Ehepaar Marion und Peter Wüstkamp kämpft sich mit ihrem Foodtruck durch

Zurück zu den Anfängen

Teamwork ist das Zauberwort: Gemeinsam bereiten Peter und Marion Wüstkamp die Speisen vor, die verkauft werden sollen.
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Teamwork ist das Zauberwort: Gemeinsam bereiten Peter und Marion Wüstkamp die Speisen vor, die verkauft werden sollen.

Der eigentliche Fokus von Marion und Peter Wüstkamp von „Volpe – Liebevolle Leckereien“ lag auf dem Catering für Firmen- und Privatfeiern. Doch durch die Coronapandemie sahen sich die beiden gezwungen, wieder zu ihren Anfängen zurückzukehren: zu ihrem Foodtruck. Die „Schnapsidee“, sich einen Truck anzuschaffen, kam den beiden im Dezember 2014.

Obertshausen – „Wir waren auf Sylt im Urlaub und haben da einen unglaublich schlechten und teuren Glühwein getrunken“, erinnert sich Marion Wüstkamp. „Nachdem wir auch noch schlecht bedient wurden, dachten wir uns, das muss doch auch besser gehen.“

Das war der Stein des Anstoßes für das Ehepaar, das ursprünglich aus der Werbebranche kommt, etwas Neues zu wagen. „Wir hatten uns damals schon überlegt, wie lange wir das alles noch machen wollen“, denkt sie an die Zeit zurück, als die beiden gemeinsam eine Werbeagentur geleitet haben. „Außerdem haben wir schon immer gern gekocht und gegessen“, fügt sie hinzu. Also begann das Ehepaar mit der Recherche. Ein halbes Jahr dauerten die Vorbereitungen, ehe man im August 2015 richtig loslegen konnte. „Wir haben aber vorher noch einen Testlauf mit unseren Freunden gemacht“, sagt Marion Wüstkamp. Damals machte man sich mit Catering und Foodtruck selbstständig. Der Name Volpe wurde dabei von ihrer Werbeagentur einfach übernommen und um den Zusatz „Liebevolle Leckereien“ ergänzt, zudem ist Volpe das italienische Wort für Fuchs.

Nach und nach baute das Ehepaar sein Geschäft aus und konzentrierte sich eher auf Cateringaufträge. Der Foodtruck war nur noch bei Feiern oder Festivals zu finden. Doch wegen der Pandemie fielen viele Cateringaufträge weg – Marion Wüstkamp spricht dabei von Einbußen von bis zu 80 Prozent. „Wir haben das ins Leben gerufen, weil wir effektiv nichts machen konnten“, erläutert sie den Schritt zurück zum Foodtruck.

Mit diesem stehen sie seither jeden Dienstag und Mittwoch auf dem Parkplatz des Edeka an der Malteserstraße. „Wenn wir dienstags hier sind, habe ich bereits den ganzen Montag in der Küche gestanden“, berichtet Marion Wüstkamp. An so einem Foodtruck-Tag beginnt ihre Arbeit um 7 Uhr morgens. Dann macht sie die letzten Vorbereitungen, dekoriert die Desserts und belädt den Transporter.

Während Marion Wüstkamp in der Küche die letzten Vorbereitungen trifft, ist auch ihr Mann Peter bereits auf Achse. Da kein Stellplatz für den Truck reserviert ist, fährt er mit diesem zum Edeka-Parkplatz und stellt diesen dort ab. Anschließend werden Gas- und Wasser überprüft und weitere Vorbereitungen getroffen. „Ich bereite alles so vor, dass man dann quasi nur noch die Klappe öffnen muss“, sagt Peter Wüstkamp mit einem Lächeln. Dabei bereitet er die Speisekarte vor, die an der Außenwand des Trucks befestigt werden muss, heizt den Ofen und schaut, dass alle Küchenutensilien an ihrem Platz sind. „Glücklicherweise ist unser Lager direkt neben dem Edeka, wenn man also was vergessen hat, kann man es schnell holen.“ Ist alles vorbereitet, holt er seine Frau und die vorbereiteten Speisen ab und lädt das Essen in den Foodtruck um.

Gegen 10.15 Uhr ist die Vorbereitung meist abgeschlossen und die ersten Gäste können kommen. Wer nicht vor Ort warten möchte, hat auch die Möglichkeit per Whatsapp oder Telefon vorzubestellen.

Insgesamt haben die beiden rund 120 Bestellungen abgearbeitet, wenn sie um 14.30 Uhr wieder die Klappe an ihrem Truck schließen. Im Anschluss wird sauber gemacht und die Waren noch einmal geprüft. „Bis 17 Uhr sind wir meistens durch – es sei denn, wir haben ein Catering, dann muss ich noch länger in der Küche stehen und vorbereiten“, sagt Marion Wüstkamp. „Es ist zwar wirklich hart verdientes Geld, aber es macht auch Spaß“, meint die Inhaberin zur Arbeit mit dem Foodtruck. Doch auch, wenn sich die wirtschaftliche Lage langsam entspannt, will das Ehepaar trotzdem mit dem Truck weiter machen – schließlich habe man mittlerweile zahlreiche Stammkunden.

Das Angebot des Trucks wechselt regelmäßig. „Wir schauen, was saisonal zu bekommen ist“, sagt Marion Wüstkamp. „Oft kommen auch Stammgäste und fragen, ob man etwas Bestimmtes wieder einmal machen kann“, schmunzelt die Foodtruckbetreiberin. „Uns freut das immer, wenn die Leute ihre Wünsche äußern.“ (Jan Max Gepperth)

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