Rodgau: Besondere Aktion der Hainhäuser Kerbborsche am Fastnachtssonntag

Die Wasserburg zum Essen

Bäcker Sascha Schäfer (links) und Will Eichhorn mit der Wasserburg zum Essen.
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Bäcker Sascha Schäfer (links) und Will Eichhorn mit der Wasserburg zum Essen.

Die letzte öffentliche Aktion der Hainhäuser Kerbborsche war die Teilnahme am Adventsbummel 2019. Seither herrschte Corona-Zwangspause. Das ändert sich am Fastnachtssonntag: Die sechs Kerbborsche Will Eichhorn, Torsten Rudolph, Sascha Pokojewski, Stefan (Schipp) Schäufler, Uwe Kohl und Andy Jäger ziehen in drei Teams am Sonntag, 14. Februar, ab 13 Uhr durch Hainhausen und verteilen Hainhausens Wahrzeichen, die Wasserburg, zum Essen.

Einfach so als nette Geste. Ganz ohne Gegenleistung.

Hainhausen - Die Spezialität aus Butter-Hefe-Quarkteig entsteht in der Bäckerei Schäfer. Kunden kennen den Geschmack der leckeren Kalorien von den Adventsbrötchen. 300 Stück stehen zur Verfügung. Sie werden einzeln in Tüten verpackt. An die Tüten tackern die Kerbborsche zur Erläuterung der Aktion je ein Infoblatt. Das Ganze wird dann coronakonform an Haustüren uff de Gass oder an Fenstern überreicht. Es lohnt sich also für die Hainhäuser, ab 13 Uhr nach der munteren Truppe Ausschau zu halten. „Wir laufen bei jedem Wetter“, kündigt Will Eichhorn selbstbewusst an. „Und wir haben auch noch Kleinigkeiten für Kinder dabei.“

Seit 2006 liegt den Kerbborsche nicht nur die Brauchtumspflege am Herzen. Vielmehr unterstützen sie mit ihren Veranstaltungen (Längste Theke Rodgaus am Kerbfreitag) Menschen, die unverschuldet nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen – wegen Krankheit oder einem Unglücksfall, zum Beispiel. Begünstigte waren etwa schon die Bodelschwinghschule, der Pferdehof Rücker und eine Hainhäuser Familie, bei der es im Dachzimmer gebrannt hatte.

„Da mussten wir nicht lange überlegen. Da waren wir gleich dabei“, schildert Bäckermeister Sascha Schäfer seine Beweggründe, die 300 Wasserburg-Brötchen für die neueste Idee zu spenden. Die Kerbborsche ließen zwei Edelstahlbackformen anfertigen. Darin entsteht die goldgelbe Teigware in der Handwerksbäckerei binnen zwölf Minuten Backzeit. „Dann wir gebuttert und gezuckert. Und die Rosinen im Turm könnten Schießscharten sein.“

Die Idee, zu einem besonderen Anlass eine Bäckerspezialität anzubieten, ist unter den Kerbborschen lange gereift. „Das wollten wir eigentlich schon zur Kerb immer machen. Jetzt machen wir’s halt am Fastnachtssonntag“, sagt Will Eichhorn. Seinen Mitstreitern und ihm gehe es dabei aber gar nicht so sehr um die Fastnacht. „Wir wollen einfach nur ein Lebenszeichen von uns geben und zeigen, dass trotz Corona wenigstens ein bisschen was geht an Zwischenmenschlichem.“  (bp)

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