24-Stunden-Lauf sportlich und finanziell überm Schnitt

1000-Runden-Mauer niedergerannt

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Gestern Mittag, 11.59 Uhr und ein paar Sekunden: Bis zum Schluss feuern sich die Läufer gegenseitig an oder schreien Teammitglieder auf die Zielgerade. Hauptsache, der Läufer mit dem Staffelstab passiert vor 12 Uhr nochmals die Messstelle, denn jede Runde konnte entscheidend sein.

Dudenhofen - Der 37. 24-Stunden-Lauf hat „Gemeinsam mit Behinderten“ schuldenfrei gemacht. Dank des tollen Spendenergebnisses von 115.978 Euro können die letzten Darlehen für das Wohnheim in Jügesheim getilgt werden. Von Michael Löw 

Jahrelang rannten die besten Teams des 24-Stunden-Laufs vergeblich gegen die 1000-Runden-Mauer an. Gestern um 11.20 Uhr fiel sie. Die Mannschaft mit der Nummer 16 – zu der hatten sich die Sieger des Vorjahres, OCR Frankfurt und Run for Fun, zusammengeschlossen – kam am Ende auf 1 026 Runden. Mit einem Hunderter pro Sportplatz-Umdrehung jenseits der 1000 trugen sie ihren Teil zum Spendenaufkommen von fast 116.000 Euro bei. Das Ergebnis kann sich noch steigern.

Startschütze Dr. Christoph Meier und Udo Schimmel, der Teamchef der Rotarier, nahmen Lucrezia Guerreiro (Italien) und Tom Ahern (Australien) vor der ersten Runde in die Mitte.

Schlag 12 Uhr am Samstag hatte Dr. Christoph Meier, der Vorstandsvorsitzende der Energieversorgung Offenbach 29 Mannschaften und zwölf Einzelläufer auf die Aschenbahn des Sportzentrums Dudenhofen geschickt. „Ein bisschen anstrengend, aber gut“, lächelte Lucrezia Guerreiro, Tom Ahern kommentierte kürzer: „Chillig!“ Die Italienerin und der Australier rannten als „Inbounds“ für das Dreamteam des Rotary Clubs. Und dessen Chef Udo Schimmel hatte gleich eine Idee für den 24-Stunden-Lauf 2019. Eine komplette Mannschaft mit zehn solcher Austauschschüler aus zehn Ländern wäre doch ein schönes Signal gegen die Engstirnigkeit dieser Welt. Das Dreamteam landete mit 734 Runden auf dem 14. Platz.

Drei Runden besser war die Mannschaft Running Hirsch. Die schwitzte 24 Stunden lang für den berühmten Kräuterschnaps mit dem Geweih auf der grünen Flasche und bot vorbeikommenden Läufern immer wieder mal einen Schluck an. Vielleicht wollte sie die Konkurrenz ja ausbremsen...

24-Stunden-Lauf in Rodgau: Bilder

Erfreulich aus lokaler Sicht: Die Plätze zwei bis fünf belegten Lokalmatadoren: „Die Allerscheenste“ vom TSV Dudenhofen (917 Runden), der frühere Kirchenchor Cäcilia Jügesheim (909), die evangelischen „Church Runners“ aus Dudenhofen (822) und die „GOS Busters“ der Stauffenberg-Schule (813). Bester Einzelläufer war Jörg Drechsler mit 367 Runden. Das entspricht ungefähr 146 Kilometern oder wie Läufer gerne rechnen: viereinhalb Marathons.

Übrigens: Lucrezia und Tom lächelten gestern nach der letzten Runde immer noch: „Heimweh ist schlimmer als Muskelkater!“

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