Belohnung ausgesetzt

Angriff auf Honigbienen: 50.000 tote Tiere

Eine böse Überraschung: Ali Metin Takmaz hat durch einen Angriff mit Insektenspray fast 50 000 Bienen verloren.
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Eine böse Überraschung: Ali Metin Takmaz hat durch einen Angriff mit Insektenspray fast 50 000 Bienen verloren.

Schlimmer Anblick für einen Hobby-Imker aus Rodgau. Er muss den Verlust fast eines ganzen Volkes beklagen.

Rodgau – Für Ali Metin Takmaz war es ein herber Verlust. Eines seiner drei Bienenvölker wurde von Unbekannten mit einem Insektenvernichtungsmittel fast komplett ausgerottet. Fassungslos stand er vor Tausenden toter Tiere und setzt nun eine Belohnung für die Ergreifung des Täters oder der Täter aus.

Von den zwei Honigbienenvölkern, die er auf seinem Privatgelände in Nieder-Roden hält, existiert eines fast nicht mehr. „Als ich zur Kontrolle kam, entdeckte ich, dass ein Volk nicht mehr aktiv war“, beschrieb er die Situation auf seinem Grundstück. Der Eingang zum hölzernen Bienenkorb war mit toten Tieren übersät. Im Innern der gleiche fürchterliche Anblick. Die Kadaver klebten an den Wänden und an den Wabenzargen: „Das war kein schönes Bild.“

Was auf dem Grünland westlich der Rodgau-Ring-Straße passiert war, wurde ihm sofort klar: „Es roch nach Insektenspray“, blickte der Imker auf den Augenblick der schrecklichen Erkenntnis zurück. Viele Tiere steckten mit den Köpfen voran in den Waben. Ali Metin Takmaz wertete dies als letzten und verzweifelten Kampf gegen den Tod; sie versuchten, sich mit Honig zu stärken.

Rodgau: Nur ein kleiner Teil des Rodgauer Bienenvolks hat überlebt

Sofort begann der Bienenfreund mit den notwendigen Handgriffen, um zu retten, was noch zu retten war. Die Überlebenden setzte er an neue Zargen. Die toten Bienen begrub er, damit die Tiere seines zweiten Volkes nicht mit den Chemikalien in Kontakt kommen konnten.

Von geschätzten 50 000 Exemplaren haben nur etwa 1 000 die Tat überlebt. Auch die Königin ist tot, sodass zunächst wenig Hoffnung auf ein Weiterleben des Volkes bestand.

Für Ali Metin Takmaz ist es eine große Enttäuschung. Erst vergangenes Jahr begann er mit der Imkerei und kaufte drei Bienenvölker. Mit seinem neuen Hobby möchte er keinen Profit erzielen, sondern für frischen Honig aus eigener Herstellung auf seinem Frühstückstisch sorgen.

Hobby-Imker in Rodgau setzt 300 Euro Belohnung aus

Der Anschlag auf die Bienen ist nicht die erste Schandtat auf dem Gelände des Urberachers. Schon vergangenes Jahr wurden einiger seiner neu gepflanzten Bäume herausgerissen oder umgeknickt. „Ich weiß nicht, wer diese Randale macht, es ist kein schönes Bild, wenn man sich Mühe gegeben hat“, zeigte er sich sehr enttäuscht.

Nun liegen seine Hoffnungen darauf, dass sich eine neue Bienengeneration bildet. Ein kleiner Lichtblick besteht, denn der Imker fand Zellen, aus denen eine neue Königin schlüpfen könnte. So ist immerhin die Möglichkeit gegeben, dass ein neues Volk aufgebaut werden kann. Damit der Vandalismus der Vergangenheit angehört, setzte er eine Belohnung von 300 Euro zur Aufklärung der Tat aus. (Von Andreas Pulwey)

In Rodgau haben vor einigen Jahren Unbekannte Bienen gestohlen.

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