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In Rodgau mehr Tempo bei der Buchausleihe

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Von: Bernhard Pelka

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Fast wie im Supermarkt an der Selbstbedienungskasse: Für kürzere Warteschlangen an der Verbuchungstheke sollen die neuen Selbstverbuchungsgeräte in den beiden Büchereien sorgen.
Fast wie im Supermarkt an der Selbstbedienungskasse: Für kürzere Warteschlangen an der Verbuchungstheke sollen die neuen Selbstverbuchungsgeräte in den beiden Büchereien sorgen. © p/Stadt Rodgau

Von der reinen Ausleihe zum Medienkompetenzzentrum: Die Stadtbücherei ging vor zehn Jahren ans digitale Netz. Seither verdreifachte sich die Zahl der Ausleihen von 50 .000 auf zuletzt 147 .000 im Jahr – und das bei zeitgleicher Reduzierung auf nur noch zwei Standorte. In denen finden jährlich inzwischen 100 Veranstaltungen für Jung und Alt statt. Jetzt wird das digitale Angebot nochmals ausgeweitet.

Rodgau – Schon lange sind öffentliche Bibliotheken keine reinen Buch-Ausleihstellen mehr. In den letzten Jahren hat die Stadtbücherei ihre Online-Angebote massiv ausgebaut. 2022 starten zwei zusätzliche Online-Angebote für Schüler. Durch eine Förderung der Landesfachstelle für öffentliche Bibliotheken und das Land Hessen konnte zum einen das Online-Nachhilfeangebot „Sofa-Tutor“ lizensiert werden. Der offizielle Start ist für den 24. Januar geplant. Dabei handelt es sich um eine Online-Nachhilfe durch Lehrer. Zum anderen wurde das Angebot von Brockhaus für Schüler, zu finden unter www.rodgau.de/Brockhaus-für-Schüler, deutlich erweitert. Dort finden Kinder und Jugendliche neben der kompletten Online Enzyklopädie, ein Kinderlexikon, ein umfassendes Schülertraining sowie einen Online-Kurs zum Thema „Sicher im Web“.

Für die Ausleihe von Medien wird in den beiden städtischen Zweigstellen in Jügesheim und Nieder-Roden aktuell ein neues Verfahren eingeführt. Mit dem RFID-System (siehe „Stichwort“) lassen sich Bücher und andere Medien dann stapelweise auf einmal verbuchen. Das soll die Ausleihe beschleunigen. Derzeit arbeitet das Bibliotheksteam an der Umstellung der Medien. Dazu müssen alle rund 45 000 Medien einzeln mit Funktickets versehen werden, die das Verbuchungssystem lesen kann. Das System soll Ende Februar einsatzbereit sein.

Für kürzere Warteschlangen an der Verbuchungstheke sorgen außerdem die neuen Selbstverbuchungsgeräte in den beiden städtischen Standorten. Dort können Kunden eigenhändig Medien ausleihen, zurückgeben oder verlängern. Beide Neuerungen sind nötig geworden, da sich die Ausleihzahlen in den letzten zehn Jahren verdreifacht haben. Für den Kauf der Selbstverbuchungsgeräte und des RFID-Systems gab es Fördermittel vom Bundesbeauftragten für Kultur und Medien und dem Deutschen Bibliotheksverband im Rahmen des Bibliotheksförderprojekts Wissenswandel.

„Viele Leserinnen und Leser freuen sich über die zusätzliche Verbuchungsmöglichkeit. Die neuen Terminals geben uns die Möglichkeit, wieder mehr Zeit mit der Beratung unserer Besucher und Bücherei-Einführungen zu verbringen“, schildert Bücherei-Chefin Nina Streib einen Vorteil. Den Mitarbeitern werde es jedoch keinesfalls langweilig, da neben der Verbuchung von Medien viele andere Aufgaben warten. So werden zu normalen Zeiten rund 100 Veranstaltungen im Jahr organisiert, meist Schul- oder Kitabesuche, aber auch Bilderbuchkinos, Märchenveranstaltungen, Kindertheater und Autorenlesungen. Außerdem werden jedes Jahr rund 4 500 neue Medien ausgesucht und eingearbeitet.

Auch die Betreuung der Online-Angebote wird stetig ausgebaut.

Das Team kauft einen großen Teil der Onleihe-Bücher ein und betreibt den Technik-Support für die Leserschaft. Alles was in der Vergangenheit durch das Ein- und Ausbuchen von Medien durch die Mitarbeiter manchmal zu kurz kam, könne „jetzt noch beherzter angegangen werden“. Das sei ein schönes Beispiel dafür, „wie die Digitalisierung mehr Raum für den direkten Austausch von Mensch zu Mensch schaffen und so unter anderem die Qualität der Beratung steigern kann“.

Bereits seit zehn Jahren können Bücherfans in der Stadtbücherei über die Onleihe Bücher, Hörbücher, Zeitungen, Zeitschriften und mehr über den Computer, das Handy oder das Tablet beziehen. In diesem Jahr kam mit Filmfriend ein Film-Streaming-Angebot dazu. Auch zahlreiche Online-Lernangebote wie Brockhaus-Schülertraining und die Leselern-App eKidz stehen zur Verfügung. Alle Angebote sind kostenlos. Eine einmalige Anmeldegebühr von fünf Euro wird nur für Personen ab 16 Jahren bei der Beantragung des Bücherei-Ausweises fällig. Seit Anfang Dezember können Kunden die Bücherei-Ausweise auch online über www.rodgau.de/Stadtbüchereien beantragen. Nach Eingabe der Daten wird der Ausweis am gewünschten Abholort ausgestellt und ist meist am nächsten Öffnungstag abholbereit.  (bp)

Stichwort: RFID

RFID (Englisch, radio-frequency identification, Identifizierung mit Hilfe elektromagnetischer Wellen) bezeichnet eine Technologie für Sender-Empfänger-Systeme zum automatischen und berührungslosen Identifizieren und Lokalisieren von Objekten und Lebewesen mit Radiowellen. Ein RFID-System besteht aus einem Transponder (umgangssprachlich auch Funketikett genannt), der sich am oder im Gegenstand/Lebewesen befindet und einen kennzeichnenden Code enthält, sowie einem Lesegerät zum Auslesen dieser Kennung. Solche Etiketten befinden sich zum Beispiel im Warenhandel als Diebstahlschutz in oder an den Artikeln und Verpackungen. Quelle: Wikipedia

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