Für die Helfer der „Aktion Rehkitz“ hat die Suchsaison begonnen

Freiwillige aus Rodgau retten zwei Rehkitze

Mit langen Stangen suchen die Freiwilligen im hohen Gras nach versteckten Jungtieren. Auch zwei zehnjährige Kinder waren dabei.
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Mit langen Stangen suchen die Freiwilligen im hohen Gras nach versteckten Jungtieren. Auch zwei zehnjährige Kinder waren dabei.

Einen erfolgreichen Saisonauftakt erlebten die Helfer des Vereins „Aktion Rehkitz“ am Wochenende bei Rodgau und Rödermark. Bei der Absuche der ersten Wiesen entdeckten sie am Samstagmorgen zwei neu geborene Tiere.

Rodgau/Rödermark - Jagdpächter Michael Bittner aus Rödermark hob die Rehkitze aus dem hohen Gras und setzte sie in ein nahe gelegenes Waldstück. Er hielt die Tiere mit Grasbüscheln, weil ihr Fell keinen menschlichen Geruch annehmen sollte. Der Landwirt konnte sein Gras anschließend ungehindert mähen, ohne dass Wildtiere zu Schaden kamen. Er zeigte sich hoch erfreut über die Unterstützung durch den Verein.

Die Wiesen bei Messenhausen waren der dritte Einsatzort der freiwilligen Helfer am Wochenende. Bereits am Freitag um 7 Uhr früh hatten die ersten zehn Ehrenamtlichen ein ausgedehntes Wiesengelände bei Rollwald abgesucht. Der Landwirt hatte den Verein am Vorabend darüber informiert, dass er 30 bis 50 Hektar Grasland mähen wollte.

Die große Fläche stellte für den Verein eine Herausforderung dar, wie Vorstandsmitglied Angelika Schulz berichtet. Die Rehkitzretter bemühten sich, so viele Helfer wie möglich zu verständigen.

Erst wenige Tage alt ist dieses Rehkitz. Jagdpächter Michael Bittner bringt das Tier in Sicherheit.

Multikopter scheucht bei Ober-Roden zwei Rehe auf

Bei der Suche am Boden wurden die Freiwilligen am Freitag aus der Luft unterstützt. Ein Multikopter-Pilot des Vereins suchte mit der vereinseigenen Wärmebildkamera nach jungen Wildtieren im hohen Gras. Nach der Kälte der zurückliegenden Wochen erwarteten die Tierfreunde jedoch keine Funde von „Neugeborenen“. Auch die Landwirte und der Jagdpächter hatten dort noch keine Rehkitze gesichtet.

Wider Erwarten spürte die Kamera ein Muttertier mit Kitz am Ortsrand Ober-Roden auf. Die Tiere wurden durch das Surren des Multikopters aufgeschreckt und flüchteten aus der Wiese. Damit bestand für sie zumindest keine Gefahr durch das Mähgerät. Im Lauf des Vormittags sichteten die Helfer noch viele Hasen und mehrere Rehe.

Rodgau: Helfer durchsuchen das hohe Gras mit langen Stangen

Am späten Samstagnachmittag waren die Naturfreunde noch einmal gefragt. 25 von ihnen durchkämmten weitere fünf Hektar an Wiesen. Mit langen Stangen suchten sie im hohen Gras nach abgelegten Jungtieren. Sie brauchten dafür zwei Stunden.

Die Zeit der ersten Wiesenmahd hat gerade erst begonnen. Die Kitzretter bieten Landwirten ihre Dienste kostenlos an, um unnötiges Tierleid zu verhindern. Dennoch ist der Verein „Aktion Rehkitz“ auch auf finanzielle Unterstützung angewiesen, unter anderem um die technische Ausrüstung instand zu halten. Außerdem sind jederzeit neue Mitglieder willkommen, die bereit sind, sich an der Suche nach Wildtieren zu beteiligen. (eh)

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