Sportler quälen sich zugunsten der Behindertenarbeit

24-Stunden-Lauf mit über drei Millionen Euro Spenden

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Strahlende Sieger: die „Run for Fun-Killer“ (vorne Mitte) vor „Obstacle Course Racing“ (hinten links) und den „Allerscheenste“ (rechts).

Rodgau - Die magische Grenze ist erreicht und übersprungen: Die Summe aller eingesammelten Spenden- und Sponsorengelder seit der Premiere des 24-Stunden-Laufs beträgt mehr als drei Millionen Euro. Als gestern um die Mittagszeit im Dudenhöfer Sportzentrum die Sieger der 36. Auflage jubelten, standen knapp 3,08 Millionen Euro unter dem Strich.

Allein 105.700 Euro für den Verein „Gemeinsam mit Behinderten“, seit der Premiere Veranstalter des ältesten und noch immer größten Sponsorenlaufs in Hessen, kamen nach Angaben des Vorstands am vergangenen Wochenende binnen 24 Stunden für die gute Sache zusammen. Damit lag das Ergebnis niedriger als im vergangenen Jahr (117.500 Euro). Erlaufen wurde das Geld in insgesamt 30.067 Runden, die annähernd 400 Sportler bewältigten. Mannschaften wie Zuschauer – mehrere hundert feuerten die Läufer allein beim Start am Samstagmittag an – waren aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet und darüber hinaus angereist. Den weitesten Weg (über 9300 Kilometer) hatte ein Läufer aus Kawasaki in Japan hinter sich, der im Team des Rotary Clubs startete.

Mit 39 Zehner-Teams war diesmal eine Gruppe mehr am Start als 2016. Außerdem gab es nach Angaben von Mitorganisator Lothar Mark noch nie so viele Einzelläufer: Acht Solo-Starter stellten sich dem Wettbewerb. Der beste unter ihnen, Jens Caspary, schaffte stolze 326 Runden. Solistin Ariane Grigoteit (89 Runden) hatte mit 25 Euro pro Runde den großzügigsten Einzelsponsor. Die Zahl der Spender und Sponsoren, die ihre Beiträge pro Runde für das auserwählte Team oder auch freihändig in den großen Topf einzahlten, war mit 530 etwas niedriger als 2016 (636).

Insgesamt 12.027 Kilometer brachten die Athleten diesmal hinter sich. Die meisten Runden gingen mit 971 auf das Konto des Sieger-Teams „Run for Fun-Killer“. Mit 955 Runden landeten die Vorjahressieger von Obstacle Course Racing aus Frankfurt auf Platz zwei, Platz drei ging an die „Allerscheenste“ vom TSV Dudenhofen mit 898 Runden. Die meisten Spenden erlief mit 23.080 Euro das „Dream Team“ des Rotary Clubs, gefolgt vom Team „Geht so“ des JSK Rodgau (3087 Euro) und den „Blue Runnings“ von Allianz Global Investors (1995 Euro). Mit allen Akteuren ließen sich die Sieger gestern Mittag bei der obligatorischen Ehrenrunde feiern.

24-Stunden-Lauf in Rodgau: Fotos

Begonnen hatte der 24-Stunden-Lauf am Samstag ohne Knalleffekt: Der fiel zur Gaudi des Publikums aus, weil die einzige Platzpatrone in der Trommel des Schreckschussrevolvers in der falschen Kammer steckte. Dennoch kamen die Starter gut ins Rennen. Vor ihnen hatten rund 150 Kinder aus Rodgauer Kitas ihren Spaß beim traditionellen Kindergarten-Lauf. Vorwiegend an die kleinen Besucher richtete sich auch das Unterhaltungsangebot am Nachmittag: Unter anderem war das Mitmachtheater Galli aus Frankfurt mit „Schneewittchen“ zu Gast.

Kein Knalleffekt, aber viel Spaß: Der Startschuss missglückte, insgesamt aber war der 24-Stunden-Lauf ein großer Erfolg.

Später gab es Livemusik mit der Rock-Band „No Name“ aus Neu-Isenburg. Zum Frühschoppen am Sonntag unterhielten eine Blasmusik-Formation und „Zwei so Typen“. Mit dem Besucher-Zuspruch an beiden Tagen, besonders am Samstagnachmittag und -abend, zeigten sich die Organisatoren hoch zufrieden. Für die Veranstalter bedeutet der Erfolg des 36. 24-Stunden-Laufs laut Mark einen großen Schritt vorwärts: Mit dem Ertrag, der wie immer für die Finanzierung der Behinderten-Wohnanlage an der Jügesheimer Vordergasse bestimmt ist, könnten die noch offenen Verbindlichkeiten für die drei Häusern mit 18 Bewohner größtenteils getilgt werden. Binnen längstens zwölf Monaten seien der Verein und die zugehörige Stiftung voraussichtlich schuldenfrei. (zrk)

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