Vier tolle Erlebnistage für Rodgauer Schüler

Rodgauer Wald als Klassenzimmer

Schüler aus einer Lerngruppe sehen sich die Ausstellung zum Waldprojekt an. Referendarin Lea Friedrich (links) assistiert einem Kind, das mit Hilfe eines Lesestifts auf der Infotafel auf elektronischem Weg ausformulierte Erläuterungen zu den Schaubildern abrufen und dann hören kann.
+
Schüler aus einer Lerngruppe sehen sich die Ausstellung zum Waldprojekt an. Referendarin Lea Friedrich (links) assistiert einem Kind, das mit Hilfe eines Lesestifts auf der Infotafel auf elektronischem Weg ausformulierte Erläuterungen zu den Schaubildern abrufen und dann hören kann.

Wie kann Schule in Corona-Zeiten noch sinnvoll arbeiten und trotz aller gebotenen Abstandsregeln und Hygienevorschriften den Schülern lebenspraktische Erfahrungen vermitteln? Diese Frage beantwortete die Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule mit einem Waldprojekt. Acht Schülerinnen und Schüler im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung nahmen daran teil.

Weiskirchen - Mit Walderlebnistagen machte die Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule in Coronazeiten einen abwechslungsreichen Unterricht möglich. Das Projekt unter Leitung von Referendarin Lea Friedrich aus Rodgau eröffnete den teils mehrfach behinderten Neun- bis Zwölfjährigen die Chance zu mehr Bewegungsfreiheit im Unterricht. Denn selbstverständlich herrscht an der Schule Masken- und Abstandspflicht.

Also nichts wie raus, dachte sich die junge Lehrkraft im Vorbereitungsdienst. Im Wald als vielfältiger Lebensraum konnten die Kinder miteinander ohne Maske arbeiten, da viel mehr Platz war. Und die Gefahr einer Durchmischung mit anderen Klassen bestand nicht.

An vier Walderlebnistagen gab es Natur zum Anfassen. Naturerlebnisspiele zu Themen wie: „Laub- und Nadelbäume“, die verschiedenen „Schichten (Stockwerke) des Waldes“ und „Bodentiere“ erschlossen neues Wissen. Auch über Wildschweine und Eichhörnchen lernte die Gruppe viel. „Wir sind der Frage nachgegangen, wer im Wald denn im Boden lebt und wer in den Sträuchern“, erläutert Lea Friedrich einige Lerninhalte. Becher-Lupen halfen beim Stöbern in den Blättern. „Und wir haben Wildschweinfell ertastet und daran gerochen.“ Seither wissen die Schüler: Wildschweine verströmen einen strengen Duft, der wie Maggi richt. Auch sehen sie ganz schlecht. „Das haben wir im Selbstversuch mit speziellen Brillen erfahrbar gemacht.“ Das nennen Fachleute handlungsorientiertes, mehrsinniges Lernen, das die Brücke zwischen Theorie und Praxis schlägt.

Gesucht wurden überdies Fraß-Spuren von Eichhörnchen, denen die Waldbesucher aus der Bodelschwingh-Schule dann gleich Wintervorräte anlegt haben. Mit Lehrerin Sonja Eisenschneider arbeiteten die Kinder im Kunstunterricht mit allem, was sie im Wald gesammelt hatten. So entstanden Baumbilder mit echten Blättern und Nadeln.

Zum Konzept des Projekts gehörte auch, dass die Teilnehmer den Weg in den Wald zu Fuß zurücklegen. Das sichere Bewegen im Straßenverkehr unter Einhaltung aller Verkehrsregeln gehörte also ebenso dazu, wie die Erfahrung, was das Umfeld der Schule ausmacht und was alles zu diesem gehört.

Endpunkt der Walderlebnistage ist aktuell eine Ausstellung in der Schule. Sie erschließt den anderen Klassen in Plakaten, Info-Tafeln und mit handgemachten Modellen und Ausstellungsstücken anschaulich, was ihre Schulkollegen in der spannenden Zeit erlebt haben.

Von Bernhard Pelka

Auch Baumbilder aus Naturmaterial entstanden bei dem Waldprojekt.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare