„Alle bekommen den gleichen Preis“

Stadtparlament bietet drei Euro mehr für künftige Gewerbeflächen im D 30 in Rodgau-Dudenhofen

Auch für die Hecken am Übergang zum Landschaftsschutzgebiet bezahlt die HLG nun 53 Euro je Quadratmeter. Nach der Erschließung sollen die baureifen Gewerbegrundstücke 160 Euro pro Quadratmeter kosten; unter der Stromleitung nur 90 Euro, weil die Flächen dort nur eingeschränkt nutzbar sind.
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Auch für die Hecken am Übergang zum Landschaftsschutzgebiet bezahlt die HLG nun 53 Euro je Quadratmeter. Nach der Erschließung sollen die baureifen Gewerbegrundstücke 160 Euro pro Quadratmeter kosten; unter der Stromleitung nur 90 Euro, weil die Flächen dort nur eingeschränkt nutzbar sind.

Die Grundstückeigentümer der künftigen Gewerbeflächen sollen mehr Geld bekommen. Das Stadtparlament hat dem Plan jetzt zugestimmt.

Rodgau – Der Grunderwerb für das geplante Gewerbegebiet D 30 nördlich der Kreisquerverbindung läuft nicht so glatt wie erhofft. Die Hessische Landgesellschaft (HLG) lockt die Eigentümer nun mit einem höheren Ankaufpreis: 53 statt 50 Euro je Quadratmeter. Die Stadtverordnetenversammlung hat der neuen Kalkulation zugestimmt.

Damit kommt die Stadt dem Wunsch einer Interessengemeinschaft entgegen, der ein Viertel der Grundstückseigentümer angehört. Diese Gruppe hatte in Aussicht gestellt, für 55 Euro pro Quadratmeter verkaufsbereit zu sein. Nach den Berechnungen der HLG ist dieser Preis zu hoch. Denn die Stadt will weder die Entwicklung aus Steuergeldern bezuschussen noch beim Verkauf der Bauplätze die Preise nach oben treiben. Mit einem Ankaufpreis von 53 Euro geht die Kalkulation noch auf.

Große Einkaufsmärkte wird es nicht geben

Von diesem Kompromiss profitieren besonders die Eigentümer eines Grünstreifens östlich der Gutenbergstraße am Rand des geplanten Gewerbegebiets. Auch sie können für 53 Euro je Quadratmeter verkaufen. Für diese Flurstücke hatte die HLG bisher nur fünf Euro je Quadratmeter geboten – was die Verkaufsbereitschaft nicht gerade förderte. „Alle bekommen den gleichen Preis“, betont Bürgermeister Jürgen Hoffmann: „Es braucht keiner Angst zu haben, zuerst Ja zu sagen. Er wird nicht schlechter behandelt als der Rest.“

Das Gelände zwischen dem Gewerbegebiet Jügesheim und dem VGP-Gewerbepark ist seit vielen Jahren als Gewerbestandort im Gespräch. Die 14,8 Hektar sind die letzte zusammenhängende Gewerbefläche in Rodgau, die der Flächennutzungsplan noch erlaubt. Die Wiesen, Gärten und Felder gehören fast 80 Eigentümern.

Die Stadt will dort mittelständische Unternehmen ansiedeln, auf keinen Fall weitere Logistikbetriebe. Auch eine Tankstelle oder eine Autowaschanlage sind möglich, aber kein großer Autohof. Auch die früheren Gedankenspiele mit großen Einkaufsmärkten sind passé.

Auch für die Hecken am Übergang zum Landschaftsschutzgebiet bezahlt die HLG nun 53 Euro je Quadratmeter. Nach der Erschließung sollen die baureifen Gewerbegrundstücke 160 Euro pro Quadratmeter kosten; unter der Stromleitung nur 90 Euro, weil die Flächen dort nur eingeschränkt nutzbar sind.

Schon nächstes Jahr könnte Umlegung erfolgen

Vor zwei Jahren beauftragte das Stadtparlament die HLG, die Grundstücke anzukaufen und ein Gewerbegebiet zu entwickeln. Damals wurde auch der einheitliche Kaufpreis festgelegt. Der Zeitplan enthielt die optimistische Annahme, dass sich die HLG die Flächen noch 2018 sichern könne, war aber gleichzeitig skeptisch formuliert: Bebaubare Gewerbegrundstücke könnten dort „frühestens ab dem Jahr 2021 zur Verfügung stehen“.

Dieser Zeitplan war rasch überholt. Erst im Februar 2019 stellten Magistrat und HLG das Projekt in einer Eigentümerversammlung vor. Seit dem Stadtverordnetenbeschluss war ein Jahr vergangen. Die Stadt hatte die Zeit genutzt, um offene Fragen zu klären. Zum Beispiel ist nun klar, dass ein 40 Meter breiter Streifen unter der Hochspannungsleitung von jeglichem Gebäude frei bleiben muss.

Zurzeit kalkuliert die Hessische Landgesellschaft die Laufzeit des Projekts bis 2026. Die Eigentümer können wählen, ob sie ihre Grundstücke verkaufen oder – nach dem üblichen Flächenabzug – in Bauplätze umtauschen wollen. Wenn alle Eigentümer mitmachen, könnte bereits nächstes Jahr die Umlegung erfolgen. Der Bau der Baustraßen und Versorgungsleitungen ist für 2022 geplant. Die baureifen Grundstücke sollen dann 2023 und 2024 verkauft werden. Die Preise stehen schon fest: 160 Euro pro Quadratmeter, 90 Euro bei eingeschränkter Nutzbarkeit.

VON EKKEHARD WOLF

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