„Drachen-Horst“ in Hainhausen nimmt im Januar die ersten Kinder auf

Rodgau setzt auf freien Kita-Träger

Freuen sich auf den Arbeitsbeginn der neuen Kitas (im Hintergrund der Neubau in Hainhausen): Erster Stadtrat Michael Schüßler, Diplomkauffrau Nina Dörner von Terminal for Kids, ihre Kollegin Sarah Singer und Bürgermeister Jürgen Hoffmann (von links).
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Freuen sich auf den Arbeitsbeginn der neuen Kitas (im Hintergrund der Neubau in Hainhausen): Erster Stadtrat Michael Schüßler, Diplomkauffrau Nina Dörner von Terminal for Kids, ihre Kollegin Sarah Singer und Bürgermeister Jürgen Hoffmann (von links).

Ein Unternehmen, das zu 50 Prozent der Fraport AG gehört, wird Träger der zwei Kita-Neubauten in Hainhausen-West und in Weiskirchen. Die Stadt Rodgau hat der Terminal for Kids gGmbH für zunächst fünf Jahre den Zuschlag erteilt.

Rodgau – Die Stadt hat die Trägerschaft für ihre derzeit im Bau befindlichen Kitas in Hainhausen am Luise-Hensel-Weg und in Weiskirchen an die Terminal for Kids gGmbH (Mörfelden-Walldorf) vergeben. Diese Entscheidung ist das Ergebnis eines europaweiten Ausschreibungsverfahrens, für das die Stadt ein konkretes Anforderungsprofil ausgearbeitet hatte. „Wir haben die Spielregeln gemacht und unsere Standards vorgegeben“, erläuterte Fachdienstleiter Stefan Jaud bei einem Baustellentermin mit Vertretern des neuen Kita-Trägers, Bürgermeister Jürgen Hoffmann, Sozialdezernent Michael Schüßler und weiteren Beteiligten. Die Vergabe ist zunächst auf fünf Jahre befristet – mit der Option auf Verlängerung.

Terminal for Kids (TfK) möchte in Hainhausen am 1. Januar 2022 mit vorerst zwei Gruppen an den Start gehen. Der Vollbetrieb mit dann 74 Kindern in vier Gruppen wird ab dem 1. Juni erwartet. Nach Informationen von Seniorberaterin Sarah Singer hat die gemeinnützige GmbH auf dem chronisch unterbesetzten Beschäftigungsmarkt für Erzieherinnen und Erzieher bisher vier Mitarbeiter für sich gewinnen können, darunter die Leitung für Hainhausen und eine ehemalige Mitarbeiterin einer anderen städtischen Kita.

Erster Stadtrat Michael Schüßler erläuterte, weshalb die Stadt die neuen Kitas nicht selbst betreiben möchte. Zum Einen sehe das Kinder- und Jugendhilferecht vor, dass private Träger einen Vorrang haben sollen vor staatlichen. Zum Anderen habe die Stadt diesmal „das Risiko der Personalakquise teilen wollen“. Im Übrigen sei man bei der Frage der Trägersuche „schon immer für ein pluralistisches System eingetreten“. Deshalb gebe es ja – neben den städtischen Kitas – auch kirchlich geführte. Wer sich im bisherigen Angebot nicht wiederfinde, dem würden nun auch quasi privatwirtschaftlich geführte Einrichtungen bereitgestellt.

Die Trägervergabe an TfK wurde auf Grundlage unterschiedlicher Kriterien getroffen. Hierbei standen unter anderem das Konzept der Pädagogik, Personal und auch der Verpflegung im Fokus. TfK-Mitarbeiterin Nina Dörner erwähnte, dass ihr Arbeitgeber zum Beispiel Biovollwertkost anbiete.

TfK unterhält derzeit 20 Kindertageseinrichtungen in und außerhalb des Rhein-Main-Gebiets. Konzeptionell unterschieden sich die Kitas von TfK nicht wesentlich von den städtischen Kitas. „Typische Themen wie Bilingualität, Gesundheit, Kunst und Integration werden gleichermaßen gefördert und gelebt“, heißt es in einer städtischen Pressemeldung. Es sei aber auch Naturpädagogik im Konzept zu finden.

Aktuell baut die Stadt nicht nur diese beiden Kitas, sondern eine weitere an der Lange Straße in Jügesheim. Insgesamt müssen 80 Fachkräfte gefunden werden. Die Kitas in Haihausen und Weiskirchen haben Platz für jeweils mit zwei Ü3- mit je 25 Kindern und zwei U3- Gruppen mit je zwölf Kleinen. Macht 74 Kinder pro Kita. Die Kleinen sind zwar noch nicht eingezogen, dafür tragen beide Tageseinrichtungen schon ihren Namen: Drachen-Horst in Hainhausen und Rodau-Störche in Weiskirchen. Die Platzvergabe für die neuen Kitas hat über das städtische Portal www.ekita.de/rodgau begonnen. Auch bei einem Einrichtungswechsel können auf dem Portal Wünsche geäußert werden. Überdies ist es nun für alle Eltern möglich, eine Priorisierung der vorgemerkten Kitas vorzunehmen.  (bp)

Noch hängen in der neuen Kita viele Kabel von der Decke.

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