Obst- und Gartenbauverein zieht Bilanz

Erstmals Melonen aus Hainhausen

Überraschung aus dem Gurkenbeet: Theo Paul mit seinen selbst gezogenen Wassermelonen.

Hainhausen - Wie schnell ein Hobby zum Vollzeitjob werden kann, konnten die Besucher der Ausstellung des Obst-und Gartenbauvereins Hainhausen an der Waldfreizeitanlage aus erster Hand erfahren.

Die Hobbygärtner präsentierten zwar stolz und zufrieden ihre Ernte, mussten jedoch einräumen, dass ihr geliebter Garten in diesem Jahr wegen der Hitze mehr Pflegezeit in Anspruch nahm.
Die zehnte Gartenbauausstellung im Wald lockte viel Publikum an. Bereits um 13.30 Uhr war die Gemüsesuppe ausverkauft. „Vielleicht ist das schöne Wetter schuld oder das Jubiläum, aber es waren in diesem Jahr einfach unheimlich viele Besucher da“, berichtete die Vorsitzende Sabine Liebich. „Man kann das nie so genau planen, doch wir freuen uns natürlich, auch wenn es sehr stressig war. Es gab auch schon Jahre, da hatten wir noch einiges übrig nach unserer Ausstellung, aber so schnell leer waren die Töpfe noch nie.“

Dass sonniges Wetter für einen Gärtner Stress bedeuten kann, zeigte sich in diesem Sommer ganz besonders. Alle aktiven Vereinsmitglieder konnten ein Lied davon singen. Am Ende lohnte sich die Mühe.

Von Sonnenblumen bis zur Marmelade reicht das Sortiment.

„Die Ernte war in diesem Jahr trotz der Hitze ertragreich, doch der Garten war einfach viel mehr Arbeit als sonst. Man musste ständig bewässern und den harten, trockenen Boden aufhacken“, sagte Sabine Liebich. „Zudem sind Obst und Gemüse schneller gewachsen, als man es ernten und verarbeiten konnte. Vieles musste eingekocht werden und die Marmeladengläser, die man so daheim hatte, wurden knapp.“

Ähnlich klangen die Schilderungen der erfahrenen Gärtnerin Helga Linduschka: „Meistens musste man zwei Mal am Tag gießen. Wenn ich es mittags vergessen hatte, konnte man abends an der trockenen Erde und an den Blättern meiner Pflanzen schon erkennen, wie dringend sie Wasser benötigten. Die Blätter der Tomaten hatten sich dann schon zusammengerollt und die der Gurken hingen abends schon kräftig herunter.“

Trotz all der Mühe habe sich die Hitze auf einige Pflanzen ungünstig ausgewirkt, erzählt Helga Linduschka: „Manche meiner Paprika haben in der Sonne trotz aller Bewässerung Brandflecken bekommen und sind faul geworden. Bei den Pfirsichen hatte ich auch Probleme. Sie sind auch sehr schnell verfault und haben dann die Wespen angelockt. Ich habe in diesem Jahr so viel wie selten über mein Hobby gejammert, gestöhnt und geflucht. Doch mein Enkel hat mir zum Glück immer tatkräftig geholfen.“

Der zehnjährige Philipp Linduschka hatte sich für die Ausstellung im Wald etwas Besonderes einfallen lassen, was besonders den kleineren Besuchern ins Auge sprang. Das Gemüse seiner Oma hatte er wie Minions bemalt und damit unter Beweis gestellt, dass auch das Gärtnern eine Kunstform sein kann.

Wassermelonen gekonnt klein schneiden

1. Wassermelone aufs Brett legen und mit einer Hand festhalten. Mit der anderen ein langes, spitzes Messer senkrecht in die Frucht stechen. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

2. Die Messerklinge nach unten durchdrücken, so dass die Melone in zwei Hälften geteilt wird. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

3. Mit einem Ausstecher kann man kleine Melonenbällchen herauslösen. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

3. Die Hälften kann man nun erneut teilen oder - je nach Größe - dritteln. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

4. Die Melonenstücke in daumenbreite Scheiben schneiden, so dass Dreiecke entstehen. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

5. Wer die Melone nicht direkt essen, sondern weiterverarbeiten will, muss die Schale und das weiße Fruchtfleisch weggschneiden. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

4. Das Fruchtfleisch mehrfach längs und quer einschneiden. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

5. Die Klinge zwischen Schale und Fruchtfleisch entlanggleiten lassen und kleine Melonenstücke herauslösen. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Theo Paul, eines der erfahrensten Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins, berichtet ebenfalls von Problemen mit den Pfirsichbäumen. „Es waren so viele Früchte am Baum, dass mitunter die Äste gebrochen sind“, blickte er zurück. „Ich hätte schon gerne am einen oder anderen Tag ein paar Tröpfchen Regen gesehen. Doch das viele Gießen hat sich schließlich ja wenigstens gelohnt. Mit der Ernte bin ich sehr zufrieden.“

Immerhin hatte die Hitzewelle in Theo Pauls Garten auch einen schönen Zufall zur Folge: „Dank der Hitze hatte ich in diesem Jahr zum ersten Mal eine Melone im Garten. Scheinbar war unter den Tomaten- und Gurkenkernen ein anderer Kern dabei und die Hitze tat den Rest.“

Wer weiß, ob im nächsten Sommer wieder Melonen in Hainhausen wachsen? Theo Paul lächelt und lässt es auf sich zukommen. Eines ist für ihn gewiss: Eine so lange Hitzeperiode wünscht er sich für die nächsten Jahre nicht mehr. (pjs)

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