Freie Wähler Rodgau üben Kritik an einer gemeinsam beschlossenen Regelung

Bis zu 3300 Wahlplakate in Rodgau erlaubt

Wahlplakate an der Dudenhöfer Straße in Jügesheim.
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Zu viel des Guten? Wahlplakate an der Dudenhöfer Straße in Jügesheim.

Mit vielen bunten Plakaten werben Parteien und Wählervereine um Stimmen bei der Kommunalwahl. In Rodgau sind 150 Plakate für jede Liste erlaubt, die bei einer der drei Wahlen am 14. März antritt. Insgesamt können das bis zu 3.300 Plakate sein. Die Freien Wähler Rodgau finden: Das ist zu viel. Dabei haben sie selbst eifrig plakatiert.

Rodgau - „Jede Stadt kann selbst festlegen, wie viele Plakate das Stadtbild für den begrenzten Zeitraum verträgt“, sagt die städtische Pressesprecherin Sabine Hooke. Die aktuellen Regeln seien im Mai 2018 in einer Besprechung mit den Rathaus-Fraktionen vereinbart worden.

Bei überregionalen Wahlen sind nur 100 Plakate je Partei erlaubt. Warum sind es bei der Kommunalwahl 150? Die erhöhte Zahl lässt sich damit erklären, dass die Kommunalwahl auch Elemente einer Persönlichkeitswahl aufweist. 225 Personen kandidieren allein in Rodgau für die 45 Sitze der Stadtverordnetenversammlung. Viele dieser Gesichter finden sich auf den Wahlplakaten.

Freie Wähler Rodgau befürchten eine Reizüberflutung

Die Freien Wähler Rodgau (FWR) kritisieren in einer Pressemitteilung die umfangreiche Plakatierung in der heißen Phase des Wahlkampfs. „Die Vielzahl der Plakate erzeugt eine ausgeprägte Reizüberflutung“, schreibt FWR-Spitzenkandidat Karl-Heinz Dauth. Der Wählerverein wolle sich davon nicht ausnehmen: „Auch wir werben für unsere Politik.“

Der Verein stellt sich die Frage, ob diese Flut an Plakaten noch sinnvoll sei. Wahlplakate bestünden heutzutage überwiegend aus Kunststoffplatten, einem Erdölprodukt, das nach der Wahl entsorgt werden müsse.

Dass es auch anders geht, zeigt ein Blick nach Langen und Egelsbach. Beide stellen Plakatwände zur Verfügung, auf denen Parteien und Wählervereine feste Plätze belegen können. Nach Angaben der FWR wird das ungezügelte Plakatieren auf diese Weise seit 1981 vermieden. In Langen gebe es solche Plakatwände an zwölf Standorten, in Egelsbach an sieben. Der Demokratie tue das keinen Abbruch: Die Wahlbeteiligung sei dort ebenso hoch wie anderswo.

Die Freien Wähler Rodgau sind der Ansicht, dass sich alle politischen Kräfte in Rodgau gemeinsam dazu entscheiden sollten, für künftige Wahlen dem Beispiel aus dem Westkreis zu folgen: „Dies wäre ein großer Erfolg nicht nur für den Umwelt- und den Ressourcenschutz, sondern auch für die Glaubwürdigkeit der Wahlaussagen zum Thema Umwelt.“

Von Ekkehard Wolf

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