„Abbruch geht auch ohne Beschwerden“

Ex-Pub „Pigs & Pipes“ in Jügesheim: Baustopp bleibt

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Dicke Staubwolken während der Abbrucharbeiten: Ein Wasserschlauch reichte nicht aus, um den Staub zu binden.

Jügesheim - Wann geht der Abriss des ehemaligen Pubs „Pigs & Pipes“ weiter? Eine halbe Hausruine und ein Berg an Bauschutt sind seit einer guten Woche ein unfreiwilliger Blickfang in der Jügesheimer Ortsmitte.

Die Bauaufsicht des Kreises Offenbach hatte am Mittwoch letzter Woche einen Stopp der Arbeiten verfügt. Tags zuvor hatte der Abrissbagger am Spätnachmittag losgelegt, obwohl Straßensperre und Umleitung noch nicht genehmigt waren. „Der Baustopp wird erst aufgehoben, wenn alle Auflagen, die auch vorher bekannt waren, erfüllt sind“, sagt Erster Stadtrat Michael Schüßler. Dabei gehe es unter anderem um Fragen der Sicherheit und der Verkehrsführung. Der Bauherr müsse sich mit der Stadtverwaltung abstimmen: „Wir haben kein Interesse, jemandem Steine in den Weg zu legen.“

Fußgänger müssen an der Ruine des „Pigs & Pipes“ seit zehn Tagen die Straßenseite wechseln.

Als „unverantwortbar“ bezeichnet Ordnungsdezernent Schüßler, dass die Bauleitung den Abriss in die Abendstunden gelegt habe, ohne die Genehmigung der Ordnungsbehörde abzuwarten: „Das geht so nicht.“ „Das ist in höchstem Maße gefährlich gewesen“, betont Bürgermeister Jürgen Hoffmann. Auch bei Abbrucharbeiten müsse man den Stand der Technik einhalten: „Es gibt Möglichkeiten, so etwas sicher und in einer anwohnergerechten Weise durchzuführen.“ Hoffmann erinnert an den Abriss einer alten Fabrik im Juni in Weiskirchen: „Bei der Hauptstraße 177 hatten wir nicht einmal eine Beschwerde.“

Die Bauaufsicht habe dem Bauherrn nichts Unmögliches zugemutet, sagt Kreis-Pressesprecherin Kordula Egenolf: „Das war eine ganz normale Abrissgenehmigung ohne besondere Auflagen.“ Ob der Bauherr oder die Abbruchfirma mit einem Bußgeld rechnen müssen, wollte der Magistrat auf Anfrage unserer Zeitung nicht sagen. (eh)

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