Zurück zu den Wurzeln

Mareike Lindner ist neue pädagogische Leiterin an der Hermann-Hesse-Schule

Schule soll für Mareike Lindner mehr als bloße Wissensvermittlerin sein. Die Hausenerin ist neue pädagogische Leiterin an der Herrmann-Hesse-Schule.
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Schule soll für Mareike Lindner mehr als bloße Wissensvermittlerin sein. Die Hausenerin ist neue pädagogische Leiterin an der Herrmann-Hesse-Schule.

Mareike Lindner gehört zu denen, die ihren Arbeitsplatz locker zu Fuß erreichen können. Die in Lämmerspiel aufgewachsene Lehrerin lebt in Hausen und ist mit ihrer Heimat stark verwurzelt, betont sie. In der Hermann-Hesse-Schule ist das Büro an der Süd-Ost-Ecke die Adresse der neuen Pädagogischen Leiterin. Aber wie ihrem Vorgänger Dietmar Borrmann liegt auch ihr die Arbeit im Klassezimmer sehr am Herzen.

Obertshausen – Mareike Lindner machte am Friedrich-Ebert-Gymnasium in Mühlheim ihr Abitur, studierte in Frankfurt Deutsch, Geschichte und katholische Religion und wirkte bereits während ihrer Ausbildung an der Universität als Aushilfskraft an der Hesse-Schule. Das Referendariat absolvierte Lindner in Idstein, wechselte dann an eine Gesamtschule nach Kelkheim.

An den Einrichtungen habe sie gute Erfahrungen gesammelt: „Es ist wichtig, mal aus dem eigenen Nest zu kommen, der Taunus ist nicht weit, die Familie in der Region.“ Nach den ersten Stellen hatte sie sich an verschiedenen Schulen beworben, für sich aber festgelegt, „wenn die Hesse-Schule sich meldet, wird sie’s“. Sie hat sich gemeldet.

Dabei war die Nähe zu ihrem Lebensmittelpunkt nur ein Argument, sie möchte einfach „mehr als nur Lehrer sein“. Am Lernort Im Hasenwinkel beeindruckte sie gleich beim ersten Einsatz 2011, als sie die Vertretung einer Kollegin im Fach Deutsch übernommen hatte, „der Umgang mit den Schülern, die klaren Strukturen, die gute Ausstattung und das offene Kollegium. Da wirst du auch als Studierender wahr- und ernstgenommen.“

Mareike Lindner möchte neben ihrer Tätigkeit am Schreibtisch gerade nach dem Unterricht daheim am Computer „als Klassenleiterin Gemeinschaft entwickeln“. Manche Schüler kennen sie nach nur wenigen Begegnungen kaum noch. „Das Wechselsystem war ein guter Anfang, hat aber nicht gereicht“, resümiert sie.

„Schule muss mehr als Wissenvermittlerin sein“, das habe die Zeit gezeigt, in der Schüler nur zu Hause hockten und Kontakte nach außen verloren. Jetzt sei es „schön, dass die Vereine wieder aufmachen“, findet die Lehrerin und zeigt sich „überrascht, wie lebhaft Vieles schon wieder läuft, aber noch nicht wie vorher“.

Auch das Kultusministerium zeige Verständnis bei der aktuellen Situation, regelte, dass nicht alle Klassenarbeiten jetzt sofort nachgeholt werden müssen. Wer sich nicht sicher fühlt, könne freiwillig das Schuljahr wiederholen. „Das ist kein Versagen, sondern eine Chance und eine sehr bewusste Entscheidung mit den Eltern“, heißt es. Das Angebot werde gut angenommen. In den 5. und 6. Klassen liege der Fokus auf Lesen und Rechtschreibung, „da besteht dringender Handlungsbedarf, das haben sie nicht unbedingt freiwillig gemacht“. Das Mitglied der Schulleitung möchte vermitteln, „ihr seid nicht schuld an dem Dilemma“.

Lindner ist fast nur in Haupt- und Realschulklassen tätig. „Sie brauchen Zuwendung, Vertrauen und Struktur, jemanden, der ihnen sagt, wie’s funktioniert“, erfuhr die Pädagogin. „Sie geben dann super viel zurück, sind sehr dankbar, Ehemalige schreiben mir heute noch E-Mails“, erzählt sie. Privat lebt die Hausenerin mit Hund und Katze, pflegt einen großen Freundeskreis und ist gern in der Natur unterwegs. (Von Michael Prochnow)

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