Abflug ins kühle Nass

Neue Kioskpächter wollen Wasser-Spaß-Gerät am Badesee etablieren

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So spektakulär könnte es nächste Saison auch am Badesee Nieder-Roden beim Blobbing zugehen. Philipp und Jürgen Klein haben solche Spaß-Katapulte schon in mehreren Städten Deutschlands stehen – etwa im Seebad Friedrichshagen (Berlin).

Nieder-Roden - Mit Jürgen und Philipp Klein aus Obertshausen haben zwei Veranstaltungsprofis den Kioskbetrieb am Badesee übernommen. Das Vater-Sohn-Gespann organisiert mit seiner City Promotion GmbH seit 2006 erfolgreich große Veranstaltungen. Von Bernhard Pelka

Nach dem überraschenden Tod des früheren Kioskbetreibers am Strandbad hat dort ein Neuanfang begonnen. Mit Jürgen und Philipp Klein aus Obertshausen gehen zwei erfahrene Veranstaltungsprofis an den Start. Pro Jahr organisieren sie mit ihrer Werbe- und Veranstaltungsagentur etwa 150 Termine. Ein breites Netz befreundeter Unternehmen und Kooperationspartner ermöglicht ihnen große Flexibilität beim Personaleinsatz. So viel Umtriebigkeit ist für den bescheidenen Kiosk am Badesee zwar nicht nötig. Das ganz große Rad müssen die beiden dort nicht drehen. Aber auch der kleine Betrieb will gemeistert sein. Immerhin kommen zu Spitzenzeiten zigtausend Badegäste.

„Von uns können sie alles haben“, beschreibt Jürgen Klein stolz das breite Angebot der City Promotion GmbH. „Wir bieten für alle Anlässe entweder nur Bausteine oder das Komplettprogramm an: von der Musik, über das Essen, die Bewirtung bis hin zum Zeltverleih und den Künstlern, die auftreten sollen.“

Alles zum Badesee in Nieder-Roden

Hochzeiten, Messen wie die Automechanika und mehr gehören zu den Geschäftsfeldern. Jetzt beackert das Vater-Sohn-Gespann ein neues Feld: den Kiosk am Badesee. Dafür wurde kräftig investiert. Das soll den Warenausstoß deutlich steigern, damit die Warteschlangen ein Ende haben. Auch haben die Geschäftsleute das Speisenangebot erweitert.

Die Küchenausstattung bestand bisher eher aus Haushaltsgeräten. Jetzt bedienen Mitarbeiter wie Cecilia Akman („Sissi“, rundes Foto) Profimaschinen, die in der modernen Gastronomie unverzichtbar sind. Ein stattlicher fünfstelliger Betrag floss in zwei neue Elektrogrills, einen Kombidämpfer unter anderem zum Backen frischer Brötchen und Brezeln, zwei Doppelfritteusen, einen imposanten Gastrokühlschrank, vier Kühltruhen, einen Pommeswärmer, eine Saladette mit gekühlten Fächern für Brötchenzutaten und in einen Thermo-Warmhaltewagen.

Mobile Kühltruhe mit Eis

Neu ist auch eine mobile Kühltruhe. Damit werden Kleins Mitarbeiter durch die Reihen der Badegäste auf der Liegewiese gehen und frisches Langnese-Eis für zwischendurch anbieten.

Ursprünglich hatte das Unternehmergespann gar nicht vor, den Kiosk und dessen Verkaufsstelle am FKK-Strand zu übernehmen. „Wir kamen zur Stadt aus einem anderen Grund“, erzählt Diplombetriebswirt Philipp Klein. Sein Vater und er sind Lizenznehmer für ein Wasser-Spaß-Gerät, das in den USA hohe Wellen schlägt. Dieses Spaß-Gerät wollten sie auch am Strandbad aufstellen. Und darüber kam man dann wegen des Kiosks ins Gespräch.

Abrissarbeiten am Strandbad Nieder-Roden: Bilder 

Um was geht es dabei? Blobbing bedeutet so viel wie Platschen. Dabei lässt sich das meist jugendliche Publikum von einem langen Schlauch, der im See schwimmt, im hohen Bogen ins Wasser katapultieren. Der Effekt ist vergleichbar mit dem auf einer Hüpfburg. An einem Ende des Schlauchs steht ein Sprungturm, am anderen Ende sitzt der Blobber, der sich in die Luft schießen lassen möchte.

Diplombetriebswirt Philipp Klein ist der neue Kiosk-Chef. Mit seinem Vater Jürgen betreibt er bundesweit eine Werbe- und Veranstaltungsagentur.

Ein Jumper springt vom Turm auf den Schlauch und katapultiert bei der Landung mit seinem Gewicht den Blobber ins Wasser. Das Ganze ist nicht nur ein großer Spaß, sondern wird auch als Wettkampf betrieben. Ziel ist es, so hoch wie möglich zu fliegen und dabei waghalsige Sprungfiguren zu zeigen. Eine Jury bewertet die Schau.
So etwas können sich Jürgen und Philipp Klein auch für den Badesee vorstellen. Frühestens aber in der nächsten Saison. Vorerst einmal machen sie während der WM Public Viewing, übernehmen mittwochs die städtische Veranstaltungsreihe „After-Work-Music“, planen Themen-Wochenenden mit kulinarischen Schwerpunkten und andere Veranstaltungen.

Fotos zum Rodgauer Strandbadfestival 2017

Was Philipp und Jürgen Klein an der neuen Aufgabe reizt? „Mal nicht dauernd an einem anderen Ort arbeiten zu müssen, nicht in wechselnden Messehallen in vielen Städten, sondern an einem festen Platz. Und – ganz ehrlich: Das Strandbad ist einfach ein herrlicher Arbeitsplatz.“

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