„Ein Haus der Liebe, die stärker ist als der Tod“

Hospizeröffnung in Rodgau - knapp 400 Gäste und weitere 161. 000 Euro Spenden

Das Hospiz am Wasserturm erhielt gestern zur Eröffnung den Segen.
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Das Hospiz am Wasserturm erhielt gestern zur Eröffnung den Segen.

Tiefgründig, unterhaltsam, anrührend und informativ: Das alles war die Einweihungfeier für das Hospizes am Wasserturm.

Rodgau – Neun Jahre nach der Idee zu diesem hessenweit einzigartigen Projekt, aber nur elf Monate nach dem Spatenstich, waren gestern alle Beteiligten überglücklich, die Schlüssel für das Haus an die Mission Leben als Betreiber, deren Vorstand Dr. Klaus Bartl, an Elke Weyand und das Mitarbeiterteam um Hausleiterin Christina Dölle und ihre Stellvertreterin Sarah Reisner übergeben zu können. Den Segen gaben dem Neubau die stellvertretende Dekanin Sonja Mattes, der Jügesheimer Pfarrer Pater John Peter und Dekan Willi Gerd Kost.

Zuvor hatten zahlreiche Redner vor knapp 400  Gästen im Festzelt des dem Hospiz benachbarten Hotel-Restaurants Wolfsschlucht ein Füllhorn an Komplimenten über den Projekt-Machern von der Hospizstiftung Rotary Rodgau und vor allem über allen Spendern ausgeschüttet. Allein gestern kamen 161 000 Euro Spenden zusammen!

Eröffnung in Rodgau - „neue Epoche der Hospizversorgung im Kreis Offenbach“

Stiftungsschatzmeister und Rotarypräsident Herbert Sahm konnte stolz verkünden: „Das Stiftungskapital beträgt 2,25 Millionen Euro.“

Höchste Ehrengäste reihten sich in den Reigen der Lobredner ein. Zum Beispiel der hessische Finanzminister Dr. Thomas Schäfer. Er sagte, das beispielhafte Projekt spiegele den rotarischen Leitgedanken vom selbstlosen Dienen in hervorragender Weise. Das große Durchhaltevermögen ehre alle Beteiligten.

Der Vizepräsident des Landtags, Frank Lortz, sprach von einem „historischen Tag“ und einer „neuen Epoche der Hospizversorgung im Kreis Offenbach“. Zu danken sei dies auch dem „weltweit einmaligen Trio“ Herbert Sahm, Dr. Nikos Stergiou und Lothar Mark (alle von der Hospizstiftung). Landrat Oliver Quilling hatte nicht nur den positiven Bescheid des vorbeugenden Brandschutzes für den Neubau dabei, sondern würdigte das Vorhaben als „größtes rein bürgerschaftlich organisiertes Projekt im ganzen Landkreis“.

Erster Stadtrat Michael Schüßler zollte Respekt: „Wir können nur den Hut ziehen.“ Die Stadt werde auch weiter für das Hospiz einstehen. So stünden im Haushalt 2020 rund 100 000 Euro bereit, um „den Nahbereich rund um diese Einrichtung der Menschlichkeit“ angemessen zu gestalten.

Hospiz in Rodgau - „Ein Haus der Liebe, die stärker ist als der Tod“  

Die Zuhörer erlebten sogar einen Weltmeister: Handball-König Heiner Brand erläuterte im Interview mit Lothar Mark, weshalb die Frankfurter Wertestiftung, die er vertritt, von vornherein eine Million Euro zugestiftet habe.

Unter die Haut gingen zwischendurch die Liedbeiträge von Ena Roth, die unter anderem Titel von Christina Stürmer wie „Seite an Seite“ zitierte. Etwas fürs Gefühl war auch die pfiffig-tiefschürfende Performance von Stiftungsvorstand Dr. Nikos Stergiou und Pianist Sven Garrecht (Kulturpreisträger Seligenstadt). Um den besonderen Moment mit allen Sinnen feiern und ihn ein Weilchen festhalten zu können, kredenzte Stergiou dem Publikum Seligenstädter Pralinen vom „Süßen Löwer“, in einem Faltblatt eine Filzblume, die einen speziellen Duft verströmte, die Musik von Sven Garrecht und ermunterte dazu, im Festzelt durch Händehalten eine Menschenkette zu bilden. „So schmeckt er, dieser Moment, und so riecht er und so fühlt er sich an.“ Der Nieder-Röder Arzt Dr. Eric Sittler wird das Haus betreuen. Er referierte über den „Lebensraum Hospiz“.

Für die Hospizstiftung erläuterte Kuratoriumsvorsitzender Dr. Carsten Lehr die Beweggründe, das segensreiche Propjekt anzugehen. Was das Hospiz künftig vor allem sein solle, fasste Dr. Klaus Bartel wunderbar treffend und zu Herze gehend zusammen: „Ein Haus der Liebe, die stärker ist als der Tod.“  

von Pelka Bernhard

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