Stadt und Kreis unterzeichnen eine Absichtserklärung

Fahrplan für Schulbau in Rodgau festgelegt

Die beiden Schulen in Hainhausen platzen aus allen Nähten. Eine Erweiterung des Schulgeländes in Richtung Friedhof ist erst möglich, wenn die Parkplätze verlegt sind. Das Luftbild zeigt die Situation vor einigen Jahren. Am gelben Gebäudeteil der Münchhausenschule wird inzwischen gebaut.
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Die beiden Schulen in Hainhausen platzen aus allen Nähten. Eine Erweiterung des Schulgeländes in Richtung Friedhof ist erst möglich, wenn die Parkplätze verlegt sind. Das Luftbild zeigt die Situation vor einigen Jahren. Am gelben Gebäudeteil der Münchhausenschule wird inzwischen gebaut.

Die Erweiterung der Schullandschaft in Rodgau kommt allmählich in Gang. Der Kreis Offenbach hat mit dem Grunderwerb für eine neue Mittelstufenschule in Dudenhofen begonnen. Für das Schulzentrum Hainhausen haben Magistrat und Kreisausschuss in einer Absichtserklärung das weitere Vorgehen vereinbart.

Rodgau - Dass Rodgau dringend mehr Schulraum braucht, ist seit Jahren bekannt. Der Schulentwicklungsplan des Kreises für die Jahre 2018 bis 2024 enthielt jedoch keine konkreten Bauvorhaben. Ein Grund: Der Plan berücksichtigte nicht den starken Zuzug in die Neubaugebiete. Die Stadt kritisierte das damals in einer ausführlichen Stellungnahme – ohne Erfolg. Erst Anfang 2019 zeichnete sich in einem Spitzengespräch zwischen Bürgermeister und Landrat eine Lösung ab. Mit am Tisch: die Schulleiter der drei Mittelstufenschulen und der gymnasialen Oberstufe.

Zweieinhalb Jahre später sind beide Seiten einen kleinen Schritt weiter. In einem „Letter of Intent“ haben Magistrat und Kreisausschuss vier Punkte festgehalten:

1. Hinter der Schule am Bürgerhaus kann die Stadt eine Kindertagesstätte auf einem kreiseigenen Grundstück bauen.

2. Zur Erweiterung der Geschwister-Scholl-Schule und der Münchhausenschule wird die Fläche der bisherigen Parkplätze vor dem Schulgelände benötigt. Eine bauliche Erweiterung ist erst möglich, wenn die Stadt ein Parkdeck hinter der Sporthalle Hainhausen errichtet. Der Kreis beteiligt sich an den Kosten des Parkdecks.

3.  Die Georg-Büchner-Schule braucht nach Ansicht des Kreises keine zusätzlichen Sportflächen.

4.  Südlich der Claus-von-Stauffenberg-Schule steht jetzt fest, wo die Grenze zwischen Schulbaufläche und dem geplanten Baugebiet D 24 verläuft.

Die Absichtserklärung formuliert zwar Ziele, ist aber noch lange keine verbindliche Vereinbarung. Mit dem Papier „werde die Grundlage dafür geschaffen, Projekte in Gang zu setzen“, schrieb der Magistrat neulich in einer Beschlussvorlage an die Stadtverordnetenversammlung.

Noch ist nicht absehbar, welches der beiden Schulbauvorhaben zuerst realisiert wird. Die Schulen in Hainhausen platzen schon seit Jahren aus den Nähten; zudem braucht die Münchhausenschule mehr Räume für die Nachmittagsbetreuung. Notwendig ist aber auch eine zusätzliche Schule für Fünft- bis Zehntklässler, weil die drei vorhandenen Gesamtschulen mit der steigenden Schülerzahl bald überfordert sind.

Der Neubau in Dudenhofen hängt mit dem geplanten Baugebiet „Hinter dem Dell“ (D 24) zusammen. Die Arbeit am Bebauungsplan kann erst beginnen, wenn sich die Hessische Landgesellschaft (HLG) die Flächen gesichert hat. Dabei gibt es ein Problem. Der Kreis Offenbach hat erst spät festgelegt, wie viel Fläche er für die neue Mittelstufenschule braucht: rund 26 000 Quadratmeter. Zu diesem Zeitpunkt hatte die HLG bereits etliche Flurstücke von privaten Eigentümern angekauft. Für andere Flächen bestanden Vorverträge, die nun ungültig geworden sind.

Die neue Aufteilung zwischen Schul- und Wohnflächen im Umfeld der Claus-von-Stauffenberg-Schule hat auch finanzielle Folgen. Die HLG kauft Grundstücke zum Einheitspreis von 65 Euro pro Quadratmeter an, den das Stadtparlament festgelegt hat. Der Kreis bezahlt aber nur die Hälfte. Dadurch verschiebt sich die Kalkulation des Baugebiets D 24 um rund 140 000 Euro. Die späteren Bauplätze werden dadurch teurer als geplant. (Ekkehard Wolf)

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