Initiative will in Rodgau eine Kinder- und Jugendfarm gründen

Freude an der Natur wecken

Die ersten Gehversuche beim Bau der Vogelnisthilfen machten von links Nadine Kleinhenz, Lara Ehscheid, Elias Kleinhenz, Martin Rauchhaus, Aresu Kleinhenz, Willy Juch, Mia Czwalinna und Gabi Rackensperger.
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An die Arbeit, fertig, los: Ehrenamtliche bauen in Rodgau eine Kinder- und Jugendfarm auf, damit sich junge Menschen in der Natur tummeln können. Die ersten Gehversuche beim Bau der Vogelnisthilfen machten von links Nadine Kleinhenz, Lara Ehscheid, Elias Kleinhenz, Martin Rauchhaus, Aresu Kleinhenz, Willy Juch, Mia Czwalinna und Gabi Rackensperger.

In Pandemiezeiten fällt den Kindern und Jugendlichen daheim die Decke auf den Kopf. Dabei steht der kindliche Spieltrieb doch für Entdecken und Ausprobieren. Um die Jugend Rodgaus an die Natur heranzuführen, plant eine Initiative die Gründung einer Kinder- und Jugendfarm.

Rodgau – „30 Personen haben bereits Interesse bekundet“, freut sich die Ideengeberin Gabi Rackensperger. Sie ist besonders engagiert, wenn es um die projektbezogene Motivation von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern geht. Durch ihre 43-jährige Tätigkeit als Lehrerin an der Heinrich-Böll-Schule und die in diese Zeit fallende Gründung einer „Arbeitsgruppe Wald“ bringt sie ihre pädagogische Erfahrung ein.

Geplant ist ein naturnaher Raum für den Nachwuchs zum Toben, Klettern, Basteln, Bauen und Entdecken; eine Mischung aus Abenteuerspielplatz und Kinder-Bauernhof. Seminare, Führungen und das eigene handwerkliche Erschaffen bilden das Gerüst der Angebote. Die Farm soll bei Mädchen und Jungen die Freude an der Natur wecken.

Aber nicht nur der Jugend stehen die Pforten offen. „Es soll ein Mehrgenerationen-Projekt entstehen“, umreißt Willy Juch die Idee. Ein Areal im Grünen, das für alle Altersklassen etwas bietet.

Willy Juch hat bereits Erfahrung mit solch wissensvermittelnden Spielplätzen. Er ist Gründungsmitglied der „Dreieichhörnchen“, einer vergleichbaren Einrichtung in Dreieich. Von dort bringt er fast drei Jahrzehnte Vorstandserfahrung mit. „Vom Freizeit- bis hin zum Bildungsprojekt“, formuliert Juch die hochgesteckten Ziele. Täglich offene Türen für Gruppen und Einzelbesucher bringen das Wissen über das Leben von Pflanzen und Tieren in die Bevölkerung.

Was sich in Dreieich bewährt hat, steckt in Rodgau noch in den Kinderschuhen. Allerdings treiben die engagierten Köpfe der Initiative die zentralen Punkte voran. Martin Rauchhaus arbeitet zurzeit an der Basis. Auf seinem Schreibtisch liegen die Konzepte zu den Vereinsstrukturen und die Satzung.

Die Finanzierung steht ebenfalls auf der Liste der noch zu klärenden Fragen. „Wir werden versuchen, durch Mitgliedsbeiträge, Sponsoren und Feste etwas Geld in die Kasse zu bekommen“, zeigt sich Gabi Rackensperger optimistisch.

Wo die Einrichtung entstehen soll, ist noch offen. Martin Rauchhaus: „Der Osten Weiskirchens am Spielhügel Richtung Waldfreizeitanlage“ stand zur Debatte. Die Erlebnisranch sollte jedenfalls nah an der Bebauung liegen. Die Stadt will das Engagement unterstützen. Deshalb gibt es Gespräche über mögliche Standorte.

Vielleicht finden sich Privatleute, die ein Gelände zur Verfügung stellen können. Ein Areal von 3 000 Quadratmetern, besser noch ein Hektar sollte es schon sein.

Den Zielen sind keine Grenzen gesetzt. Vor den geistigen Augen entsteht ein Gelände mit Feuerstelle, einer Hütte für handwerkliche Arbeiten und einem Kinder-Bauernhof. Wobei die Herausforderungen der Nutztierhaltung den Organisatoren bewusst sind: Ponys, Ziegen und Schafe brauchen tägliche Versorgung. „Man kann sich hier behelfen, indem man mit Tiervereinen, wie Geflügelzucht zusammenarbeitet“, sieht Willy Juch eine Lösung. „Die können mit ihren Tieren zur Farm kommen“. So entstünde eine lokale Kooperation mit Vereinen vor Ort.

Das Angebot von Ferienspielen steht auf mittelfristige Sicht im Raum, ergänzt Martin Rauchhaus. Aber zunächst gilt es, weitere Interessenten zu finden: Eltern, die ihre Sprösslinge häufiger im Grünen spielen sehen wollen oder selbst Spaß an einer freiwilligen Tätigkeit haben, nutzen die  E-Mail-Adresse » kinderfarm. rodgau@gmail.com. (Von Andreas Pulwey)

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