Unendliche Geschichte droht

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Die HIM GmbH hat in den vergangenen Wochen auch außerhalb des ehemaligen Ymos-Areals Kontrollbrunnen gebohrt.

Obertshausen - Die seit Dezember 2012 laufende Grundwasserreinigung auf dem Areal der ehemaligen Firma Ymos an der Feldstraße in Hausen kann sich zu einer unendlichen Geschichte entwickeln. Von Karl-Heinz Otterbein

Nach Angaben des Diplom-Geologen Dieter Bohlen, Projektleiter bei der vom Regierungspräsidium Darmstadt mit der Reinigung beauftragten HIM GmbH in Biebesheim, ist derzeit jedenfalls kein Ende der vom Land Hessen bezahlten Maßnahme abzusehen.

Die HIM, vormals Hessische Industriemüll GmbH, habe auf dem rund 60.000 Quadratmeter großen Areal des einstigen und seit dreieinhalb Jahren insolventen Autozulieferers diverse Kontrollbrunnen gebohrt und eine Wasseraufbereitunganlage installiert, erläuterte Bohlen auf Anfrage. Derzeit werde aus einer Tiefe von etwa 30 Metern Grundwasser gepumpt und in der Anlage aufbereitet, das vor allem mit aus Lösungsmitteln stammenden chlorierten Kohlewasserstoffen kontaminiert ist. Dem Projektleiter zufolge werden pro Stunde zwischen 50 und 60 Kubikmeter Wasser aufbereitet und nach ihrer Reinigung in beinahe Trinkwasserqualität in die Rodau geleitet. Die ausgefilterten Schadstoffe würden in der Anlage vor Ort verbrannt.

Viele Schadstoffnester

„Auf dem Gelände sind noch viele Schadstoffnester“, so Bohlen. „Daher sind weitere Kontrollbohrungen erforderlich“.

Auch im öffentlichen Straßenraum im Umfeld des Areals hat die HIM in den vergangenen Wochen Kontrollbrunnen gebohrt um zu prüfen, ob vom Ymos-Areal eine Gefahr für das dortige Grundwasser ausgeht. Auch diese Brunnen werden über einen längeren Zeitraum betrieben, die Ergebnisse der Wasseruntersuchungen werden nach Angaben des Ersten Stadtrat Hubert Gerhards nach Abschluss der Beprobung von der HIM der Stadt Obertshausen zur Verfügung gestellt.

Laut Dieter Bohlen wird in den nächsten Wochen ein weiterer Kontrollbrunnen gebohrt. Standort ist die Raiffeisenstraße/Ecke Feldstraße.

Wie das ehemalige YmosGelände künftig genutzt wird, steht noch nicht fest

Im Laufe des Jahres werde das Unternehmen ein Konzept zur Reinigung des in einer Tiefe von einem bis drei Metern befindlichen Grundwassers und des Bodens erarbeiten. Vor einer Bodensanierung müssten allerdings die auf dem Areal stehenden Gebäude abgerissen werden, so Bohlen. Einige der Gebäude seien überdies einsturzgefährdet.

Wie das ehemalige YmosGelände künftig genutzt wird, steht noch nicht fest. Sicher scheint indes, dass dort kein Logistikunternehmen angesiedelt wird. Entsprechenden Plänen der Grundstückeigentümer, der Firma Cura, 13. Seniorenzentrum GmbH, die den Aktienmantel der Firma Ymos erworben hat, erteilte die Stadtverwaltung schon im Januar eine klare Absage.

Die Stadtverwaltung wolle demnächst ein weiteres Gespräch mit der neuen Betriebsleitung der Firma Magna in Obertshausen führen um auszuloten, inwiefern sich das Unternehmen sich noch auf das Altgelände der Firma Ymos ausdehnen möchte, so Gerhards.

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