Emotionen bei Zuschauern am Rand

Nach Baustopp: Abbruch ohne große Wolken

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Gesperrte Kreuzung und ein starker Wasserstrahl gegen den Staub: Abriss an der S-Kurve.

Jügesheim - Der Abriss der Häuser Ludwigstraße 1 und 3 ist gestern zu Ende gegangen. Die zentrale Kreuzung der Ortsdurchfahrt wurde nicht halb, sondern voll gesperrt. Ordnungspolizisten regelten den Verkehr. Auch Fußgänger mussten einen Umweg nehmen.

Eine gute Stunde vor dem geplanten Zeitpunkt war die Kreuzung wieder frei. Große Staubwolken wie beim Abrissbeginn vor drei Wochen gab es diesmal nicht. Die Vollsperrung erlaubte einen Anschluss an den Hydranten. So stand genug Wasser zur Verfügung, um den Staub niederzuschlagen. Einige Zuschauer verbinden persönliche Erinnerungen mit dem Altbau. „Das war mein Geburtshaus“, erzählt Irene Resch. Das Gebäude habe ihrem Urgroßvater gehört. Am Tag ihrer Geburt drehte sich vor dem Haus das Kerbkarussell, wie sie später erfuhr.

Im Erdgeschoss befand sich damals die Metzgerei Bischoff, im Obergeschoss ein Lokal. „Dort oben habe ich 1961 Hochzeit gefeiert, das war ein schöner Saal“, berichtet Horst Lobner. Rudi Bischoff erinnert sich an den Namen der Gaststätte: „Zum Forsthaus“. „Das sagt sicher vielen älteren Giesemern noch etwas“, meint er. Das Gebäude mit dem markanten Torbau diente im Lauf der Jahre vielen Zwecken. Zeitweise befand sich darin ein Tanzsaal. Auch Kunstradfahrer trainierten dort.

Abrissarbeiten am Strandbad Nieder-Roden: Bilder 

Bauherr Haci Yigit will nun Wohnhäuser bauen. Sie sollen etwas von der Straße zurückgesetzt sein, damit die Kreuzung besser einsehbar wird. Der Gehweg werde breiter als bisher. Die Aufräumarbeiten nach dem Abbruch dürften laut Haci Yigit noch rund zwei Wochen dauern, danach folge der Erdaushub: „Anfang, Mitte Oktober geht es mit den Bauarbeiten los.“ Während der Bauzeit von eineinhalb Jahren werde voraussichtlich keine weitere Straßensperrung notwendig sein, „vielleicht mal einen halben Tag für den Dachstuhl“.

Dass es vor drei Wochen bei den Abbrucharbeiten zu Ärger mit anschließendem Baustopp kam, war für den Bauherrn nach eigenen Worten überraschend: „Ich habe eine professionelle Abrissfirma beauftragt, die 25 Jahre Erfahrung hat.“ (eh)

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