Endlich wieder am Strand

Die ersten Besucher der Saison am Badesee Nieder-Roden

Besondere Hygieneregeln gelten auch auf den Sitzbänken im Strandbad. „Nur mit Bekleidung sitzen“, fordert das Schild. Die Badehose reicht nicht aus, es soll Straßenkleidung sein. Fotos: Wolf
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Besondere Hygieneregeln gelten auch auf den Sitzbänken im Strandbad. „Nur mit Bekleidung sitzen“, fordert das Schild. Die Badehose reicht nicht aus, es soll Straßenkleidung sein. 

Mit 129 Besuchern hat gestern die Saison im Strandbad Nieder-Roden begonnen. Drei Frühaufsteher standen schon um 8 Uhr vor dem Tor. 

Nieder-Roden – Im Corona-Jahr ist manches anders als gewohnt. Zum Hygienekonzept gehören Mund-Nase-Masken, Desinfektionsmittel, kontaktloser Kartenverkauf und genügend Abstand. Ein Beachvolleyballplatz wurde in eine Liegefläche verwandelt, damit möglichst viele Besucher Platz haben. Das elektronische Ticketsystem erfasst die genaue Besucherzahl. Sowohl am Eingang als auch am Ausgang werden die Eintrittskarten gescannt. „Wir wissen zum ersten Mal, wie viele Menschen im Strandbad sind“, sagt Bürgermeister Jürgen Hoffmann. Bis zu 3 500 Leute dürfen gleichzeitig auf dem Gelände sein.

Um eine gleichmäßige Auslastung zu erreichen, gilt ausnahmsweise das komplette Ufer als Textilstrand. Bei vielen FKK-Anhängern löste diese Entscheidung Unmut aus.

Der allererste Badegast, Thomas Führ, äußerte gestern Verständnis, obwohl er auch lieber hüllenlos badet: „Wir können froh sein, dass das Bad überhaupt wieder offen ist.“ Auch Abstand und Maske sind für ihn in Ordnung: „Wer sich jetzt noch beklagt, dem kann man nicht mehr helfen. Wir haben nun mal eine Pandemie. Die Schutzmaßnahmen sind ja auch für einen selber.“

„Die Maßnahmen finde ich gut“, sagt auch Armin Kramer, der gestern früh als Zweiter auf den Einlass wartete. Er sieht ein anderes Problem: „Ich bin Frühschwimmer und gehe jeden Tag bei jedem Wetter an den See.“ Mit Tageskarten werde das ein teurer Spaß: „Schade, dass sie dafür keine andere Lösung gefunden haben.“

„Ein bisschen unglücklich ist, dass die Schließfächer geschlossen sind“, meint Sabine Rauscher, die sich ebenfalls über den Saisonstart freut. Sie befürchtet, dass der Badesee Diebe anlocken könnte: „Bei den Kleidern liegt der Hausschlüssel und der Personalausweis, auf dem die Adresse steht.“ 

Bürgermeister Hoffmann versucht, die Bedenken zu entkräften: Wertsachen könne man an der Kasse hinterlegen. Und statt des Personalausweises reiche auch ein anderes Dokument mit Bild.

Corona-Maßnahmen am Badesee in Nieder-Roden. 

„Dass wieder offen ist, finde ich super“, sagt Max Oertl. Der Kartenkauf habe reibungslos geklappt: „Ich finde gut, wenn man das von zuhause aus machen kann.“ (VON EKKEHARD WOLF)

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