Zur Erinnerung an ein Wunder

St. Morus feiert Messe in Gedenken an Caravacas Besetzung im 13. Jahrhundert

Pfarrer Norbert Hoffmann zeigt das Doppelkreuz.
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Pfarrer Norbert Hoffmann zeigt das Doppelkreuz.

Es sind die Tage, die schon viele Obertshausener in Caravaca de la Cruz verbracht haben. Anfang Mai feiert die „Heilige Stadt“ in der Region Murcia und stellt in Prozessionen die Kämpfe von Mauren und Christen um das doppelarmige Kreuz nach. Doch die fünftägige Fiesta und die Reise nach Caravaca waren wegen der Pandemie nicht möglich.

Obertshausen – Nicht ganz. Pfarrer Norbert Hofmann feierte jetzt zeitgleich mit den Freunden in Spanien einen Gottesdienst in St. Thomas Morus. „Eucharistie kennt keine Grenzen und verbindet“, rief er den Besuchern zu. Die Messe wurde live im Fernsehen übertragen. Der Priester begrüßte auch die Stadträte Hildegard Knorr und Luis Galvez. Der Gründer des spanischen Elternvereins und des Vereinsrings stammt aus Caravaca und begleitet die Freundschaft zwischen seiner alten und seiner neuen Heimat seit der ersten Wallfahrt 2012.

„Jeder Tag hat einen besonderen Glanz“, beschrieb Hoffmann die Zeit im Süden mit dem Caravaca-Kreuz in der Hand. Seit 2016 stehen originalgetreue Nachbildungen auf den Altären an der Berliner Straße und in der Kirche Herz Jesu. Während der Besetzung der iberischen Halbinsel durch die Mauren im 13. Jahrhundert sollte der Priester eine Heilige Messe feiern, aber ein Kreuz fehlte. Der Legende zufolge brachten Engel die bis heute verehrte Version aus dem Holz, an dem Jesus Christus starb.

„Durch das Kreuz geschehen Heilungen und Bekehrungen“, warb Pfarrer Hofmann in seiner Predigt. Als Pest- und Epidemie-Kreuz sei es bis in Südamerika bekannt. 1998 hat Papst Johannes Paul II. Caravaca zur „Heiligen Stadt“ ernannt, informierte Hoffmann. Alle sieben Jahre werde ein Heiliges Jahr begangen. Und seit fast zehn Jahren pilgern Katholiken aus Obertshausen und Umgebung zu den Feierlichkeiten. Hofmann schilderte das Programm um die „Caballos del Vino“ und das „Satisima y Vera Cruz“, die zum Weltkulturerbe erhobenen Bräuche um die Weinpferde und das Heilige, Wahre Kreuz. Galvez übersetzte die Ansprache.

Eine enge Verbindung pflegt der Geistliche zu seinen Amtsbrüdern dort, zum Bischof der Diözese Cartagena und zur Pferdegruppe Jupiter. Die Traditionen „machen den Glauben reicher“, fasste Hofmann zusammen.

In Fürbitten beteten einstige Reiseteilnehmer für Erkrankte und für Pilger, die Geschwisterlichkeit und Herzlichkeit der Südeuropäer erfahren durften. Von dort sendete die „Pena Jupiter“ Grüße, der Pfarrer segnete die Pferde aus der Ferne. (Von Michael Prochnow)

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