Containerlager stört die Nachtruhe

Krach im Gewerbegebiet Jügesheim

Vorne rumpeln die Container am Ferdinand-Porsche-Ring, in dem weißen Gebäude dahinter suchen Hotelgäste Schlaf. Die städtische Wirtschaftsförderung versucht den Konflikt am runden Tisch zu lösen.
+
Vorne rumpeln die Container am Ferdinand-Porsche-Ring, in dem weißen Gebäude dahinter suchen Hotelgäste Schlaf. Die städtische Wirtschaftsförderung versucht den Konflikt am runden Tisch zu lösen.

Die Gäste im „Hotel Rodgau“ brauchen oft keinen Wecker. Der Lärm eines Containerdienstes auf dem Nachbargrundstück reißt sie aus dem Schlaf. „Da knallen die Container, dass teilweise der Boden wackelt“, klagt Abdullah Yüce, dem das Hotel an der Hermann-Staudinger-Straße gehört. Seit etwa einem Jahr versucht er, sich gegen den Lärm zu wehren. Yüce hat sich schon an die Stadt, den Kreis und das Regierungspräsidium gewandt. Er hat an den Bürgermeister und an die Bauaufsicht geschrieben – bisher erfolglos.

Jügesheim - Natürlich ist ein Gewerbegebiet keine ruhige Wohnlage. Das weiß auch der Hotelier. Er weist aber auf einen Unterschied hin: „Hier ist kein Industriegebiet, sondern ein Gewerbegebiet.“ Die metallischen Schläge beim Auf- und Abladen der großen Container seien mit dem Lärmgrenzwert von 65 Dezibel nicht vereinbar.

Das „Hotel Rodgau“ entstand 2011 zunächst als eingeschossiger Bau mit fünf Zimmern. Im Jahr 2017 wurde es aufgestockt. Wer zuerst da war, lässt sich nicht so einfach sagen. Mit seinem Handwerksbetrieb für Gas- und Wasserinstallation sitzt Abdullah Yüce seit 1999 im Gewerbegebiet. Damals gab es den Containerplatz noch nicht. Als das Hotel aufmachte, aber schon: „Da standen ein paar Container, aber die wurden kaum bewegt. Dagegen haben wir nie etwas gesagt. Der Nachbar darf auf seinem Grundstück lagern, was er will.“

Seit drei, vier Jahren habe die Lärmbelästigung stark zugenommen. Zwischen 5.30 und 20 Uhr würden Container „mit einer unzumutbaren Geräuschkulisse auf- und abgeladen“, schildert Yüce in einem Brief an die Bauaufsicht des Kreises Offenbach.

Manchmal seien fünf oder sechs Lastwagen gleichzeitig auf dem Grundstück. Die Fahrer verrichteten ihre Bedürfnisse auf dem Gelände, weil weder Sozialräume noch Sanitäranlagen vorhanden seien. Die Dieselmotoren der Laster liefen oft noch eine Viertelstunde im Leerlauf.

Ein Ärgernis für Yüce ist auch die Tatsache, dass Parkbuchten und Straßenränder von Containerlastern zugeparkt seien. Teilweise sei die Zufahrt zu anderen Grundstücken erschwert. „Die ganze Nachbarschaft fühlt sich gestört“, meint Abdullah Yüce. Schon vor ein paar Jahren hätten Anlieger aus dem Gewerbegebiet mit einer Unterschriftenliste die Stadtverwaltung gebeten, sich um die Situation zu kümmern. Gebessert habe sich nichts.

Die Betroffenen haben Ideen, was man tun könnte. Letztlich dürfe auch eine Verlagerung des Containerplatzes kein Tabu sein. Mit ein wenig Rücksicht sei ein Miteinander möglich, meint Abdullah Yüce: „Es ist sein Grundstück, das muss ich akzeptieren. Aber wenn er die Container morgens um halb sechs von oben runterknallt, dass meine Gäste aufwachen, dann habe ich ein Problem.“

Die Stadtverwaltung will sich zu dem Konflikt zurzeit nicht äußern. Der Grund: Die städtische Wirtschaftsförderung will in den nächsten Wochen alle Beteiligten an einen Tisch holen. Vielleicht findet sich ja im Gespräch eine Lösung, mit der alle leben können.

Von Ekkehard Wolf

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare