Erster Schritt zur Neugestaltung soll 1,2 Millionen Euro kosten

Bessere Straße am Rodgauer Wasserturm

Matsch und Pfützen auf dem Weg zum Hospiz und zum Waldfriedhof.
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Matsch und Pfützen erwarten Fußgänger auf dem Weg zum Hospiz und zum Waldfriedhof. Ein durchgehender Gehweg fehlt. Die Stadt will die Straße „Am Wasserturm“ zur verkehrsberuhigten Zone umbauen und damit aufwerten.

Die Straße „Am Wasserturm“ soll zur verkehrsberuhigten Zone umgebaut werden. Das Stadtparlament hat dafür 1,2 Millionen Euro im Haushaltsplan bereitgestellt. Zusätzlich sind im nächsten Jahr 157 000 Euro für Parkplätze vorgesehen.

Jügesheim – Die Umgestaltung wird kleiner und preiswerter, als noch im August zu erwarten war. Damals hatte der Magistrat dem Bauausschuss den Vorentwurf eines Gestaltungsplans vorgestellt, der eine parkähnliche Anlage und ein Parkdeck mit zwei Ebenen vorsah. Kosten: 6,25 Millionen Euro. Bürgermeister Jürgen Hoffmann kündigte an, spätestens zur Dezembersitzung des Stadtparlaments einen überarbeiteten Plan vorzulegen. Darauf warten die Stadtverordneten immer noch. Stattdessen meldete der Magistrat 1,2 Millionen Euro zum Haushalt 2021 an.

Die Umsetzung von der Idee in politisches Handeln sei „etwas holprig“ gelaufen, räumt Erster Stadtrat Michael Schüßler ein. Er erinnert daran, dass der Vorentwurf vom Sommer aus einer Bürgerbeteiligung entstanden war. Im Charrette-Verfahren (2018) hatten interessierte Bürger ihre Wünsche und Ideen für das Gebiet am Wasserturm geäußert. „Bei solchen Verfahren kommen eher Maximal- als Minimal-Ergebnisse heraus“, weiß Schüßler aus Erfahrung. Es sei Aufgabe der Kommunalpolitik, daraus eine Lösung zu entwickeln, die dem Gemeinwohl entspricht.

„Die Stadt hat mitnichten geplant, dort sechs Millionen Euro auszugeben“, betont der Erste Stadtrat gegenüber unserer Zeitung. Der Magistrat habe im August nur über das Ergebnis des Charrette-Verfahrens berichtet – wohl wissend, dass die politische Willensbildung noch nicht begonnen hatte.

Dass rund um den Wasserturm etwas getan werden muss, steht für den Magistrat außer Zweifel. Waldfriedhof, Hospiz und Wasserturm seien „Orte, die durchaus das Potenzial des Aufenthalts, des Verweilens haben“, so Michael Schüßler. Besonders würdigt er das Hospiz: Es sei „ein Meisterstück der Bürgergesellschaft“ und einzigartig im Kreis Offenbach.

Mit dem verkehrsberuhigten Ausbau der Straße „Am Wasserturm“ sei die weitere Entwicklung nicht gestorben, betont Schüßler. Wie es dort in Zukunft weitergehe, werde politisch zu diskutieren und zu entscheiden sein.

Auch im Stadtparlament war die Umgestaltung des Areals zuletzt Thema. Die CDU wollte mit einem Änderungsantrag bewirken, dass sämtliche Gelder im Haushalt für das Projekt gesperrt werden. Fraktionsmitglied Heiko Lautenschläger kritisierte die Vorstellungen und vor allem die möglichen Kosten von fast sechs Millionen Euro als „weit überzogen“. Die Union wolle mit ihrem Antrag die Kontrolle und Mitsprache über alle weiteren Schritte sichern. Martina Sertic argumentierte für die FDP, trotz aller Bedenken müsse das Gebiet dort „jetzt massiv aufgewertet werden, um die Aufenthaltsqualität zu steigern“. Die Rathausmehrheit aus SPD, Grünen, FDP und Rodgauer Liste lehnte den CDU-Antrag ab.  (eh/bp)

Befestigte Parkplätze werden voraussichtlich im nächsten Jahr auf dem ehemaligen Gärtnereigelände neben dem Waldfriedhof angelegt.

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