Schnelle Lösung scheitert an Vorschriften

Bus zum Badesee bleibt auf der Wunschliste

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Die Haltestelle „Badesee“ wird nur im Schülerverkehr angedient: Die Buslinie OF-40 hält dort an Schultagen um 7.06 und um 7.54 Uhr auf der Fahrt nach Jügesheim und Hainhausen.

Nieder-Roden - Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Badesee fahren will, kommt um einen kleinen Fußmarsch nicht herum. Es gibt zwar eine Bushaltestelle „Badesee“, aber die ist weit vom Eingang entfernt und wird in den Schulferien nicht bedient. Von Ekkehard Wolf 

Mit Bus und Bahn gibt es zwei Möglichkeiten, einigermaßen nah ans Strandbad zu kommen:

  • S-Bahn nach Nieder-Roden und dann mit der Buslinie OF-41 zur Chemnitzer Straße: 700 Meter Fußweg.
  • S-Bahn nach Dudenhofen: 1400 Meter Fußweg.

Ingrid Lieber (Jügesheim) hat unserer Zeitung dazu einen gereimten Leserbrief geschickt: „Armes Rodgau, denn o je, es fährt kein Bus zum Badesee. Als Sehbehindert’ ist man arm dran, wenn man nicht mehr Auto fahr’n kann. Nach 40 Jahren Besuch am See tut das ganz schön weh. Nachbarn sind auch nicht immer da – bleibt man daheim, ist doch klar! Ein kleiner Zubringer wäre angebracht – und alles lacht.“

Im Westkreis gibt es eine spezielle Buslinie zum Langener Waldsee. Sie pendelt im Halbstundentakt zwischen der S-Bahn in Buchschlag und dem See, allerdings nur bei Badewetter. Bei mindestens 24 Grad fährt der Waldseebus in den Ferien täglich, sonst nur am Wochenende. Die Kreisverkehrsgesellschaft bewirbt die Fahrt als „Spritztour zum Planschen“. Bei durchschnittlich 40 Betriebstagen liegen die jährlichen Kosten bei 28.000 Euro, wie das Verkehrsplanungsbüro IGDB (Dreieich) weiß.

Ein Bus zum Badesee ist auch in Rodgau keine neue Idee. Bürgermeister Jürgen Hoffmann, seit 2010 im Amt, hatte schon in seinem ersten Wahlkampf davon gesprochen. Im Jahr 2014 wurde geprüft, die Buslinie OF-41 aus Nieder-Roden im Sommer bis zum Strandbad fahren zu lassen. Das Ergebnis: Eine Verlängerung der Fahrstrecke gefährde den Anschluss an den S-Bahn-Taktverkehr.

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Die baulichen Bedingungen sind schlecht. Es gibt weder eine befestigte Zufahrt zum Strandbad noch den Platz für eine Haltestelle am Eingang. Das könnte sich bald ändern. Eine Erweiterung des Strandbads steht zur Diskussion, weil das Kieswerk ein paar hundert Meter Strand an die Stadt zurückgeben will. Gleichzeitig lässt die Stadt ein neues Stadtbuskonzept erarbeiten, das im Dezember 2019 in Kraft treten soll. Dabei wird auch die Option einer Sommerhaltestelle am Badesee untersucht.

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Kann die Stadt nicht einfach einen Kleinbus als Zubringer („Shuttle“) einsetzen? „Ein Busverkehr direkt zum Strandbad kann nicht kurzfristig organisiert werden“, teilt Marina Macharski vom Verkehrsbetrieb der Stadtwerke mit. Jede „genehmigungspflichtige Personenbeförderung“ müsse vom Regierungspräsidium genehmigt werden. Zuvor müssten die städtischen Gremien über Linienführung, Fahrplan und Finanzierung beschließen. Nach der Genehmigung sei eine Ausschreibung notwendig. Macharski: „Die ganze Prozedur dauert eineinhalb bis zwei Jahre.“

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