"Gefakte Untersuchungen" 

Größte Demo seit Jahren angekündigt - diese Ziele sollen erreicht werden   

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Engpass Ludwigstraße. Anwohnerin und BI-Mitgründerin Ursula Flottmann sagt, sie habe dort schon 92 Dezibel Lärm gemessen, im Schnitt seien es 73,5 gewesen. 

Fünf Bürgerinitiativen, die eine andere Verkehrspolitik fordern, starten am Freitag, 6. September, um 18 Uhr am Friedhof in Dudenhofen zu einem Protestmarsch Richtung Jügesheim. Er endet etwa um 19 Uhr am Rathaus mit einer Kundgebung.

Rodgau - Dort ergreifen dann Vertreterinnen und Vertreter der BIs aus allen Stadtteilen das Wort. Wer schlecht zu Fuß ist oder eben nicht laufen möchte, kann auch direkt dorthin kommen. Jeder, der sich dem Zug anschließen will, ist willkommen.

Rodgau: Andere Verkehrspolitik gefordert 

Unter ein Dach bringt die Initiativen der Wählerverein „Zusammen mit Bürgern“ (ZmB). Er tritt als Veranstalter der bereits genehmigten Demo auf, die Mitarbeiter der städtischen Ordnungspolizei und Polizeibeamte begleiten. Seit einer Demonstration gegen die Verlagerung der ärztlichen Notdienstzentrale von Dudenhofen an die Asklepiosklinik Seligenstadt im Jahr 2014 hat es in Rodgau keine solch große Demonstration mehr gegeben.

Bei einem Pressetermin formulierten gestern Protagonisten wie ZmB-Vorsitzender Horst Böhm, dessen Fraktionskollege Johannes Pickert, Ursula und Dieter Flottmann, Martin Ott und Günter Blum für die BIs ihre Ziele. 

Was sie antreibt, ist der Wunsch nach weniger Autoverkehr, weniger Lärm und Abgasen vor der Haustür und nach einer gerechten Belastungsverteilung. Beharrlich weigere sich die Stadt selbst einfache und kostengünstige Sofortmaßnahmen wenigstens einmal auszuprobieren (siehe Infobox). 

– abschnittsweise Tempo 30 an neuralgischen Punkten wie der Ludwigstraße;

– Einbahnstraßen einrichten, um die Ortskerne zu entlasten;

– mehr Geschwindigkeitskontrollen;

– mehr stationäre Blitzgeräte;

– Lkw-Durchfahrverbot bei gleichzeitigem Weiterbau der Rodgau-Ringstraße (Lieferverkehr ausgenommen);

– Baustellenverkehr raus;

– eine vorsorgende und vorausschauende Stadtplanung.

Bürger fordern in Rodgau mehr Blitzer und Tempo 30

Bisher werde Stadtplanung eher nach dem Motto betrieben: „Wir bauen mal, dann schauen wir, was passiert.“ Angesichts massiver Zuzüge in 

Neubaugebieten sei diese Politik verfehlt. 

Günter Blum kritisierte, Tempomessaktionen der Stadt mit Smilie-Tafel, die im Hintergrund Autos zählen und gefahrene Geschwindigkeiten messen, würden absurderweise in den Ferien gestartet oder an engen 

Straßenabschnitten, wo sowieso nicht schnell gefahren werden könne.

„Das war zuletzt in den Sommerferien an der Ober-Rodener Straße so.“ Blum sprach von „gefakten Untersuchungen“. Dazu passe, dass der Wunsch etwa nach mehr Tempokontrollen oder Blitzern gerne abgetan werde mit der Bemerkung, es handele sich nicht um einen Unfallschwerpunkt, Sanktionen erübrigten sich deshalb. 

Demonstration soll Verkehrsprobleme in Rodgau lösen 

Bei der Demo gehe es darum, „die Verantwortlichen im Rathaus massiv moralisch unter Druck zu setzen, dass sie endlich was tun“.

Horst Böhm formulierte den Anspruch, dass die Verkehrsprobleme viel schneller als bisher beabsichtigt gelöst werden müssen. Deshalb laute das Motto der Protestveranstaltung auch „Starten statt warten!“

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Das jetzt vom Magistrat beauftragte Mobilitätskonzept komme mehr als zehn Jahre zu spät. Eine Umsetzung größerer Projekte werde „sicher auch mehr als zehn Jahre dauern“. Verkehrskonzepte für den Rad- und Autoverkehr, den ÖPNV, Parkplätze und Fußgänger (inklusive Schulkinder) würden „sträflich auf die lange Bank geschoben“. 

Selbst bei der Nachverdichtung in den Ortskernen werde das Thema zunehmender Straßenverkehr einfach ausgeblendet.  bp

Fußgänger und Fahrradfahrer können die Kreisquerverbindung (K174) zwischen Rodgau und Dietzenbach bald besser überqueren. An der Einmündung des Heusenstammer Wegs wird eine Mittelinsel gebaut. Ein 17-Jähriger hat einen Rew-Laden in Rodgau überfallen. Zunächst entkam er, doch ein Polizeihund bewies seinen guten Riecher.

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