Wer bekommt das Mikro jetzt?

Beim Krippenspiel in Jügesheim muss nicht nur der Text sitzen

Singen, Schauspielern und den Text nicht vergessen: Den jungen Akteuren wird beim Krippenspiel in St. Nikolaus einiges abverlangt.
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Singen, Schauspielern und den Text nicht vergessen: Den jungen Akteuren wird beim Krippenspiel in St. Nikolaus einiges abverlangt.

Achtsam sein bei jedem Schritt, im rechten Moment das Passende sagen und dabei immer im Blick haben, was die anderen gerade tun – sobald an Heiligabend der Altarraum in St. Nikolaus zur Bühne wird, haben 15 junge Jügesheimer schon viel geschafft.

Jügesheim - Das Publikum darf zuversichtlich sein: Bei der Generalprobe für das Krippenspiel am Samstag lief das Meiste rund. Das ist nicht selbstverständlich, wenn die Akteure zwischen drei und neun Jahre alt, seit dem ersten Advent nur drei Proben gelaufen und die technischen Hilfsmittel knapp bemessen sind. Andrea Köneke kann damit umgehen und bringt die nötige Gelassenheit mit. Seit Jahren führt die Pastoralreferentin beim Weihnachtsspiel Regie. Sie weiß nur zu gut, dass neben den kleinen Schauspielern auch das Team im Hintergrund auf Zack sein muss.

So braucht es unter anderem jemanden, der das Jesuskind wickelt. Den Job erledigt Isabella Kohoutek und vertraut die Puppe später Leah an, die diesmal die Maria gibt. Bevor sie mit Oliver, dem Josef, die Szene betritt und vom kaiserlichen Boten Felix den Aufruf zur Volkszählung im Heiligen Land hören kann, sind erst einmal die Hirten gefragt. Jakob, Sophie, Max und Leon wundern sich über den jungen Kollegen Simon, der eigentlich Justus heißt und in Schwierigkeiten steckt. Ein Lamm ist weg und muss in dunkler Nacht gefunden werden. Simon schafft das auch, obwohl er seine einzigen Lichter, die er hat, an andere verschenkt – an ein Kind, einen Bettler und einen Dieb, sodass bei seiner Ankunft im Stall von Bethlehem nur noch eine Kerze in der Laterne flackert.

Das ist im Groben die Geschichte, die Besucher des Familiengottesdienstes Heiligabend zu sehen bekommen werden. „Wir spielen nicht das Evangelium, sondern die Auslegung“, erläutert Andrea Köneke – was Weihnachten für die Menschen sein kann und was an diesem Tag passieren sollte. Damit die Botschaft richtig rüber kommt, muss möglichst alles passen – vor allem die Abstimmung mit den beiden Erzählern, die zum Schauspiel den Text vortragen, und den Musikern, die mit Flöte und Gitarre die Lieder begleiten.

Um Erinnerungen aufzufrischen, geht das Trio Andrea Köneke, Isabella Kohoutek und Michäa Gossmann-Börres mit den Kindern den Ablauf noch einmal durch. Als es ernst wird, konzentriert sich das Geschehen oben am Altar. Jetzt kommt es darauf an, wer wie viele Schritte macht, wer wo genau steht und vor allem, an wen er oder sie nach dem eigenen Sprüchlein das einzige vorhandene Mikrofon weiter zu geben hat.

Klingt anspruchsvoll und kompliziert für ein so junges Ensemble. Aber keine Sorge: Wie schon geschrieben: Am Samstag lief das Meiste rund.

zrk

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