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Ferienspaß gerettet

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Keine Angst vor dreckigen Händen: Herrlich ist es, so mit dem Ton zu matschen.
Keine Angst vor dreckigen Händen: Herrlich ist es, so mit dem Ton zu matschen. © ANDREAS PULWEY

Bunte Traumfänger basteln, leckere Waffeln backen und fantasievolle Zauberstäbe fertigen: Bei den Ferienspielen in Weiskirchen ist richtig was los.

Weiskirchen – Der Platz nahe dem Bürgerhaus staubt schon am frühen Morgen, weil er knochentrocken ist. Doch wie immer machen die Veranstalter das Beste daraus. Mit Partyzelten haben sie Schatten geschaffen, damit möglichst viel im Freien stattfinden kann. Heute nämlich wird bei diversen Projekten gewerkelt, was das Zeug hält.

Ausrangierte Marmeladegläser verwandeln die 120 Kinder ab dem Grundschulalter mit Transparentpapier und Kleister in bunte Windlichter, mit Ton und Wasser matschen sie nicht nur leidenschaftlich gerne herum, bei manchen entsteht sogar eine Form: ein Aschenbecher oder eine Schale etwa.

Heute allerdings kommt Unruhe auf: Vier der älteren Kinder sind immer noch nicht am Bürgerhaus eingetroffen. Obwohl sie Zuhause gemeinsam losgeradelt sind. Nun geht es los mit dem Telefonieren. Zwei Betreuer fahren weg, um die beschriebene Strecke abzusuchen. Grundsätzlich beginnt die Aufsichtspflicht mit dem Erscheinen der Kinder vor Ort. Der Weg dorthin obliegt der Erziehungspflicht der Eltern. Wie auch immer: Alle wollen dazu beitragen, dass die Jungen und Mädchen schnell gefunden werden.

Einer der Väter schaut vorbei, hinterlässt seine Telefonnummer und sucht weiter nach dem Nachwuchs. Die Sorge ist inzwischen groß: Eine heulende Mutter taucht auf und ist kaum zu beruhigen. Mit den Vätern ist man im Telefonkontakt und schließlich verständigt Ferienspielleiter Markus Pieper die Polizei. Doch um es kurz zu machen: Nach einiger Zeit kommt der erlösende Anruf. Die Kinder sind gefunden und alle wohlauf. Sie haben sich einen Streich erlaubt, sind ausgebüchst und haben sich an der Turnhalle ihrer Schule rumgedrückt. Ihr Familien hat das allerdings an den Rand des Nervenzusammenbruchs gebracht.

Die Stadt macht in Weiskirchen ein zweiwöchiges, abwechslungsreiches Ferienangebot: Ausflüge, Kreativkurse, einmal Übernachten für alle und vieles mehr. Auch im Seligenstädter Schwimmbad war die ganze Gruppe zu Besuch. Für die zwölf Betreuer ist das freilich eine besondere Herausforderung. Doch das Seligenstädter Freibad eigne sich für solch einen Ausflug gut, weil es so übersichtlich sei, meint Markus Pieper. „Außerdem kennt man uns dort schon und die Bademeister haben dann auch noch zusätzlich ein Auge auf die Gruppe“, sagt er.

Er verlasse sich nicht auf den von den Eltern ausgefüllten Anmeldebogen, bei dem Schwimmer und Nichtschwimmer anzukreuzen sind. „Wir schauen uns die Schwimmkünste der Kinder lieber noch mal vor Ort an“, sagt Pieper. Schließlich ist Sicherheit wichtig. Außer einem Wespenstich und kleinere Schrammen beim Fußballspielen ist bislang auch nichts passiert. Allerdings haben die Organisatoren eben auch nicht alles in der Hand, wie es sich heute leider zeigt. Solche Situationen bringen auch erfahrene Mitarbeiter aus der Kinder- und Jugendarbeit an ihre Grenzen.

Währendessen ahnen die Jungen und Mädchen nicht, was die Erwachsenen beschäftigt. Sie haben trotzdem ihren Spaß: Beim Bastelmaterial können sie aus dem Vollen schöpfen. Federn, Perlen, Bast, Tüll, Bänder und mehr steht zur Verfügung. Joshua (7) bastelt an einem Zauberstab, den er seiner kleinen Schwester schenken will. Die hat nämlich ein Hexenkostüm, aber nur einen langweiligen Zauberstab. Deswegen entsteht nun ein besonders reizvolles Exemplar für sie. (Von Simone Weil )

Die Waffeln waren lecker: Doch auch das Geschirr muss gespült werden.
Die Waffeln waren lecker: Doch auch das Geschirr muss gespült werden. © Pulwey
Hokuspokus Fidibus: Nur mit richtig gut aussehenden Zauberstäben können Nachwuchs-Magier arbeiten.
Hokuspokus Fidibus: Nur mit richtig gut aussehenden Zauberstäben können Nachwuchs-Magier arbeiten. © Pulwey

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