Frauenberatungsstelle Rodgau besteht seit 25 Jahren

Ewiger Kampf gegen Schläge

Beratung, Hilfe und Unterstützung für Frauen, die auf der Flucht vor seelischer und körperlicher Gewalt sind, bietet der Verein Frauen helfen Frauen seit 31 Jahren im Kreis Offenbach an. Seit 25 Jahren gibt es die Beratungsstelle in Jügesheim und ebenfalls seit 25 Jahren das Frauenhaus. Träger ist jeweils der Verein.

Rodgau - Leider wird die Arbeit der Sozialarbeiterinnen und -pädagoginnen nicht überflüssig, weil Misshandlungen und Vergewaltigungen von Frauen immer noch und immer wieder stattfinden.

War mancherorts davon zu lesen, dass gerade die Pandemiebedingungen mit Lockdown und beengten Wohnverhältnissen die Gewalt in den Familien hat beängstigend zunehmen lassen, ist das im Kreis offensichtlich nicht der Fall. Die Beratungszahlen sind annähernd gleich geblieben. „Da gibt es regionale Unterschiede“, sagt Frauen-helfen-Frauen-Mitarbeiterin Kirsten Michler.

Corona hat allerdings zunächst einmal dazu geführt, dass die Beratungsgespräche hauptsächlich nicht mehr persönlich, sondern am Telefon oder auch als Videoschalte geführt wurden. Lediglich in Einzelfällen gab es persönliche Gespräche.

Den Mitarbeiterinnen des Vereins Frauen helfen Frauen ist es wichtig, das Beratungsangebot noch bekannter zu machen. Oft kommen Ratsuchende auf Empfehlung einer Freundin oder weil eine Bekannte davon erzählt hat.

Eine großformatige Buswerbung soll nun – anlässlich des Jubiläums – für noch mehr Popularität sorgen. Die Kreisverkehrsgesellschaft hat dafür die Buslinie 99, die große Teile des Kreises Offenbach verbindet, mit einer Folie bekleben lassen: Leben ohne Gewalt heißt es dort auf dem Heck des Gefährts.

Bei den Beratungsgesprächen geht es darum, die Betroffenen zu stabilisieren, also zu schauen, wie es der Frau geht. Oftmals kommen die Hilfesuchenden bei dem Versuch, die Gewalt zu beenden, auch an der Frage der Trennung nicht vorbei.

Meistens stehen die Frauen dann vor einem riesigen Berg von Problemen: Dann wird in der Beratung zunächst geklärt, was alles gebraucht wird. „Unser Hilfsangebot ist sehr facettenreich“, sagt Lisa Seitz.

Es kann sich um therapeutische Unterstützung handeln oder etwa bei der Beratung für Mädchen ab 14 Jahren um Informationen zu Zwangsheirat oder Essstörungen. Auch Themen wie Stalking und digitale Gewalt spielen eine immer größere Rolle. Bei Bedarf übersetzt übrigens beim Gespräch auch eine Dolmetscherin türkisch oder arabisch.

Um es gar nicht so weit kommen zu lassen, dass ein Mädchen oder eine Frau bedroht, erniedrigt, eingeschlossen, oder sogar geschlagen und vergewaltigt wird, setzen die Sozialpädagoginnen auf Prävention. Bei Schulbesuchen wird deswegen auch das Thema Gewalt in Beziehungen angesprochen.

Von Simone Weil

In der Beratungsstelle Rodgau helfen Lisa Seitz (links) und Kirsten Michler.

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