Zweite Bürgerinformation: Noch ist nichts entschieden

Baugebiet Rodgau-West: Viele Fragen an die Planer

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Zwei Stunden lang informierten sich rund 100 Bürger über die Ergebnisse des städtebaulichen Wettbewerbs für Rodgau-West.

Rodgau - Fürs geplante Baugebiet Rodgau-West gibt es viele Ideen, aber noch keine Beschlüsse. Das erfuhren die Besucher eines Bürgerinformationsabends am Dienstag im Bürgerhaus Dudenhofen.

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Die Sieger des städtebaulichen Wettbewerbs stellten ihren Entwurf vor und erläuterten die Gedanken, die dahinter stehen. „Wir haben diesen Vortrag auch zum ersten Mal gehört“, sagte Bürgermeister Jürgen Hoffmann. Die Stadt wolle die Bürger früh und umfassend informieren. Niemand stehe unter Zeitdruck. Qualität sei wichtiger als eine schnelle Entscheidung.
Noch gibt es keine genauen Vorstellungen, wie Rodgau-West in Zukunft aussehen wird. Gestern befasste sich der städtische Planungsausschuss mit dem Ergebnis des Wettbewerbs. Die Stadtverordneten müssen entscheiden, welcher der vier Preisträger einen städtebaulichen Rahmenplan erarbeiten soll.

Stadtplanerin Katharina Rauh vom Büro „Prosa Architekten Gero Quasten“ (Darmstadt) erläutert Besuchern Details ihres Entwurfs.

Erst in einem weiteren Schritt werde der Bebauungsplan aufgestellt, sagte Fachdienstleiter Peter Kämmerling, der im Rathaus für Stadtplanung zuständig ist: „Bis das erste Haus gebaut wird, vergehen sicher noch drei bis fünf Jahre.“ Mit einem bunten Strauß an Fragen löcherten Bürger die Architekten sowie Vertreter der Stadt und der Hessischen Landgesellschaft (HLG). Dabei ging es etwa um den Straßenverkehr, die Höhe der Zäune und die Kriterien zur Vergabe von Bauplätzen.
Auch die Dichte der Bebauung war ein Thema. In S-Bahn-Nähe schreibe die Regionalplanung 45 bis 60 Wohnungen pro Hektar (WE/ha) vor, sagte Peter Kämmerling. Für Rodgau-West rechne die Stadt mit einem Mittelwert von 50 Wohnungen. Zum Vergleich: Das jüngste Jügesheimer Wohngebiet J 41 an der verlängerten Marburger Straße und Allensteiner Straße sei mit 35 WE/ha bebaut.

In der Fragerunde wurden unterschiedliche Interessen deutlich. Wer ein Grundstück in Rodgau-West besitzt, hat andere Preisvorstellungen als jemand, der einen Bauplatz sucht. Mieter suchen bezahlbare, aber gute Wohnungen. Andere Bürger wollen, dass nicht zu viele Auswärtige nach Rodgau ziehen.

Bürgermeister Hoffmann würdigte die „Vielfalt der Positionen, Sichtweisen und Meinungen“,. Es werde unmöglich sein, allen gleichermaßen gerecht zu werden. Kommunalpolitik müsse die Entwicklung der ganzen Stadt im Auge behalten. Es gelte Entscheidungen zu treffen, in denen sich möglichst viele Bürger wiederfänden.

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Mit 46 Hektar wird Rodgau-West das größte Baugebiet in der Rhein-Main-Region. Dennoch kann die Stadt nur einen bescheidenen Beitrag zur Linderung des Siedlungsdrucks leisten, wie Peter Kämmerling vorrechnete. Mit allen Baulandreserven in Rodgau komme man bestenfalls auf rund 4000 neue Wohnungen. Im Rhein-Main-Gebiet fehlten aber 135.000.

Im Internet informieren Stadt und HLG über die Entwicklung von Rodgau-West. Im letzten Jahr gab es dort auch die Möglichkeit, Anregungen zu äußern. Ein Bürger regte am Dienstag an, diese Form der Bürgerbeteiligung weiterzuführen. Bürgermeister Hoffmann versprach, künftige Veranstaltungen auch auf der Internetplattform anzukündigen. Diesmal habe man das versäumt. (eh)Infos auch unter www.rodgau-west.de

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