Blühwiesen sollen in allen Stadtteilen entstehen

Rodgau: Bunte Heimat für Insekten

Biagio Forcinito und seine Männer waren unter anderem am Radweg von Weiskirchen nach Hainhausen, unweit des alten Spritzenhauses, im Blühwieseneinsatz.
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Biagio Forcinito und seine Männer waren unter anderem am Radweg von Weiskirchen nach Hainhausen, unweit des alten Spritzenhauses, im Blühwieseneinsatz.

Die Stadt Rodgau pflanzt entlang der Rodau an fünf ausgewiesenen Standorten insektenfreundliche Blühpflanzen. In allen Stadtteilen fanden sich passende Saatflächen, sodass künftig 2 500 Quadratmeter bunt erblühen.

Rodgau - Ziel der städtischen Aktion ist es, die biologische Vielfalt insbesondere der heimischen Insektenarten zu fördern. Die blühenden Wiesen verschönern dabei nicht nur das Landschaftsbild, sondern tragen als Nahrungsquelle für Insekten zum Naturschutz bei. Dazu wurden extra heimische Blütensamen im Saatgut „Schmetterlings- und Wildbienensaum“ der Firma Rieger-Hofmann gemischt. Angezogene Wildbienen und Schmetterlinge dürfen sich demnächst in Klatschmohn, Schafgarbe und Johanniskraut oder den dazu gebauten „Insektenhotels“ tummeln.

Vorbereitet haben die Böden Experten der Rodgauer Gartengestaltungsfirma von Biagio Forcinito. Zunächst kam ein Traktor mit Fräse zum Zug, um das Erdreich aufzulockern, damit es den Samen gut aufnehmen kann. Dann blieben die Böden drei Wochen bis zur Aussaat liegen. Ein bis zwei Gramm Samen reichen nun pro Quadratmeter, um später dann eine wunderbare Blütenpracht hervorzubringen.

Für die Stadt ist die Bepflanzung ein weiteres Projekt, in dem sie sich für die Umwelt engagiert. Erst im März stellte sie ihre Fördermaßnahme zum Rückbau sogenannter „Schottergärten“ vor. Dotiert mit einer Summe von 30 000 Euro bis zum Jahr 2023, will sie für die Bürgerinnen und Bürger einen Anreiz schaffen, Gärten naturnah zu gestalten, anstatt dem Trend der Flächenversieglung zu folgen. Auch dort bedingt die Förderung eine insektenfreundliche Pflanzung.

Die Aussaat der Wildblumen und Gräserarten ist bereits im vollen Gange und soll bald beendet sein. Dazu wurden die Wiesenflächen entsprechend vorbereitet. Der Boden wurde umgegraben, er erhielt eine feinkrümlige Struktur und die Saat wurde eingewalzt.

Lediglich die Wiesen in Jügesheim und Dudenhofen wurde mit Ritzen versehen, um die Samen einzuwalzen. Ab dann lautet die Devise vorerst Geduld. Ende Mai sollen zwar die ersten Blüten zu sehen sein. Die volle Blütenpracht der Frühblüher wird voraussichtlich aber erst Ende des Sommers bewundert werden können.

Der anschließende Prozess der Wiesenpflege wird bei manchen Bürgerinnen und Bürgern ganz sicher Verwunderung hervorrufen: Kaum wächst es, kommt das erste Mal der „Rasenmäher“. Dieser erste Pflegeschnitt dient auch dazu, sogenannte Beikräuter einzudämmen. Wenige Wochen später wachsen die Pflanzen dann allerdings richtig zur vollen Blüte heran.  (bp)

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