Bücher warten im Quarantäneregal

Leseratten freuen sich: Bibliothek Nieder-Roden öffnet mit Auflagen

Mitarbeiterin Yvonne Hartelt vorm Quarantäneregal: Die Bücher sind erst nach ein paar Tagen zugänglich.
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Mitarbeiterin Yvonne Hartelt vorm Quarantäneregal: Die Bücher sind erst nach ein paar Tagen zugänglich.

Auch eine Zeit ohne Kundschaft kann sinnvoll genutzt werden: Denn während der Schließzeit durch die Corona-Beschränkung hat das Team der Stadtbücherei Rodgau trotzdem gearbeitet. Das Frauenteam hat umgeräumt, aussortiert und reichlich Neuanschaffungen einsortiert.

Rodgau – Doch mit lesehungrigen Besuchern macht den Damen die Arbeit einfach viel mehr Spaß: Es gibt zwar einige Auflagen, dennoch sind alle froh, dass die Türen Bibliotheksnutzern wieder offen stehen. Nur mit Mund- und Nasenschutzmaske dürfen Bücherfreunde die Räume am Puiseauxplatz betreten. Dann wird ihnen ein Körbchen gereicht, in dem sie ihren Lesestoff zur Theke transportieren.

Dort verhilft eine eigens angefertigte Plexiglasverkleidung der Kollegin an der Ausleihe zu mehr Sicherheit im Kundenkontakt. „Das haben die Mitarbeiter des Projektes 16+ extra für uns gebaut“, erklärt Gerrit Kratz, Leiter des Fachbereichs Kommunales Bildungsmanagement.

„Wir haben so viel positive Rückmeldung bekommen“, freut sich Büchereileiterin Nina Streib. Überall habe es geheißen: „Schön, dass ihr wieder da seid.“ Auch wenn alle ein wenig Bammel vor dem ersten Tag nach der Schließung hatten, hätte alles gut geklappt. „Wir wussten ja nicht, wie diszipliniert die Leute der Maskenpflicht nachkommen“, benennt Nina Streib ihre ursprünglichen Bedenken.

Allerdings hat die Praxis gezeigt, dass bei der Maximalzahl der Besucher nachgebessert werden musste. Statt der ursprünglich angedachten zwölf Nutzer, die gleichzeitig im Raum sein dürfen, hat das Büchereiteam sich nun auf zehn Gäste beschränkt. Sonst sei der Abstand von einem Meter fünfzig nicht einzuhalten, lautet ihre Erkenntnis.

Handdesinfektionsmittel und ein Quarantäneregal für die zurückgegebenen Medien wie Bücher, DVDs, Gesellschaftsspiele und Hörbücher gehören mit zum Sicherheitskonzept in der Bücherei. Die Rückläufer kommen erst nach drei, vier Tagen wieder mit dem restlichen Bestand zusammen. Dann soll keine Ansteckungsgefahr mehr von den Einbänden, Verpackungen und Hüllen ausgehen.

Optimal ist in der Bücherei Nieder-Roden übrigens auch, dass Ein- und Ausgang fein säuberlich zu trennen sind. Besucher betreten die Bibliothek außen über die Betonrampe und verlassen das Gebäude über das Treppenhaus des Sozialzentrums und werden geschickt rausgeleitet.

Dass die Kundschaft sich derzeit nicht allzu lange in den Räumen aufhalten soll, widerspricht eigentlich dem aktuellen Bücherei-Konzept auf dem Weg zum wichtigen Lern- und Wohlfühlort mit Aufenthaltsqualität: Kuschelecke, gemütliche Sesselchen und Kaffeemaschine sollten die großen und kleinen Besucher eigentlich zum entspannten Stöbern und Schmökern verführen.

In Corona-Zeiten aber kann man genau das nicht gebrauchen. Deswegen sind nur kurze Besuche erwünscht.

VON SIMONE WEIL

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