Heimat- und Geschichtsverein baut Sammlung alter Fotos auf

Zeitzeugnisse aus dem Ort

Auf weitere historische Fotos mit Ansichten von Obertshausen und Hausen hoffen Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins Obertshausen.
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Auf weitere historische Fotos mit Ansichten von Obertshausen und Hausen hoffen Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins Obertshausen.

Als Obertshausen an der Erzbergerstraße zu Ende war, vor rund 100 Jahren, da entstanden die Fotos, die nun im Archiv des Heimat- und Geschichtsvereins liegen. Der Vorstand wird die Zeitzeugnisse digitalisieren, nach Themen zusammenstellen und im Werkstattmuseum im Karl-Mayer-Haus präsentieren. Im Internet will das Team um den Vorsitzenden Armin Paul später eine Zusammenfassung zeigen.

Obertshausen – Gerade hat Rita Lotz 15 private Alben vorbeigebracht, die sie von einer Tante geerbt hat. Die Bilder dokumentieren Unternehmungen und Feste ihrer Familie, die seit zwölf Generationen in Lämmerspiel, Mühlheim, Dietesheim, Hausen und Obertshausen lebt. Viele Aufnahmen bilden aber auch die Entwicklung des Orts ab, freuen sich die Vereinsmitglieder.

„Wir haben schon viele Anfragen“

Viele der Schwarz-Weiß-Fotos stammen aus den 1950er Jahren und von Otto Haider. Der Vertriebene kam nach dem Krieg zunächst nach Butzbach und hat bei der Bahn gearbeitet. 1951 wurde er nach Obertshausen versetzt, hat als Fahrdienstleiter auch nachts gearbeitet, erzählt der Verwandte Lotz. Er heiratete im September 1953 Bärbel, eine geborene Ott aus der Ludwigstraße, in der Offenbacher Marienkirche. Das Paar lebte in der Wilhelm-Leuschner-, zuletzt in der Albrecht-Dürer-Straße.

Haider fotografierte in der Station eine Dampflok und fünf Kollegen. 1954 fing er die Glockenweihe in Herz Jesu ein, der erste Kindergarten der Gemeinde ist an der Bahnhofstraße zu erkennen, das Schwesternhaus stand damals noch direkt vor dem Portal der Basilika. Die Fronleichnamsprozession bannte er in Wilhelm- und Ludwigstraße auf Zelluloid, ebenso eine Schulfeier in der Gaststätte Hindelang am Dalles. 1958 beobachtete Haider die Arbeiten an der Autobahn, die Brücke Heusenstammer Straße im Hintergrund.

Der Blick übers gerade eröffnete Freibad entstand im heißen Sommer 1967. 20 Jahre später war er mit der Kamera beim Festzug „120 Jahre Feuerwehr“ und auf einer „Herbstwanderung nach Hausen“. „Als Bahn-Beamter ist er günstig gereist“, erklärt Rita Lotz die vielen Urlaubsfotos. Die interessieren die Gruppe im Heimatmuseum freilich weniger. 2011 ist Otto Haider im Alter von 84 Jahren verstorben. Jetzt hoffen die aktiven Vereinsmitglieder auf weitere historische Fotos oder gar komplette Sammlungen mit Ansichten von Hausen und Obertshausen. Daneben möchten sie wieder physische Führungen anbieten: „Wir haben schon viele Anfragen“, berichtet Jochen Roth. Mit neuen Themen und Anekdoten wollen sie mit interessierten Bürgern andere Einrichtungen und Adressen ansteuern. (Michael Prochnow)

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