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Aber Rodgauer Einkaufsgutscheine sind kaum gefragt

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Von: Ekkehard Wolf

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Lob für „Genießt lokal“: Simone und Oliver Döbert in „Döberts Wirtshaus“.
Lob für „Genießt lokal“: Simone und Oliver Döbert in „Döberts Wirtshaus“. © Privat

Die Gutscheinaktionen aus dem Corona-Hilfspaket der Stadt Rodgau sind nicht so gut gelaufen wie erwartet. Insgesamt wurde nur ein Achtel des Betrags ausgegeben, den das Stadtparlament bereitgestellt hatte.

Rodgau - Unter dem Motto „Genießt lokal“ konnte jeder Einwohner einen Fünf-Euro-Gutschein anfordern. Die Gutscheine konnten bei einem Restaurantbesuch oder beim Abholen bestellter Speisen in Zahlung gegeben werden.

5 682 dieser Gutscheine wurden ausgegeben, wie die Stadtverwaltung auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt. Bisher seien erst 3 068 Exemplare abgerechnet worden. Obwohl die Aktion seit Neujahr beendet ist, rechnet die Stadt damit, dass Gastronomiebetriebe in den nächsten Tagen und Wochen noch einige Gutscheine zur Erstattung einreichen.

Das Stadtparlament hatte für „Genießt lokal“ bis 200 000 Euro bereitgestellt. Das Geld hätte für 40 000 Gutscheine gereicht.

„Die Aktion hat uns sehr viel gebracht“, sagt Gastwirt Oliver Döbert aus Dudenhofen. „Die Gutscheine sind gut angenommen worden und bei uns sind auch viele eingelöst worden.“ Nicht nur beim Abholservice während des Lockdowns, sondern auch nach Wiederöffnung der Gaststätte hätten Gäste per Gutschein bezahlt. Die Abrechnung mit der Stadt sei unbürokratisch und schnell gelaufen. Kollegen aus anderen Städten hätten sich lobend über die Rodgauer Initiative geäußert.

Ein Flop war hingegen die zweite Gutscheinaktion: Bei „Kauft lokal“ konnte jeder Rodgauer Haushalt bis zu drei Einkaufsgutscheine zum Preis von zehn Euro erwerben. Die Stadt gab fünf Euro dazu, sodass jeder Gutschein 15 Euro wert ist. Nur 254 dieser Gutscheine wurden ausgegeben. Sie sind bis Ende 2024 gültig. Bisher wurden 112 Stück abgerechnet. Die Zahl der Akzeptanzstellen ist begrenzt. Sie beschränkt sich auf Einzelhändler und Dienstleister, die seit Dezember 2020 von Geschäftsschließungen betroffen waren. Dazu zählten zum Beispiel Fachgeschäfte, Friseure und Fitnessstudios, aber keine Lebensmittelhändler, Bäcker, Metzger oder Apotheken.

Beide Gutscheinaktionen gehörten zu einem Corona-Hilfspaket, mit dem die Stadt die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abfedern wollte. Das Stadtparlament hatte im Dezember 2020 insgesamt 450 000 Euro bereitgestellt. Der dritte Teil des Pakets waren Zuschüsse an Künstler und Kulturveranstalter. (Ekkehard Wolf)

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