Ende des Betreuungsplatz-Mangels

Baubeginn für Rodgaus größte Kita steht bevor – mit innovativem Klima-Konzept

Kurz vor dem Baubeginn auf dem ehemaligen Kunstrasenplatz: Erster Stadtrat Michael Schüßler, Bürgermeister Jürgen Hoffmann und Stadtrat Winno Sahm mit dem Grundriss der Kindertagesstätte.
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Kurz vor dem Baubeginn auf dem ehemaligen Kunstrasenplatz: Rodgaus Erster Stadtrat Michael Schüßler, Bürgermeister Jürgen Hoffmann und Stadtrat Winno Sahm mit dem Grundriss der Kindertagesstätte.

In Rodgau soll es bald für jedes angemeldete Kind einen Betreuungsplatz geben. Gleich vier Kitas sollen in diesem Jahr öffnen. Der Bau der größten Kita der Stadt steht bevor.

  • Mehr Betreuungsplätze für Familien in Rodgau: Vier Kitas sollen in diesem Jahr ihren Betrieb aufnehmen.
  • Der Bau der größten Kita in Rodgau soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein.
  • Der Kreis Offenbach entscheidet sich gegen eine Ersatzfläche für Schulsport in Rodgau.

Rodgau – Der Baubeginn für die größte Kindertagesstätte der Stadt Rodgau steht bevor. Bis zu 148 Kinder sollen auf 2200 Quadratmetern spielen und wachsen können. Sozialdezernent Michael Schüßler hofft, dass es bis zum Jahresende für jedes angemeldete Kind einen Betreuungsplatz gibt.

Am Mittwoch (10.03.2021) wird das Baufeld neben der Sporthalle Lange Straße abgesteckt und in Kürze soll die Bodenplatte betoniert werden. Dann rollen die Laster aus dem Allgäu an, die die vorgefertigten Wandteile liefern. Wann genau das sein wird, kann der Magistrat noch nicht sagen. Die Fertigbauweise aus Holz verspricht eine kurze Bauzeit.

Rodgau will in diesem Jahr vier Kitas eröffnen

Noch in diesem Jahr soll das Haus in Betrieb gehen. Dann, so hofft Sozialdezernent Michael Schüßler, kann die Stadt Rodgau den Rechtsanspruch auf Kita-Plätze erfüllen. Bis dahin sollen auch drei weitere Kindertagesstätten fertig sein: am Luise-Hensel-Weg, an der Hauptstraße und in der alten Schule Jügesheim.

Der Flachbau neben der Jügesheimer Sporthalle bietet Platz für acht Gruppen – jeweils vier Gruppen für Kleinkinder (unter drei Jahren) und für Kinder im Kindergartenalter (ab drei Jahren).

Größte Kita Rodgaus wird in Modulbauweise gebaut

Der Magistrat hatte das Bauvorhaben im Dezember 2018 angemeldet, überraschend kurz vor Abschluss der Haushaltsberatungen. Damals äußerte Schüßler die Hoffnung, die Kita in Modulbauweise schnell errichten zu können. Heute ist er um eine Erfahrung reicher: „Unter drei Jahren ist es schlicht und einfach nicht möglich.“

Die Pläne aus dem Büro „sdks Architekten“ (Darmstadt) sehen getrennte Trakte für die unterschiedlichen Altersgruppen vor. Dazwischen liegt ein dritter Gebäudeteil mit Foyer, Mehrzweckraum und Kinderbistro. Die Planung enthält unter anderem geräumige Spielflure, wie sie für die städtischen Kitas typisch sind. Michael Schüßler: „Da können die Kinder ausgiebig mit den Bobby-Cars im Kreis fahren.“

Kita-Neubau bekommt große Fenster und ausgefeiltes Klima-System

Viel Gehirnschmalz haben die Planer an den Schutz vor Sommerhitze verwendet. Das ist in vielen Kindergärten ein Problem. Das Zusammenspiel der Bauvorschriften (einerseits große Fenster nach Süden, andererseits Wärmedämmung) erzeugt mancherorts tropische Temperaturen. Im Neubau an der Langen Straße soll das nicht der Fall sein.

Ein Vordach sowie Sonnenschutzglas und Außenjalousien sollen die Aufheizung bremsen. Ein System aus Lüftungsklappen und Dachventilatoren lässt nachts kühlere Luft durch die Räume strömen. Im Bistro, im Mehrzweckraum und in den Schlafräumen für die Kleinsten gibt es zusätzlich Klimageräte, die mit einer Wärmepumpe betrieben werden.

Rodgau: Schulträger entscheidet sich gegen Ersatzfläche für den Schulsport

Die Acht-Gruppen-Kita ergänze den „Bildungscampus“ in Jügesheim, sagt Erster Stadtrat Michael Schüßler. Ein Baugrundstück dieser Größe an dieser Stelle sei „wie ein Geschenk“. Bürgermeister Jürgen Hoffmann betont, die Stadt habe dem Kreis Offenbach eine Ersatzfläche für den Schulsport angeboten. Es sei die Entscheidung des Kreisausschusses gewesen, darauf zu verzichten. Hoffmann: „Das hat uns enttäuscht. Die Schule braucht den Platz.“

Die Säbu Holzbau GmbH aus Biessenhofen (Allgäu) baut die Kindertagesstätte als Generalunternehmer. Das Gebäude wird in Holztafelbauweise errichtet und kostet rund sechs Millionen Euro. Bei den ersten Überlegungen Ende 2018 war die Stadt noch von 4,8 Millionen Euro ausgegangen. (Ekkehard Wolf)

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