In Rodgau blüht tausendfach die Vorfreude aufs Fest

Ein Meer von Weihnachtssternen

Mindestens 30 Sorten Weihnachtssterne bieten Bernd (
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Mindestens 30 Sorten Weihnachtssterne bieten Bernd (

Im Pflanzenzentrum Fischer beginnt Weihnachten schon im Sommer. Ab Juli päppeln die Chefs Ralf und Bernd Fischer und ihre fleißige Mannschaft die ersten Setzlinge von Weihnachtssternen. Größere Pflanzen bekommen derweil einen behutsamen Rückschnitt, damit sie sich schön verzweigen und später im Jahr die Kunden entzücken.

Rodgau -Mitte September beginnt eine weitere, entscheidende gärtnerische Phase. Die Pflanzen dürfen nur noch maximal acht Stunden Tageslicht abbekommen. Sonst färben sich die Hochblätter nicht ein. Also werden die großen Gewächshäuser mit tausenden Weihnachtssternen von 16 Uhr nachmittags bis 8 Uhr am nächsten Morgen verdunkelt. Und dunkel ist in diesem Fall wirklich dunkel. Nicht nur am Dach fahren die Rollläden zu, sondern auch an den Seiten. Etwa sechs bis acht Wochen dauert es, bis die Hochblätter eingefärbt sind. Die Farbe ist übrigens keine willkürliche Laune der Natur. Vielmehr dient sie dazu, Insekten zur Bestäubung der Blüten anzulocken.

Weihnachtssterne gehören für viele zum Advent wie die Kugeln am Christbaum zu Weihnachten. In der Großgärtnerei in der Dudenhöfer Blumenau wachsen jedes Jahr tausende herrliche Exemplare heran. Vom Mini im Sechs-Zentimeter-Topf bis zur mehrjährigen Pflanze von einem Meter Höhe. Alle eigenhändig gezogen und gut geschützt von Nützlingen wie Schlupfwespen. Die verhindern einen Befall mit Weißer Fliege. Zur Schädlingsbekämpfung setzen die Fischer-Brüder also auf Natur.

Die Garten-Profis bieten mindestens 30 Sorten an – von klassisch Rot, über Weiß, lachsfarben, Pink, Altrosa und mehr. So vielfältig wie die Farben sind die Blattformen: gezackt oder wie ein Herz, spitz oder wie Eichenlaub. „Noch bis vor zehn Jahren sind die Blätter oft mit pflanzenverträglicher Farbe gefärbt worden. Die Kunden wollten eben unbedingt die Farbe Blau. Aber da ist man wieder ganz davon abgekommen“, erzählt Bernd Fischer. Rot sei wieder die Nummer eins. Und davon gibt es bei Fischers gleich 15 verschiedene Töne. Also Vielfalt pur. Aber trotzdem lassen sich Gärtnereien jedes Jahr eine neue Sorte einfallen. „Sky Star“ nennt sie sich diesmal und sticht aus der Masse hervor durch weiße Tropfen mit leicht verwaschenem Rand auf den roten Blättern. Vergangenes Jahr hieß der neueste Schrei „Christmas Mouse“. Ihren Namen hatte die Sorte von ihrer Blattform, die an Maus-Ohren erinnerte.

Corona kommt auch dem Pflanzenzentrum in die Quere. Wie wird sich der Umsatz entwickeln, da Kunden wie Hotels oder Firmen, die gerne Weihnachtssterne für ihre Weihnachtsfeiern bestellt haben,  ausbleiben? Kann das starke Interesse der Privatkundschaft das ausgleichen? „Man spürt, dass es sich die Leute zuhause schön machen wollen. Sie dekorieren gerne. Man kommt ja nicht mehr so weg“, beschreibt Ralf Fischer einen Trend. Auf was muss man beim Dekorieren denn achten? Wie will es ein Weihnachtsstern zuhause denn nun so haben? Wegen Corona muss Lüften sein, aber Zugluft mag der Stern nicht. Und am liebsten hat er 18 bis 22 Grad Raumtemperatur.

Wer eine detaillierte Pflegeanleitung wünscht, findet im Internet ein Video unter

Infos im Internet

fischer-pflanzen.de

Von Bernhard Pelka

„Sky Star“ mit weißen Tropfen heißt die neueste Sorte.
Auch schön: Weihnachtssterne lassen sich vielfältig dekorieren. Im Pflanzenzentrum Fischer gibt es sogar passende Led-Ketten. Weihnachtskugeln und anderes schmückendes Zubehör machen sich zwischen den Blättern gut.

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