Jan Max Gepperth)

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