Pepsico stellt Einwegprodukte auf Recycling-Kunststoff um

Eistee und Limo aus Rodgau umweltfreundlicher

Vom Rohling zur Flasche: Die dunkle Färbung des Recyclingmaterials fällt an der gefüllten Flasche kaum noch auf.
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Vom Rohling zur Flasche: Die dunkle Färbung des Recyclingmaterials fällt an der gefüllten Flasche kaum noch auf.

Als erster Getränkehersteller in Deutschland stellt Pepsico bis zum Jahresende seine komplette Flaschenproduktion auf recycelten PET-Kunststoff um. Im Abfüllwerk Nieder-Roden hat die Zukunft schon begonnen. Eistee der Marke Lipton läuft schon seit April in den neuen Flaschen vom Band. Im September folgt Pepsi, danach alle anderen Erfrischungsgetränke mit und ohne Kohlensäure.

Mit dem Recyclingmaterial will Pepsico seinen ökologischen Fußabdruck um 28 500 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr verkleinern. Die Rohstoffkosten pro Flasche steigen um etwa 20 Prozent, wie Werkleiter René Plößer sagt. Der Preis pro Rohling betrage wenige Cent.

Die Getränkefabrik an der Behringstraße besteht seit 1974. Sie ist die einzige Pepsico-eigene Abfüllanlage in Deutschland. Die Produktion läuft rund um die Uhr: 320 Millionen Liter allein in diesem Jahr.

Der Ausgangspunkt einer Flasche ist zehn Zentimeter lang und so dick wie ein Daumen. Die Kunststoffröhrchen werden auf 40 Grad vorgewärmt und mit einem Luftdruck von 26 bis 28 Bar zu ihrer endgültigen Form aufgepumpt. Die Maschine arbeitet schneller, als man zuschauen kann. Mehr als 30 000 Flaschen pro Stunde laufen zur Abfülleinheit, dem Herzstück der Fabrik. Dort werden sie in klinisch reiner Atmosphäre gefüllt und zugeschraubt.

Die Erfrischungsgetränke von der Kernmarke Pepsi über Mirinda bis Punica bestehen zum größten Teil aus „gutem Rodgauer Wasser“, wie Kai Klicker-Brunner von der Geschäftsleitung der Pepsico Deutschland sagt. Für den Geschmack sorgt ein Konzentrat, das im Verhältnis von 1:4 bis 1:5 zugemischt wird. Die Rezeptur ist so geheim wie bei jenem Unternehmen, das bei Pepsico nur „Der Mitbewerber“ heißt. Das C-Wort kommt den Pepsico-Leuten nicht über die Lippen.

Eistee, so weit das Auge reicht: Dicht gedrängt warten die Flaschen darauf, etikettiert und verpackt zu werden.

Die Flaschen-Rohlinge aus recyceltem Kunststoff sind dunkler als die bisherigen. Ihr Farbton ist graugrün. „Für den Konsumenten ist das nicht wahrnehmbar“, sagt René Plößer. Zum Beweis zieht er eine Flasche Eistee aus der Produktion.

In den nächsten Jahren will Pepsico Deutschland seinen jährlichen Umsatz von 600 Millionen auf eine Milliarde Euro steigern. Dabei kommt auch der Getränkefabrik in Nieder-Roden eine wichtige Rolle zu. Auch ohne bauliche Erweiterung sei es möglich, die Produktion um 20 bis 30 Prozent zu steigern, sagt Werkleiter Plößer. Zudem arbeite das Unternehmen daran, den Energie- und Wasserverbrauch zu verringern.

Das Abfüllwerk habe sich seit 1974 kontinuierlich weiterentwickelt, sagte Bürgermeister Jürgen Hoffmann am Montag bei einem Besuch vor Ort. Erster Stadtrat Michael Schüßler betonte, „dass auch das produzierende Gewerbe in Rodgau eine Zukunft hat.“ (Von Ekkehard Wolf)

In der Getränkefabrik: Werkleiter René Plößer (links) spricht mit Bürgermeister Jürgen Hoffmann und dem Ersten Stadtrat Michael Schüßler.

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