Zentralverein für Bürowirtschaft

„FC Bayern auf der Tastatur“

+
Während der akademischen Feier anlässlich des 50-jährigen Bestehens des ZVB Obertshausen im Kleinkunstsaal des Hausener Bürgerhauses wurden auch zahlreiche Jubilare geehrt.

Obertshausen - Wer schneller schreibt, kann mehr erzählen! Und wer so viele Erfolge nach Hause bringt, wie der Zentralverein für Bürowirtschaft, Informationsverarbeitung, Kurzschrift und Tastschreiben, kurz ZVB, der hat eine Menge erlebt. Von Michael Prochnow 

Vorsitzender Horst Erich Sahm führte am Samstag mit allerlei Anekdoten und heiteren Erinnerungen durch das Programm der akademischen Feier zum 50-jährigen Bestehen des Vereins. Weil sie mit einer Sitzung des Gesamtvorstands und einer Mitgliederversammlung des Deutschen Stenografenbunds verknüpft war, führte die Veranstaltung „Stenotastler“ aus vielen Teilen der Republik in den Kleinkunstsaal. Sahm stellte den Jubelverein vor, der nicht nur Lehrgänge für Jung und Alt in Tastschreiben und Kurzschrift anbietet. Längst vermitteln qualifizierte Lehrkräfte auch PC-Programme wie Bildbearbeitung, lehren Buchführung und halten Bewerbungsseminare.

Eine große Rolle spielen mittlerweile Seniorenkurse. Nach wie vor wichtig sei es, jungen Menschen das Tastaturschreiben zu vermitteln. Schüler ab dem dritten Schuljahr lernen Textbe- und -verarbeitung – und haben so „viel größere Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden“. Die erworbenen Schreib-Kenntnisse waren für viele Absolventen schon ein Sprungbrett bei Bewerbungen. Sie dienen aber auch als Grundlage für die Teilnahme an Wettbewerben, von denen die ZVB-Aktiven regelmäßig mit Medaillen und Pokalen zurückkehren. Die Oberts-hausener Schreibsportler zählen zu den erfolgreichsten in Deutschland. Parlamentschefin Heide Heß, die zudem als Kreisbeigeordnete Landrat Oliver Quilling vertrat, erkannte „Vorbilder für die jüngere Generation“. Kurz und schnell schreiben nutzte der diplomatische Dienst in England schon seit dem späten Mittelalter. wusste der Gast.

Bei WM vertreten

Auf internationalem Parkett war der Verein bereits 1977 bei der WM in Rotterdam durch Annelie Scherer und Horst Erich Sahm vertreten. 2003 in Rom errang er erstmals eine Medaille, die damals 13-jährige Caroline Hesse wurde Vize-Weltmeisterin. Bürgermeister Bernd Roth stellte fest, die meisten Vereinsgründungn lägen vor seiner Geburt. Zum ZVB aber könne er Zeitgeschichtliches beitragen. Der Gründer des Vereins und der Georg-Kerschensteiner-Schule, Ehrenbürger Kurt Formhals, habe „klare Ansagen“ gepflegt. Roth hatte auch die Einrichtung besucht, aber die Kunst der Stenotastler „lag mir nie so“, er habe „lieber mit Zahlen jongliert“ Seit Jahrzehnten trage die Gruppe den Namen Oberts-hausens in die weite Welt, wichtig sei dabei auch die Jugendförderung.

Von der Präsidentin des Deutschen Stenografenbundes, Hannelore Schindelasch, erhielt der Jubelverein das goldene Verdienstabzeichen. Geehrt wurden Rainer Gärtner, Bianca Hirner, Irma Ripper und Irina Kistner für zehnjährige Treue, Elfie Kronenberger, David Weiß, Cornelia Grill und Sabine Mähner bekamen die Ehrennadel des Stenografenbundes mit Goldkranz für 25-jährige Mitgliedschaft Ingrid Kutzera und Bärbel Stuckenbruck arbeiteten ein Vierteljahrhundert im Vorstand mit und tragen nun das goldene Abzeichen. Für 40 Jahre geehrt – weil Vorstandsjahre doppelt zählen - wurden Ilona Fuchs, Patrick Sahm, Matthias Czermak, Annelie Zeh und Edelgard Rath Voigt, sie erhielten den Ehrenbrief mit silberner Nadel. Gerhard Schmelz, Karin Eckart und Thomas Zeiger wurden für mehr als 40 Jahre ausgezeichnet. Insgesamt hat der ZVB in 50 Jahren 929 Medaillenplätze erlangt, 328 erste, 308 zweite und 293 dritte Ränge. Er heißt in der Branche darum „der FC Bayern München auf der Tastatur“.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare