Wer kann Hinweise auf Flüchtige geben?

Familie sitzt Unfallfahrer im Nacken

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Clara Unger ist auch nach dem Unfall zum Glück noch ein fröhliches Kind. Ruhiger geworden ist die Kleine trotzdem, sagt ihre Mutter Saskia. Die 32-Jährige setzt derzeit auf der Suche nach den Unfallflüchtigen alle Hebel in Bewegung.

Nieder-Roden - Eine Familie geht in die Offensive: Nachdem die kleine Clara Unger am 22. Februar von einem Rollerfahrer gestreift und verletzt worden war, hängen ihre Eltern und Großeltern jetzt Such-Zettel auf und wenden sich mit Aufrufen an die Presse. Denn die Täter sind noch immer flüchtig. Von Bernhard Pelka

Donnerstag, 22. Februar, 15 Uhr. Die Zwillinge Clara und Alena Unger gehen mit ihren Großeltern unweit der B45-Brücke an der Römerstraße spazieren. Clara ist Richtung Don-Bosco-Heim mit einem Laufrädchen unterwegs. Als sich ein Rollerfahrer nähert, macht die Dreijährige auf Zuruf der Großeltern alles richtig. Sie bleibt am rechten Straßenrand stehen. Der Rollerfahrer und sein Sozius holen auf der Brücke noch mal richtig Schwung – dann passiert das Unbegreifliche. Obwohl auf dem Weg mehr als genug Platz ist, quetscht sich das Duo rechts an dem Mädchen vorbei. Der Roller erfasst die Kleine, sie stürzt, bricht sich das Schlüsselbein, weint bitterlich. Der Rollerfahrer macht einen kurzen Schlenker, muss gemerkt haben, was passiert ist – fährt aber ungerührt weiter. Seither ermittelt die Unfallfluchtgruppe der Polizei (Tel.: 06183/911550).

Die Eltern wollen diese Ermittlungen jetzt unterstützen. An der Heinrich-Böll-Schule (HBS), am Friedhof an der Römerstraße und am S-Bahnhof haben sie Suchzettel aufgehängt mit der Bitte, dass sich Zeugen melden. In Facebook wurde der Aufruf 500 Mal geteilt, Schüler der HBS haben den Zettel mit ihren Handys abfotografiert. „So vervielfältigt sich das Ganze. Je mehr Kanäle, desto besser“, sagt Saskia Unger. Derweil sitzt die kleine Clara auf ihrem Schoß und spielt mit einer speziellen Eulenpuppe: Die Eule mit Beule.

„Zum Glück steckt sie das Ganze gut weg. Aber seit dem Unfall ist sie ruhiger geworden“, schildert Saskia Unger eine Folge des schlimmen Vorfalls. „Und sie fragt dauernd, ob sie jetzt wieder untersucht werden muss.“ Kein Wunder: Clara musste im Klinikum Aschaffenburg (dort sind ihre Schwester und sie auch geboren) operiert werden. Das Schlüsselbein war gebrochen und gesplittert, Bänder gerissen. Seit der OP muss das Mädchen einen Stützverband tragen, der den rechten Arm und die Schulter ruhig stellt.

Das droht Verkehrssündern bei einer Unfallflucht

Regelmäßig wird das OP-Pflaster an der Schulter gewechselt. „Das tut ihr dann immer höllisch weh. Da kommt dann die Wut über den Täter wieder hoch. Er muss gefunden werden“, appelliert Saskia Unger. Der Vorfall wird die ganze Familie noch lange beschäftigen. Eine weitere OP wird in etwa acht Wochen erforderlich. Die Großeltern waren an diesem Donnerstag extra raus ins Grüne gefahren – dorthin, wo eben keine Autos sind. Es war eine trügerische Sicherheit, aber mit dem rücksichtslosen Rollerfahrer konnte keiner rechnen. Der Kindergarten fällt für Clara derzeit aus, ihre Mutter kann nicht zur Arbeit gehen. „Der Alltag ist komplizierter geworden. Aber wir sind alle heilfroh, dass nicht noch mehr passiert ist.“

Der Roller des Unfallfahrers war dunkel (vermutlich schwarz). Beide Fahrer trugen schwarze Helme. Es müssen Jugendliche gewesen sein. Der Fahrer war etwas größer als sein Sozius. Hinweise unters 06183/911550. „Wenn die aktuelle Aktion nicht hilft, dann lasse ich mir eben etwas anderes einfallen. Die Täter brauchen nicht zu glauben, dass die Sache irgendwann einfach vergessen ist und dass Gras drüberwächst“, kündigt Saskia Unger selbstbewusst weitere Suchaktionen an.

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