Pater John Peter Savarimuthu freut sich auf Jügesheimer Gemeinde

Bodenständig und offen

John Peter Savarimuthu ist zunächst als Pfarradministrator in Jügesheim tätig, da die katholische Kirche über Zusammenlegungen von Gemeinden nachdenkt. Foto: Weil

Jügesheim – Noch kennt sich Pater John Peter Savarimuthu kaum aus in Jügesheim. Erst vor wenigen Tagen hat er eine Mietwohnung im Ort bezogen. Weiskirchen ist ihm eher ein Begriff, das kennt er vom Schönstattzentrum. Dort liegen seine religiösen Wurzeln. VON SIMONE WEIL

Allerdings hätte er nie daran gedacht, Pfarrer zu werden, wie er gesteht.

Doch nun wird er zum 1. September seine Stelle als Pfarradministrator in Jügesheim antreten und bereits am Samstagabend die erste Messe halten. Offiziell eingeführt wird er am 29. September von Dekan Willi Gerd Kost.

Pater John geht „mit offenem Herzen“ an die neue Aufgabe heran, aber auch mit Respekt, Sorge und Zuversicht – immerhin war Vorgänger Wendelin Meissner wie berichtet 46 Jahre lang im Amt. Savarimuthu hofft, dass auch die Gemeinde offen auf ihn zugeht. „Ich gehe einfach hin und mache meine Arbeit“, sagt er. Der Ordensmann beschreibt sich als, „bodenständig, spirituell, sozial und menschlich“.

Damit die Basis der Arbeit stimme, müsse er zunächst das Team kennenlernen und Vertrauen aufbauen, glaubt der 48-Jährige. Zuhören und herausfinden, was nötig ist, und ein Gefühl für die Gemeinde entwickeln, das ist das Konzept des Geistlichen.

Der Inder ist übrigens sehr gerne in Deutschland. In seiner Heimat bekomme er inzwischen vorgeworfen, dass er deutsch denke, erzählt Savarinuthu. Die direkte Art der Deutschen gefällt ihm und er hat sich inzwischen angewöhnt, deutlich zu sagen, was er will und nicht durch die Blume zu sprechen. „In Indien sagt man nein, wenn man als Besucher gefragt wird, ob man etwas zu essen oder zu trinken möchte, auch wenn man gerne etwas hätte“, erklärt er. Bei den Vorbereitungen zu seinem ersten Aufenthalt in Deutschland sei er ausdrücklich auf diesen Kulturunterschied hingewiesen worden: „In Deutschland verhungert man sonst.“ Gerade weil der Geistliche die deutsche Küche regelrecht „genial“ findet, wäre das besonders fatal.

In Jügesheim hat Pater John bei seinem Antrittsbesuch besonders gut gefallen, dass die Kirche offen ist und gleich links das Marienbildnis gezeigt wird. Denn als Schönstattpater ist er ein Verehrer der Mutter Gottes.

Für Hobbys hat der Pfarradministrator wenig Sinn: „Meine Arbeit ist mein Hobby“, sagt er. Eine echte Leidenschaft fällt ihm schließlich doch noch ein. Cricket. „Ich schaue alle Spiele von Indien. Da werde ich regelrecht verrückt.“

Savaritmuthu wurde als jüngstes von vier Kindern in einem kleinen Bauerndorf im Bundesstaat Tamil Nadu in Süd-Indien geboren. Nach seinem Abitur fühlte er sich von Gott berufen, bei der Gemeinschaft der Schönstatt-Patres in Indien Priester zu werden und fing im Jahr 1989 mit einem Philosophiestudium an. Danach studierte er Theologie. Im Jahr 1996 folgte ein zweijähriges Noviziat in Deutschland. Er legte das Diplom ab und absolvierte das Lizentiat in Theologie an der Hochschule Vallendar.

Während des Studiums arbeitete Pater John über ein Jahr in Paraguay in Südamerika mit der Schönstattjugend und sammelte schöne und bleibende Erfahrungen. Im Mai 2004 empfing er die Diakonenweihe in Schönstatt-Vallendar und absolvierte die Pastoralausbildung in der Diözese Mainz. Die St. Pankratius-Gemeinde, Budenheim, war seine erste Dienststelle, nach der Priesterweihe war er dort als Kaplan tätig. Dann folgten drei Jahre als Kaplan in St. Josef, Neu-Isenburg. Im Jahr 2007 legte er das Pfarrexamen in Mainz ab.

Nach weiteren Aufgaben in Indien, Mainz, Langen und Worms als Klinikpfarrer und Pfarrgruppenleiter folgte seine jüngste Station in Lampertheim. Dort musste er sich bereits nach einem halben Jahr verabschieden.

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