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Pfungstädter Bier vor dem Aus? Nun soll Bevölkerung bei Brauerei-Rettung helfen

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Von: Florian Dörr

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Gott gebe Glück und Segen drein: In den Kesseln im Sudhaus wird das Pfungstädter Bier gebraut. Die Brauerei gibt es bereits seit dem Jahr 1831.
In den Kesseln im Sudhaus wird das Pfungstädter Bier gebraut. Die Brauerei gibt es bereits seit dem Jahr 1831. Doch nun droht das Aus. (Archiv) © Rolf Oeser

Endet die Tradition des Pfungstädter Biers im kommenden Jahr? Die Brauerei steht vor dem Aus. Doch die Bürger der Stadt können eingreifen.

Pfungstadt - Fast 200 Jahre ist es her, dass in Pfungstadt (Landkreis Darmstadt-Dieburg) erstmals professionell Bier gebraut wurde. 1831 war es, als die Geschichte im Gasthaus „Zum Hirschen“ ihren Anfang nahm. Das Pfungstädter Bier war geboren. Doch im kommenden Jahr könnte die Geschichte zu Ende gehen. Denn die Brauerei, inzwischen an der Eberstädter Straße beheimatet, steht vor dem Aus.

Hintergrund: Eine Immobilienfirma will auf dem heutigen Brauereigelände Wohnungen bauen. Die ersten politischen Hürden wurden bereits genommen. Und allzu weit in der Ferne liegen die Pläne nicht: 2023 läuft der Pachtvertrag der Pfungstädter Traditionsbrauerei aus. Das Gelände selbst gehört bereits der Immobilienfirma Conceptaplan und dem Unternehmer Daniel Hopp, die besagte Wohnanlage errichten wollen. Was passiert dann also mit dem Pfungstädter Bier?

Pfungstädter Bier droht das aus: Kann BI die Brauerei retten?

Eine gemeinsame Nutzung des Areals - also Wohnen und Brauen - ist offenbar nicht möglich. Die nötigen Umbauarbeiten seien aufwendig, über Monate läge der Betrieb brach: „Dann müssten Gastronomie und Handel auf andere Marken ausweichen, da ist man als Brauerei tot“, erklärt Uwe Lauer als Geschäftsführer der Betreiberfirma Lauer GmbH gegenüber dem HR.

Muss Brauerei in Pfungstadt weichen? Bevölkerung kann einschreiten

Geht es nach der Bürgerinitiative „Brauen statt Bauen“ soll die Brauerei gerettet werden. Am Mittwoch (27. Juli) wurde die Gruppe gegründet. 300 Menschen seien zu der Veranstaltung gekommen, berichtet der HR, 250 davon hätten sich gleich in die Mitgliederliste eingetragen. Das Ziel: den Bau der Wohnungen und das damit verbundene Ende für die Bierbrauer verhindern. Der Weg: ein Bürgerbegehren, das zu einem Bürgerentscheid führen soll.

Leicht wird das jedoch nicht. Zunächst müssen in Pfungstadt innerhalb von acht Wochen 2000 Unterschriften von Wahlberechtigten gesammelt werden. Erst dann kann ein Bürgerentscheid überhaupt beantragt werden. Und damit wäre es noch nicht getan, denn hier müssten nun mindestens 30 Prozent der Wahlberechtigten teilnehmen, die Hälfte müsste für den Brauerei-Erhalt votieren. Erst dann wäre die Zukunft des Pfungstädter Biers zunächst gesichert. (fd)

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