40 Jahre Stadtrechte

40 Jahre Stadtrechte Rodgau: Facetten einer lebendigen Stadt

Das Fest-Orchester: 70 Musiker aus allen Stadtteilen beweisen, was ein Blasorchester aus den Hits der Rodgau Monotones machen kann. Fotos: Wolf

Was ist Rodgau? Die Frage ist nicht leicht zu beantworten. Die Stadt mit 46 000 Einwohnern und fünf Ortszentren lässt sich nicht in eine Schublade stecken.

Rodgau – Beim Fest „40 Jahre Stadtrechte“ am Samstag in Dudenhofen stellte sich Rodgau als lebendiges Gemeinwesen mit vielen Facetten dar.

„Stadtteile wuchsen zusammen, Menschen begegneten sich, vielleicht ein bisschen anders als zuvor“, resümierten Stadtverordnetenvorsteherin Anette Schweikart-Paul und Bürgermeister Jürgen Hoffmann im Rückblick auf die Jahre seit 1979. In ihrer gemeinsamen Festrede versuchten sie sich auch an Antworten auf die Frage, was denn nun Rodgau sei:

.  eine wachsende Stadt mit Bewusstsein für Traditionen,

.  eine lebendige Stadt mit vielen kulturellen Angeboten,

.  ein Ort vielseitiger Freizeitgestaltung dank der 290 Vereine,

.  eine funktionierende Gemeinschaft auch in Notlagen,

.  ein Ort zum Leben und Arbeiten mit rund 9 500 Arbeitsplätzen und einer Bildungslandschaft, die auf Teilhabe setzt.

„40 Jahre – 40 Bilder“ zeigte Kulturdezernt Winno Sahm in 20 kurzweiligen Minuten: nicht als Chronologie, sondern als assoziative Folge von Fotos. Er erinnerte unter anderem an das Stadtrechte-Fest vor 40 Jahren, das erste Rodgau-Baby nach Verleihung der Stadtrechte, die Demonstration gegen den Ausbau der B 45, den zugefrorenen Badesee, die Secondhand-Skulptur für den Puiseauxplatz, die große Gewerbeschau „Rodgau-Messe“, die Entscheidung für ein zentrales Rathaus in Jügesheim, den S-Bahn-Bau und den letzten Arbeitstag des langjährigen Bürgermeisters Paul Scherer.

Den Abschluss bildete ein Schwarzweißfoto aus dem ersten Rodgauer Kinderparlament. Dazu Sahm: „Wenn man der Stadt eines wünschen soll, dann ist es, dass die Jüngeren sich auch um ihre Belange intensiv kümmern, sich engagieren und irgendwann dann auch ganz selbstbewusst anfangen, uns Älteren zu zeigen, wo es langgeht. Alles Gute, Rodgau!“

Erstmals in der Geschichte der Stadt waren Repräsentanten aller vier Partnerstädte gleichzeitig zu Gast. Die Bürgermeister Nikola Gospočić (Donja Stubica), Geert Vanden Broucke (Nieuwpoort), Michel Touraine (Puiseaux) und Gemeinderatsmitglied Johann Geringer (Hainburg) trugen sich „in Verbundenheit und Freundschaft“ gemeinsam mit ihrem Rodgauer Kollegen Jürgen Hoffmann ins Goldene Buch der Stadt ein – „ein berührender Moment“, wie Hoffmann sagte.

Für eine weitere Premiere sorgten die fünf Rodgauer Geschichtsvereine: In ihrer ersten gemeinsamen Ausstellung stellten sie Schlaglichter aus 40 Jahren Stadt Rodgau dar. Die 70 Plakate im Bürgerhausfoyer sollen der Auftakt einer intensiven Zusammenarbeit sein.

Auf dem „Dalles“ präsentierten sich Vereine in bunter Vielfalt vom Drachenclub Aiolos über den deutsch-polnischen Freundschaftsverein bis zum Chor Da Capo. Beim Rodgau-Lauftreff (RLT) lief eine Benefizaktion: Zwischen 12.30 und 18 Uhr trabten Mitglieder und Gäste auf dem Laufband – und für jeden gelaufenen Kilometer spendet der Verein zwei Euro an die Suppenküche „5 und 2“.

Ein Bühnenprogramm aus Sport, Tanz und Chorgesang gipfelte in einer weiteren Premiere: Ein 70-köpfiges Projektorchester mit Musikern aus allen Stadtteilen begeisterte mit drei Hits der Rodgau Monotones in einem neuen Arrangement für Blasorchester. Viele der gut 400 Zuhörer sangen die Gassenhauer lauthals mit. Martin Winter, der Leiter der städtischen Kulturagentur, hatte die Idee zu diesem Projektorchester gehabt. Die Musiker waren mit so viel Freude bei der Sache, dass Dirigent Jürgen K. Groh eine Neuauflage in Aussicht stellte: „Vielleicht kann man das in ein, zwei Jahren noch mal machen.“VON EKKEHARD WOLF

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